Flecken Bücken muss Bäume fällen, um die Sicherheit am Spielplatz zu gewährleisten

Buchensterben im Bürgerholz

Förster Uwe Niedergesäß und Flecken-Bürgermeister Wilhelm Schröder zeigen eine der etwa zwölf zu fällenden Buchen am Spielplatz im Bürgerholz. Das „VS“ steht für vitalitätsschwach. Fotos: Rebecca Göllner-Martin

Bücken - Von Rebecca Göllner-martin. Blätter kräuseln sich, färben sich braun und fallen auf den Boden herab. Dabei ist der Herbst noch nicht richtig gestartet. Zweige und Triebe sterben ab, zuletzt der ganze Baum. Dieses Dürrephänomen betrifft ganz Deutschland, nun muss auch der Flecken Bücken daraus Konsequenzen ziehen. Die neu angeschafften Spielgeräte für den Bürgerholz können aus Sicherheitsgründen noch nicht aufgestellt werden. Zuvor müssen etwa zwölf Buchen dem Boden gleich gemacht werden. Das teilen Revierleiter Uwe Niedergesäß, Fleckenbürgermeister Wilhelm Schröder und Verwaltungsmitarbeiterin Christina Borgmann während eines Pressetermins vor Ort mit.

„Wir waren richtig niedergeschlagen, als wir die Nachricht bekommen haben“, schildert Wilhelm Schröder. Damit hätten er und Christina Borgmann nicht gerechnet. Eigentlich hätten sie sich vor gut einer Woche im Bücker Bürgerholz getroffen, um über das Aufstellen der neuen Spielgeräte zu sprechen. Dass Uwe Niedergesäß ihnen einen Strich durch die Rechnung macht, hat ihnen laut eigener Aussage die Füße unter den Boden weggerissen. Der Förster habe ihnen erklärt, dass vor der Installation der Spielgeräte Buchen gefällt werden müssten. Sie würden zwar derzeit noch keine Gefahr darstellen, aber im Laufe der kommenden Monate zu einer werden. „Das Holz wird spröde und brüchig. Plötzlich und ohne Vorwarnung können Äste abbrechen und herunterfallen oder gar der ganze Baum umkippen“, erklärt der Experte. Schuld sei das Niederschlagsdefizit. Weder im vergangenen noch in diesem Sommer sei ausreichend Regen gefallen, die Baumwurzeln würden nicht mehr mit Wasser versorgt. Das Resultat: Die Baumkronen sind blattlos, die Rinden platzen ab, Pilze befallen die Buchen und sie werden weißfaul. Ihr Todesurteil.

Befallen seien insbesondere Buchen, da ihre Wurzeln nicht so tief in das Erdreich reichen wie die der 200 Jahre alten Eichen, die ebenfalls in dem Waldstück zu finden sind. „Die Buchen sind in etwa 120 Jahre alt“, erklärt Uwe Niedergesäß.

Bürgermeister Wilhelm Schröder hofft, dass die Fällarbeiten noch in dieser Woche starten, damit die Spielgeräte in Kürze an ihren Bestimmungsort kommen können. Direkt im Bereich des Spielplatzes rechnet Uwe Niedergesäß mit etwa zwölf Buchen, die weg müssen. Dort würde nun priorisiert begonnen, um eine Verkehrssicherheit herzustellen. Im gesamten, etwa 15 Hektar großen Bürgerholz müssten weitere Bäume gefällt werden. Eine genaue Anzahl kann der Förster noch nicht absehen, er rechnet jedoch mit mindestens 30 Stück. Insbesondere solche, die direkt an Gehwege grenzen, müssten gefällt werden. „Wir schlagen keine Buchen aus, weil es uns Spaß macht oder wir Holz brauchen. Grund ist ausschließlich die Sicherheit der Bürger“, sagt Uwe Niedergesäß.

Neben den Kosten für die Spielgeräte, welche laut Wilhelm Schröder nicht unerheblich gewesen seien, kommen nun auch noch die der Fällarbeiten auf den Flecken zu. Eine genaue Summe vermochten Schröder und Christina Borgmann noch nicht nennen, sie rechnen allerdings mit einem vierstelligen Betrag.

Neben der mangelnden Wasserversorgung der Buchen bereitet auch der Borkenkäfer Uwe Niedergesäß Kopfzerbrechen. Viele Fichten seien von ihm befallen und hätten bereits entnommen werden müssen. „Das ist nicht nur hier so, sondern in ganz Deutschland“, schildert der Forstamtmann. Tröstlich sei, dass schon viele junge Bäume nachwachsen würden. „Es kann sein, dass sie dann in die Höhe schießen, wenn hier mehr Platz herrscht“, sagt er. Ob weitere Maßnahmen zur Kompensation im Bürgerholz ergriffen werden müssen, würde sich noch zeigen.

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