Buchvorstellung „Wahrheit – Tote haben Recht(e)“

Grausame Morde – echte Fälle: Autoren-Trio liest in Hoya

Ein Abend mit Nervenkitzel-Garantie: Staatsanwältin Dr. Annette Marquardt (rechts) und der pensionierte Kriminalbeamte Martin Erftenbeck (Mitte) stellen ihr Buch, welches sie gemeinsam mit Professor Dr. Klaus Püschel (unteres Bild) geschrieben haben, vor. Auch Frank Lange (links) vom veranstaltenden Lions Club Grafschaft Hoya war bei dem Gespräch dabei.
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Ein Abend mit Nervenkitzel-Garantie: Staatsanwältin Dr. Annette Marquardt (rechts) und der pensionierte Kriminalbeamte Martin Erftenbeck (Mitte) stellen ihr Buch, welches sie gemeinsam mit Professor Dr. Klaus Püschel (unteres Bild) geschrieben haben, vor. Auch Frank Lange (links) vom veranstaltenden Lions Club Grafschaft Hoya war bei dem Gespräch dabei.

Hoya – Von echten Fällen und grausamen Morden erzählen ein Rechtsmediziner, ein Kriminalkommissar und eine Staatsanwältin in ihrem Buch „Wahrheit - haben Recht(e)“.

Am Tatort eines grauenhaften Mords sind selbst die hart gesottensten Ermittler bis ins Mark geschockt. Der Anblick einer Frau in einem Meer von Blut wird sie noch monatelang nicht loslassen. Der Körper der Getöteten ist von Messerstichen übersät. Dass Polizeibeamte, Staatsanwälte und Rechtsmediziner nach der Konfrontation mit einer solchen Tat völlig cool bleiben und „nichts mit nach Hause nehmen“, sei eine Mär, stellen Annette Marquardt und Martin Erftenbeck übereinstimmend fest.

Gemeinsam mit Klaus Püschel haben sie das Sachbuch „Wahrheit – Tote haben Recht(e)“ geschrieben. Jedes der zwölf Kapitel schildert einen realen Fall aus dem Landgerichtsbezirk Verden. Und jedes dieser Kapitel liest sich spannender als ein Krimi. Kostproben ihrer Arbeit wollen die drei Autoren an einem Abend mit Gänsehaut-Garantie bieten: Am Freitag, 26. November, um 19 Uhr sind sie die prominenten Mitwirkenden einer Lesung in der Aula der Marion-Blumenthal-Oberschule in Hoya. Darüber berichteten Marquardt und Erftenbeck sowie Frank Lange vom veranstaltenden Lions Club Grafschaft Hoya jetzt während eines Kreiszeitungsgesprächs.

„Ein Rechtsmediziner, ein Kriminalkommissar und eine Staatsanwältin erzählen über wahre Tötungsfälle aus unserer Region“, heißt es in der Ankündigung zur Lesung. Professor Dr. Klaus Püschel leitet seit 1991 das Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf. Martin Erftenbeck war 44 Jahre Polizeibeamter, seit 1995 als Leiter des Fachkommissariats 1 und der Mordkommission der Polizeiinspektion Verden/Osterholz. Seit Oktober 2017 ist er pensioniert.

Dr. Annette Marquardt ist seit 1999 als Staatsanwältin tätig. Seit 2011 das Sonderdezernat „Kapitaldelikte“ bei der Staatsanwaltschaft Verden gegründet wurde, bearbeitet sie die versuchten und vollendeten Tötungsdelikte im Landgerichtsbezirk und widmet sich besonders den sogenannten Cold Cases. Letztere, wörtlich „kalte Fälle“, sind bisher ungeklärte Kriminalfälle.

Der Eintritt zur Lesung ist frei. Der Lions Club erbittet jedoch Spenden zugunsten des Weißen Rings, einer Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer und ihre Familien. Anmeldungen werden erbeten: per Telefon unter 04251/5533013, per E-Mail an vorstand@lions-hoya.de oder persönlich in der Buchhandlung „Die Leserei“ in Hoya. Zutritt zur Veranstaltung haben nach den Maßgaben der 2G-Regeln nur Personen mit Geimpften- oder Genesenennachweis. Parkplätze gibt es an der Rudolf-Harbig-Straße.

Die Idee für das Buch „Wahrheit – Tote haben Recht(e)“ und damit für das besondere Alleinstellungsmerkmal hatte Klaus Püschel. Neben ihm als Rechtsmediziner berichten erstmals eine Staatsanwältin und ein Kriminalbeamter über reale Fallgeschichten. Die im Buch geschilderten Fälle wurden von dem Autorenteam Püschel-Erftenbeck-Marquardt in gemeinsamer Arbeit gelöst. In den zwölf Kapiteln des Buchs beschreiben sie ihr Zusammenwirken jeweils in sehr persönlicher Form und vermitteln damit ein neues Verständnis von professioneller Ermittlungsstrategie. „Ein so tiefer Einblick in die Puzzlearbeit der Aufklärung von Mordfällen hat bislang gefehlt“, heißt es in einer Pressemitteilung des herausgebenden Verlags Ellert & Richter aus Hamburg.

Professor Dr. Klaus Püschel leitet seit 1991 das Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf.

Der Landgerichtsbezirk Verden ist der größte seiner Art in Deutschland. Ihm gehören die Landkreise Nienburg, Diepholz, Verden und Osterholz-Scharmbeck an sowie der Altkreis Rotenburg im Landkreis Rotenburg/Wümme und der Altkreis Fallingbostel im Heidekreis. Zugleich sind für den Landgerichtsbezirk Verden drei Polizeidirektionen zuständig, nämlich Oldenburg, Lüneburg und Göttingen. Die Tatorte der im Buch geschilderten Fallgeschichten befanden sich in Rotenburg, Rethem, Achim, Syke, Osterholz, Verden, Diepholz, Thedinghausen und Barme.

Als herausragend in seiner Grausamkeit bezeichnete Annette Marquardt im Gespräch den Mord in einem Getränkemarkt in Rethem, beschrieben unter der Überschrift „Das viele Blut“. Als besonders spektakulär nennt Martin Erftenbeck den nach langen Jahren aufgeklärten Fall des „Maskenmanns“, der, unter gleichlautendem Titel geschildert, die atemberaubenden Kapitel des Buchs beschließt. Nachdem das Werk 2019 erschien, gab es coronabedingt bislang lediglich zwei Lesungen. Inzwischen ist „Wahrheit – Tote haben Recht(e)“ bereits in der zweiten Auflage erschienen. Hoya am 26. November steht als dritte Lesung auf dem Programm, und weitere sollen folgen.

Ein halbes Jahr haben die drei Autoren an dem Buch gearbeitet, wobei der Austausch per E-Mail eine wesentliche Erleichterung bedeutete. Seit dem Erscheinen des Werks sind im Landgerichtsbezirk Verden viele interessante neue Fälle dazugekommen. Für ein weiteres Buch, so sagen Annette Marquardt und Martin Erftenbeck, gäbe es also eine breit gefächerte Auswahl an Themen.

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