Übler Scherz wird ernst genommen

Gerücht: Tötete Schüler (16) Killerclown (24) in Hassel?

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Meldungen über Grusel-Clowns laufen gut im Netz. 

Hassel - Von Johanna Müller. Die Killer-Clowns sind dieser Tage DAS Thema in den Medien und sozialen Netzwerken. Es gibt wohl kaum einen Ort in Deutschland, in dem sie noch nicht gesichtet wurden. Jetzt soll ein 16-Jähriger sogar einen Clown erstochen haben - und das im beschaulichen Hassel (Landkreis Nienburg/Weser). 

„Problem gelöst“, schreibt ein Facebook-Nutzer aus dem Landkreis Nienburg und postet darunter den Artikel, der beschreibt, wie ein Jugendlicher am Abend zuvor einen Horror-Clown in Hassel abgestochen habe. Mehreren seiner Freunde gefällt das. „Cooler Typ“, kommentiert eine seiner Facebook-Freundinnen. 

„Schock für das 3000-Einwohner-Dorf! Die Killerclowns sind auch hier angekommen, und wurden direkt empfangen“, heißt es in dem Beitrag auf der Homepage www.aktuelles24.com. Der 16-Jährige habe nicht lange gezögert und den Clown (24) mit Maske durch seine Brust nieder gestochen. Der Erschrecker sei noch am Tatort gestorben. 

Nach Aussage der Polizei Verden habe der Jugendliche jedoch aus Notwehr gehandelt, heißt es auf der Homepage weiter. Daher werde er für diesen „Akt der Vergeltung“ auch nicht verhaftet. 

Eine Nachricht, die auf den ersten Blick sogar möglich sein könnte - und im Internet ernst genommen wird. Schließlich hat erst am Montagabend ein 14-Jähriger in Berlin einen Horror-Clown mit einem Messer verletzt

Doch was hat eigentlich die Polizei Verden mit den Vorgängen in Hassel zu tun? Nicht nur diese Behauptung sollte die Leser stutzig machen. Schon allein die Quelle aktuelles24.de deutet darauf hin: Hier stimmt etwas nicht. 

Homepage für Scherze 

Denn das Portal verbreitet keine echten Nachrichten. Ganz im Gegenteil. Hier kann jeder eigene Meldungen kreieren und damit seine Freunde reinlegen. „24aktuelles.com - ist eine Internetseite die zur Unterhaltung dient, die falschen News werden von unseren Usern verfasst. Alle Nachrichten dieser Seite sind frei erfunden und fiktiv, es ist alles nur Spaß! Keine der Fake News sollte ernst genommen werden oder als seriöse Informationsquelle benutzt werden“, beschreiben die Betreiber ihre Idee auf der Homepage. 

Und sie geben auch wichtige Tipps für einen gelungenen Streich:

  •  Seid kreativ aber versucht eure Artikel realistisch erscheinen zu lassen 
  • Wählt einen Titel der neugierig macht oder der die Sensationsgier der Leute anspricht.
  • Neuigkeiten über Stars, Persönlichkeiten, aus der Fußballwelt oder dem Fernsehen haben den meisten Erfolg.

Rassistische, homophobe oder beleidigende Falschmeldungen sind nicht erlaubt. Außerdem wollen die Betreiber keine pornografischen Inhalte auf ihrer Seite haben. 

Der 16-Jährige hat also keinen Clown abgestochen. Das bestätigte auch die zuständige Polizei. Jetzt bleibt zu hoffen, dass dieser Trend bald abebbt und es nicht doch noch einen Tötungsdelikt wegen solcher Streiche gibt. 

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