Ehepaar züchtet seit zwölf Jahren „Baumis“

Kobolde im eigenen Garten: Petra und Joachim lieben Chinesische Baumstreifenhörnchen

Baumstreifenhörnchen sind quirlig und voller Energie. In Hoya leben rund 30 Exemplare dieser Tiere.
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Baumstreifenhörnchen sind quirlig und voller Energie. In Hoya leben rund 30 Exemplare dieser Tiere.

Einer eher ungewöhnlichen Passion gehen Petra und Joachim Böhm aus Hoya nach: Das Ehepaar hält und züchtet schon seit mehr als zwölf Jahren chinesische Baumstreifenhörnchen, die die beiden kurz und liebevoll „Baumis“ nennen.

Hoya – Zehn bis 16 Zentimeter beträgt deren Kopfrumpflänge, hinzu kommen acht bis elf Zentimeter Schwanz. Ihr Fell ist graubraun und hat auf dem Rücken im Wechsel dunkle und helle Streifen. Wohl an die 30 der possierlichen, entfernt mit unseren einheimischen Eichhörnchen verwandten, aber deutlich kleineren Kobolde tummeln sich im Garten der Böhms in mehreren großzügig gestalteten Volieren, die zum Teil in luftiger Höhe über vergitterte Laufwege miteinander verbunden sind. Einen genauen Überblick bei den ungemein quirligen Tierchen – man könnte sie glatt als hyperaktiv bezeichnen – zu behalten, ist nicht immer einfach, aber neben den 15 Alttieren gibt es aktuell etwa ebensoviele Jungtiere, so das Ehepaar.

Im Bambushotel leben die „Baumis“ von Petra und Joachim Böhm.

Begonnen hat dessen Leidenschaft für die Tiere mit einem anderen Vertreter der Gattung, dem asiatischen Streifenhörnchen, von dem Petra Böhm in ihrer Kindheit eines von ihrem Vater geschenkt bekommen und mehrere Jahre gehalten hatte. Erst später sei das Ehepaar dann bei einem Zoobesuch auf die äußerlich sehr ähnlichen „Baumis“ aufmerksam geworden und habe sich spontan entschlossen, einige davon anzuschaffen. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Arten besteht darin, dass die asiatischen Streifenhörnchen notorische Einzelgänger sind, die man auch schon mal in der Wohnung halten kann, während die geselligen Baumstreifenhörnchen ein ausgesprochenes, noch dazu sehr verspieltes Sozialverhalten zeigen.

In ihrer angestammten Heimat, dem südlichen China, Myanmar und Vietnam, kommen sie je nach Verbreitungsgebiet als Baumbewohner in Regen-, Laub- oder Nadelwäldern vor. Dort leben sie in Baumhöhlen, die sie tagsüber verlassen, um Nüsse, Früchte und Samen, gelegentlich auch Insekten zu suchen.

Chinesische Baumstreifenhörnchen lassen sich nicht zähmen

Auch wenn sie durchaus zutraulich und neugierig sein können, zähmen lassen sich die „Baumis“ nicht. Wer sie in der Wohnung halten will, muss schon mit Geruchsbelästigungen durch Kot und zur Reviermarkierung abgesetzten Urin rechnen. Daher stand für die Böhms von Anfang an fest, dass nur eine Unterbringung in Volieren in Betracht käme, die sie nach und nach selbst anfertigten und von denen die größte die Bezeichnung „Bambushotel“ erhielt. Nur so sei es möglich, den unablässigen Bewegungsdrang der Tiere, die zudem herausragende Kletterer sind, gerecht zu werden.

Ansonsten sind die wuseligen, ihre Umgebung ständig im Blick habenden Hörnchen recht pflegeleicht. Fünf, maximal sechs Jahre alt können sie werden. Ihre wöchentliche Futterration bekommen sie auf einmal, sie muss dann für die nächsten sieben Tage ausreichen. Bei kürzeren Fütterungsintervallen würden sie sich nur „die Rosinen herauspicken“ und der Rest würde unbeachtet verderben.

Chinesische Baumstreifenhörnchen halten keinen Winterschlaf

Das Verstecken und Suchen von Nahrung ist übrigens ein beliebter und ständiger Zeitvertreib der „Baumis“. Zudem halten sie keinen Winterschlaf und sind frostunempfindlich. Auch sommerliche Hitzeperioden scheinen ihnen nicht viel auszumachen, sie sind dann nur etwas träger als sonst. Dass sie hier in freier Wildbahn überleben könnten, halten die beiden Züchter eher für unwahrscheinlich, vermutlich würden sie sehr schnell Katzen, Mardern oder Raben- und Greifvögeln zum Opfer fallen. Damit aber gar nicht erst Probleme wie mit anderen ausgewilderten oder aus Gefangenschaft entwichenen und sich dann rasant vermehrenden Tierarten aufkommen, sind die Volieren sehr solide gebaut und in ihr Inneres gelangt man erst, nachdem man Sicherheitsschleusen passiert hat.

Chinesische Baumstreifenhörnchen in Hoya: Zwei bis drei Würfe pro Jahr

Zwei bis drei Würfe pro Jahr mit jeweils zwei bis fünf Jungen sind bei den Baumhörnchen üblich. Die überschüssigen Jungtiere werden verkauft, sobald sie ein Alter von etwa zwölf Wochen erreicht haben. Das Ehepaar Böhm legt jedoch größten Wert darauf, dass die Käufer über ausreichend geräumige Volieren verfügen, die eine artgerechte Haltung gewährleisten. An andere Personen würden sie ihre Lieblinge nicht abgeben.

Wer aber bereit sei, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen und zwischen 50 und 70 Euro für ein Jungtier zu zahlen, bekäme nicht nur vitale und schön anzusehende, sondern auch einen hohen Unterhaltungswert versprechende Tiere geliefert. „Ihnen zuzuschauen, ist schon ein bisschen wie fernsehen“, stellen die nach wie vor begeisterten Hobbyzüchter dann auch einmütig fest.

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