Corona-Schutzimpfung mit Astrazeneca-Mittel

Jetzt sind die Ärzte dran

Impfdosen des Herstellers Astrazeneca stehen auf einem Tisch.
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Eine Ladung mit Impfdosen von Astrazeneca ist schon im Kreis eingetroffen.

Der Impfstoff steht bereit. In den kommenden Wochen will der Landkreis Nienburg Ärzte, Physiotherapeuten Erzieher und Lehrer impfen.

Hoya – „Wir werden am Sonnabend geimpft“, sagt Raimund Binnewies von der Gemeinschaftspraxis an der Von-Staffhorst-Straße in Hoya. Wir, das sind die Ärzte Hans-Martin Ernst, Ellen Huth, Anne Giegold und das Praxis-Team – sowie natürlich Binnewies selbst. „Wir warten noch“, sagt am Nachmittag eine Mitarbeiterin der Zahnarzt-Praxis Dillenburg, Marz und Partner in Hoya.

Seit Mittag warten sie auf einen Anruf des Impfzentrums in Drakenburg. „Wir haben leider immer noch nichts gehört“, erklärt sie am Abend.

„Wir hätten gerne einen Termin“, heißt es in der Krankengymnastik-Praxis Petra Wagner in Eystrup. Dort werden sich die Mitarbeiter allerdings noch etwas gedulden müssen. Zunächst einmal sollen Ärzte aus dem Landkreis Nienburg ab dem Wochenende mit dem Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca versorgt werden.

„Eine Lieferung haben wir schon erhalten“, sagt Cord Steinbrecher, Sprecher des Landkreises Nienburg. Insgesamt 5 000 Impfdosen habe das Land Niedersachsen dem Kreis für die nächsten drei bis vier Wochen zugesagt.

Der von dem britischen Pharmaunternehmen in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelte Impfstoff ist in Deutschland nur für Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren zugelassen. Die nun vorhandenen Kapazitäten helfen also nicht dabei, mehr Senioren vor einer Corona-Erkrankung zu schützen. Bislang sollten neben den über 80-Jährigen nur Menschen in Pflegeheimen, Personal auf Intensivstationen, in Notaufnahmen und Rettungsdiensten geimpft werden. Sie gehören zur Kategorie I. Nur ein kleiner Teil dieser Gruppe darf also das Mittel von Astrazeneca gespritzt bekommen.

Und was ist mit dem restlichen Impfstoff? Diese Frage war bis Dienstag ungeklärt. Ein Umstand, der den Nienburger Landrat Detlev Kohlmeyer laut werden ließ. „Wenn jetzt tausende Impfstoff-Dosen der Firma Astrazeneca nicht verimpft werden können, weil nicht aufgeklärt ist, wie die Termine vereinbart werden sollen, dann macht mich das regelrecht wütend“, sagte Kohlmeyer.

Das niedersächsische Gesundheitsamt reagierte kühl auf die Vorwürfe. Die Kommunen seien zweimal aufgefordert worden, die Terminvergabe zu übernehmen: am 5. und am 10. Februar. Andernorts habe das auch funktioniert. In der Region Hannover etwa seien alle Impftermine – auch für Astrazeneca – in dieser Woche vergeben, berichtete die „Bild“-Zeitung.

Diesen Vergleich will Kreissprecher Steinbrecher so nicht stehen lassen. In der Region Hannover gebe es viel mehr Klinikpersonal, sagt er. „Da gab es noch reichlich Personen der Kategorie I.“ Im Landkreis Nienburg stelle sich die Situation anders dar. „Wir hatten einfach niemanden mehr, den wir mit Astrazeneca impfen konnten.“

Abhilfe schafft ein neuer Erlass der niedersächsischen Landesregierung. Seit Mitte der Woche dürfen auch Personen der Kategorie II das Vakzin von Astrazeneca erhalten. Der Landkreis Nienburg hat daraufhin die niedergelassenen Ärzte aus der Region angesprochen. Zahnärzte und Physiotherapeuten sollen zeitnah folgen. Auch Erzieher, Lehrer und Polizisten will der Landkreis nach eigenen Angaben demnächst kontaktieren.

Ungeachtet der neuen Entwicklungen gibt es für Einzelpersonen weiterhin nur zwei Wege, an einen Impftermin zu kommen: über die Hotline oder die Internetseite des Landes. Und weiterhin gilt: Berechtigt sind zunächst nur Personen der Kategorie I.

Von Felix Gutschmidt

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