300 Pflanzen in Wohnhaus entdeckt

Cannabis-Anbau in Eystrup: Zwei Angeklagte vor Gericht

Verden/Eystrup - Von Wiebke Bruns. Einem aufmerksamen Nachbarn ist es zu verdanken, dass im April 2015 eine Indoorplantage für Hanfpflanzen in einem leer stehenden Haus in Eystrup entdeckt wurde.

Laut einem Polizeibeamten waren dem Mann die abgeklebten Fenster, ein häufig vor dem Haus parkender Transporter, ein Summen und Cannabis-Geruch aufgefallen. Verantwortlich sollen zwei 38 und 43 Jahre alte Bremer sein. Aktuell müssen sie sich wegen „unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“ vor dem Landgericht Verden verantworten.

Der Nachbar hatte den richtigen Riecher. Die Beamtenfanden über 300 Pflanzen unterschiedlicher Größe in dem Gebäude in Eystrup. Laut Anklageschrift hatten 126 Pflanzen im Erdgeschoss bereits ausgebildete Blüten. Im Obergeschoss befanden sich weitere 95 Pflanzen sowie im Keller rund 85 Stecklinge und etwa 30 Pflanzen mit einer Größe von 40 Zentimetern.

„Die Angeklagten beabsichtigten, die zu erntenden Blüten an unbekannte Abnehmer zu verkaufen“, heißt es in der Anklageschrift.

Vorgeworfen wird den beiden Männern zudem die Einrichtung einer Indoorplantage in Delmenhorst. Zum Zeitpunkt der Durchsuchung befanden sich dort, ebenfalls in einem leer stehenden Haus, 214 Gramm Cannabisblüten zum Trocknen. Im Keller war bereits mit dem Aufbau der technischen Hilfsmittel begonnen worden. 138 Stecklinge standen noch im Wasser.

Auf den Hinweis in Eystrup reagierte die Nienburger Polizei schnell, vielleicht zu schnell. Das Grundstück habe man nicht sofort betreten, weil man nicht ausschließen konnte, dass die Täter Überwachungskameras installiert hatten und dann das Weite gesucht hätten, berichtete ein Polizeibeamter im Zeugenstand. „Ich meinte selbst aber auch, Cannabis riechen zu können“, sagte er.

Angeklagte in Hoya festgenommen

Ein Durchsuchungsbeschluss wurde beantragt und das Haus beobachtet. „Mehrere Stunden ist nichts passiert, dann sind wir reingegangen“, erzählte der Beamte.

Zwei Tage später erhielt die Polizei den Hinweis, dass erneut der Transporter eines Baudienstleisters aus dem Landkreis Diepholz in Eystrup vor der Tür stehe. Als die Beamten eintrafen, war der Wagen schon wieder weg. In Hoya wurde er gestoppt. Im Auto saßen die beiden jetzt angeklagten Männer.

Vor Gericht schweigen sie zu den Vorwürfen. Gegenüber der Polizei hatten sie sich jedoch geäußert. „Sie haben bestritten, damit etwas zu tun zu haben. Sie hätten den Auftrag, das Haus zu sanieren und seien vor Ort gewesen, um Absprachen zu treffen“, sagte der Polizeibeamte. Der Eigentümer des Objekts in Delmenhorst war Halter des Transporters und zunächst Beschuldigter. Das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt. Als Zeuge machte er nun vor Gericht zunächst Angaben, während seiner Aussage überlegte er es sich anders und machte vom Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

Nächster Verhandlungstag ist Montag, 4. September. Dann sollen die Plädoyers gehalten und das Urteil gefällt werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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