Brigitte David aus Hoyerhagen Teil des Programms „Politik braucht Frauen“

Auf dem Weg in die Kommunalpolitik

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Brigitte David (rechts) und die Kreis-Gleichstellungsbeauftragte Petra Bauer schauen sich gemeinsam die Unterlagen von den Vorbereitungskursen an.

Hoyerhagen - Sie sei der Typ Mensch, der sich durchboxe, immer weiter nachfrage und sich gerne für ein Ziel einsetze, sagt Brigitte David über sich selbst. Aber sich politisch engagieren? Nein, das war der Hoyerhägerin bislang noch nie eingefallen. Vielleicht wird sie das zum Ende dieses Jahres aber tun. Brigitte David ist die einzige Teilnehmerin aus dem Norden des Landkreises bei der Nienburger Ausgabe des Mentoring-Programms „Politik braucht Frauen“.

Erfahrene Kommunalpolitiker führen die Frauen in die Arbeit von Räten und Ausschüssen ein. Als Unterstützung dazu gibt es ein Paket von Lehrgängen, bei denen die Teilnehmerinnen, Mentees genannt, Grundkenntnisse von Kommunalrecht, Haushaltsrecht und Haushaltsplanung, Baurecht und Kommunikation in der Politik vermittelt bekommen. Das Ziel ist, dass sich mehr Frauen für die Kommunalwahlen 2016 als Kandidatinnen aufstellen lassen. Zurzeit sind nur etwas mehr als 20 Prozent der Mitglieder in Stadt- und Gemeinderäten in Niedersachsen weiblich.

Um die Organisation des Programms kümmert sich in Nienburg Petra Bauer, die Gleichstellungsbeauftragte für den Kreis. Sie hat auch die Paare von teilnehmenden Frauen und ihren Mentoren aus der Politik zusammengestellt. Mentorin von Brigitte David ist Viktoria Kretschmer, Abgeordnete für die Linken im Rat der Stadt Nienburg. Sie interessiere sich für die Politik der Linken, hatte David bei ihrer Anmeldung für das Programm angegeben. „Und Frau Kretschmer hat sich sofort bereit erklärt, als Mentorin mitzuarbeiten“, erzählt Petra Bauer. Mehrmals haben die beiden Frauen sich getroffen und für sympathisch befunden. „Frau Kretschmer und ich, wir sind uns ähnlich in unserer Einstellung, das passt gut. Wir wollen nicht lange über ein Problem und Lösungsmöglichkeiten reden, sondern ausprobieren, wie man es beheben kann. Wenn dabei mal etwas nicht funktioniert, dann ist das auch nicht so schlimm“, sagt Brigitte David.

Zum Programm, das im Februar dieses Jahres mit dem ersten Treffen gestartet war, ist Brigitte David „gekommen wie die Jungfrau zum Kinde“, erinnert sie sich lachend. Eine Freundin von ihr aus dem Ort sei angesprochen worden, ob sie sich nicht engagieren wolle, und habe das Angebot an Brigitte David weitergereicht, weil sie selbst nicht genug Zeit hatte. Ihre Freundin habe gewusst, dass sie regelmäßig zu den Sitzungen des Gemeinderats gehe und dort oftmals die einzige Zuhörerin sei. „Ich finde es sehr schade, dass sich nur wenige Menschen für die Diskussionen im Rat interessieren, aber ich weiß auch, dass sich die meisten langsam an diese Materie herantasten müssen“, sagt die Hoyerhägerin. „Ich habe mich früher auch kaum für Politik interessiert, das hat sich entwickelt. Wenn es mal um Themen geht, die einen persönlich betreffen, dann beginnt man, aufmerksam zu sein.“ Am Herzen liegt ihr auf jeden Fall das Thema Sicherheit für Radfahrer. Besonders wichtig findet sie, dass Bau eines Radwegs neben der Landesstraße 330 in Richtung Bruchhausen-Vilsen in Angriff genommen werden sollte. Sie selbst habe Angst, wenn sie dort mit dem Rad unterwegs sei.

Ihr Wahlprogramm sei das jetzt noch nicht, sagt Brigitte David lachend. Sie wolle nach dem Ende des Mentorenprogramms nicht direkt Bürgermeisterin werden. „Ich will mal ‘reinschnuppern in diese neue Welt, und vielleicht lasse ich mich dann 2016 aufstellen.“ Doch egal, ob Mandat oder nicht, mit einer Sache möchte Brigitte David auf keinen Fall aufhören: sich zu engagieren, wenn ihr ein Thema wichtig ist.

ike

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