Fotograf Andreas Warlich fängt ihn ein

Der Charme des Morbiden

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Galerist Klaus Günter Völker (links) mit Fotograf Andreas Warlich (Mitte) und Laudator Holger Nicolaus.

Hoya - Von Marion Thiermann. Fotos von verlassenen Orten wie stillgelegten Heilstätten oder Hotels sind bis zum 6. Oktober in der Galerie „Fothoya“ von Klaus Günter Völker in Hoya zu sehen. Die Ausstellung mit dem Titel „verlassen …“ des Fotografen Andreas Warlich aus Garbsen wurde am Freitagabend eröffnet.

Einführende Worte zu der Ausstellung sprach Holger Nicolaus aus Neustadt am Rübenberge, Journalist, Medienwissenschaftler und Freund des Fotografen. Die 30 in Hoya ausgestellten Bilder zeigen verlassene Hallen, Säle, Foyers, Räume, Treppenhäuser und Kellergewölbe – zum Beispiel aus verfallenen Gebäuden wie dem Hotel „10 Pfund“ im Ostharz oder einer Produktionshalle der Firma Continental in Hannover-Limmer. Hauptsächlich sind die Fotos aber in den architektonisch einst prunkvollen Sanatorien Beelitz und Grabowsee in Brandenburg entstanden.

Den Fotografen Andreas Warlich fasziniert der morbide Charme, den diese Orte heute ausstrahlen. Seine Bilder aus Brandenburg zeigen ungewohnte Einblicke in die Überbleibsel einer Jugendstil-Innenarchitektur, an der der Zahn der Zeit kräftig genagt hat.

„Da muss man einen Blick für haben, jedem wären solche Details nicht aufgefallen“, sagte einer der rund 20 Gäste der Ausstellungseröffnung, als er das Foto eines Stuhls betrachtete, der einsam in einem Raum steht, in dem der Putz von der Wand bröckelt.

Hauptsächlich in schwarz-weiß gehalten

Hauptsächlich in schwarz-weiß gehalten, zeigen die Bilder weitere Motive wie das Metallgerippe eines Krankenbetts in einem Operationssaal, Treppen mit schmiedeeisernen Geländern oder Konferenzräume mit großzügigen, symmetrischen Fensterfronten. Fast warm erscheinen dagegen die Aufnahmen von einer Theaterbühne mit weinrotem Vorhang und einem mittig platzierten, verfallenen Flügel.

„Warlich reduziert die Farbe in seinen Bildern und schafft damit eine individuelle Bildsprache. Das Motiv ist auf den eigentlichen Inhalt reduziert, es ist für den Fotografen auch ein visueller Gegenpol zur rastlosen Konsumscheinwelt“, sagte Holger Nicolaus.

Die Ausstellung in den Räumen des „Möbelforums“, an der Deichstraße 86 in Hoya, ist bis zum 6. Oktober zu sehen – werktäglich von 10 bis 18 Uhr sowie nach Terminvereinbarung mit Galerist Klaus Günter Völker, Telefon 04251/2289.

Auf seiner Internetseite zeigt Andreas Warlich auch einige der in Hoya zu sehenden Bilder:

www.a-warlich.de

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