Besondere Erlebnisse

Hochzeitskleid-Kauf: Elena Diel bringt Braut-Mütter zum Weinen

Weiß ist out: Im Geschäft von Inhaberin Elena Diel hängen aktuell viele Brautkleider in den Farben Champagner, Ivory und Cappuccino.
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Weiß ist out: Im Geschäft von Inhaberin Elena Diel hängen aktuell viele Brautkleider in den Farben Champagner, Ivory und Cappuccino.

Hoya – Der schönste Tag im Leben einer Frau. Alles muss perfekt sein. Das Blumendekor, die Musik, die Tischordnung und natürlich das Kleid. Auch im Corona-Jahr 2020 wagten einige Bräute den Schritt vor den Altar, allerdings womöglich ohne ihr Traum-Kleid. Denn die Brautmoden-Geschäfte mussten coronabedingt ihre Türen schließen. Das betraf auch Inhaberin Elena Diel und ihren Laden „Traum in Weiß“ in Hoya.

Seit 15 Jahren stattet sie schon heiratswillige Frauen in der Grafenstadt nahe des Filmhofs mit ihren Kleidern aus. 2020 wollte die 46-Jährige dann eigentlich ihre neuen Räume an der Langen Straße eröffnen. Doch die Pandemie machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Im Gespräch mit der Kreiszeitung spricht Elena Diel über die Herausforderungen, die die Krise mit sich brachte, und erzählt von ihren Erlebnissen rund um den Hochzeitskleid-Kauf.

„Mittlerweile darf ich zum Glück wieder Kunden in meinem Geschäft empfangen. Ich habe schon immer nach Terminvereinbarung gearbeitet, von daher ist die neue Corona-Regelung kein Neuland für mich“, sagt sie. Mittlerweile sei ihr Kalender auch wieder gut gefüllt. Blickt die Inhaberin jedoch auf das vergangene Jahr zurück, erinnert sie sich an vielerlei Probleme. „Aufgrund der Schließung habe ich so gut wie kein Kleid verkaufen können und meine Umsätze sind um drei Viertel eingebrochen.“

Viele der Bräute, die während der Pandemie heirateten, hätten sich beim Kleiderkauf auf den Online-Handel fokussiert. Heiraten ging nur im kleinsten Kreis, „da verzichteten die meisten auf ein pompöses Kleid.“ Darüber hinaus hätten auch viele heiratswillige Paare das geplante Event verschoben. Auch Neukunden seien ihr entgangen, da das Geschäft geschlossen bleiben musste.

Zwar habe es bei einigen Anbietern die Möglichkeit gegeben, die Kleider zu bestellen und dann zu Hause anzuprobieren, von dieser Alternativlösung hält Elena Diel jedoch nicht viel. „Es kommt einfach kein Braut-Feeling auf, wenn man das Hochzeitskleid im Wohnzimmer zwischen den spielenden Kindern anprobiert“, meint die Inhaberin. Der Kauf sei normalerweise ein echtes Erlebnis für die Braut, welches so vollends unter den Tisch falle.

„Die Frauen kommen mit mehreren Begleitern in mein Geschäft. Meistens sind es die Mütter, Schwestern, Brautjungfern oder Trauzeuginnen. Der Trend geht zudem in die Richtung, dass oftmals nun auch die Schwiegermutter zur Anprobe mitkommt. Männer sehe ich nur selten hier“, konnte Elena Diel in den vergangenen Jahren beobachten. Einmal habe eine Braut sogar elf Begleitpersonen mit in ihr Geschäft gebracht.

Die Anprobe sei oft sehr emotional. „Allerdings weint nicht die Braut, sondern in 99 Prozent der Fälle die Mutter. Taschentücher stehen deswegen immer bereit“, sagt die Inhaberin und lacht. Neben solchen Terminen gebe es jedoch auch welche, bei denen die Kundinnen von ihrem zukünftigen Ehemann begleitet werden. Das komme jedoch nur bei älteren Bräuten vor oder bei Frauen, die ein zweites Mal heiraten würden. „Wichtig ist, dass die Begleiter ehrlich sind und dass sich die Kundinnen auf ihre Meinung verlassen können. Ich empfehle keiner Braut allein zu kommen, denn dann gestaltet sich die Anprobe meist eher schwierig. Zudem geht dann auch in gewisser Weise das Braut-Feeling verloren.“

Gerade schlanke Frauen hätten es bei der Auswahl oft nicht leicht. „Sie können in den meisten Fällen alles tragen“, erklärt Elena Diel deren Bredouille. Jüngeren Kundinnen würden sich oftmals in ein Prinzessinnen-Kleid verlieben, ältere hingegen in ein Kleid im A-Form-Schnitt und sportliche Frauen würden das Meerjungfrauen-Kleid favorisieren. Spitze sei schon seit Jahren Trend, der Preis für Kleider dieser Art habe jedoch angezogen. Elena Diel spricht von einem Anstieg von rund ein Drittel.

Reines weiß, so wie man die Kleider aus vielen Filmen kennt, seien mittlerweile allerdings out. Die aktuelle Kollektion weise stattdessen hauptsächlich Stücke in den Farben Champagner, Ivory und Cappuccino auf. Eine weitere Beobachtung, die die Inhaberin über die Jahre machte, sei die Verschiebung des Alters der Bräute. „Ich habe das Gefühl, dass sie immer jünger werden. Derzeit sind sie im Durchschnitt gerade mal 22 bis 24 Jahre alt.“

So schön das Brautkleid auch sein mag, manchmal findet es seinen Weg auch wieder zurück in den Laden – was zumeist sehr unerfreuliche Gründe hat. „Einmal in den 15 Jahren, die ich in der Branche arbeite, kam es vor, dass die Beziehung des Brautpaares kurz vor der Hochzeit in die Brüche ging. Das Kleid war allerdings schon geändert. Ich habe dann angeboten, es als Kommissionskleid zu verkaufen, was auch funktioniert hat“, erzählt Elena Diel. So traurig es auch gewesen sein mag, am Ende fand das Paar doch noch sein verdientes Happy End.

„Zwei Jahre später kam die Braut nämlich wieder in meinen Laden, denn sie wollte den Mann nun doch heiraten – allerdings in einem anderen Kleid“, sagt die Inhaberin. Darüber hinaus habe es noch einen weiteren Fall gegeben, an den sich Elena Diel schweren Herzens erinnert. „Der Bräutigam war kurz vor der Hochzeit tragischerweise verstorben, und die Braut wollte das Kleid zurückgeben, da sie jeden Cent für die Beerdigung benötigte.“

Auch wenn sich Elena Diel solch tragischen Herausforderungen manchmal stellen muss oder aber eine Pandemie über die Gesellschaft hereinbricht: Die Freude an ihrem Job hat sie längst nicht verloren. „Diesen Traum gab es schon immer. Allerdings hatte ich anfangs keine Ahnung. Ich habe mich einfach blind an die Sache herangemacht und mit zwei kleinen Räumen in Hoya begonnen.

Über Verluste habe ich mir keine Gedanken gemacht: Menschen heiraten halt, und das werden sie auch weiterhin“, erzählt die Inhaberin über ihre Anfänge. Aktuell liegt ihre Hoffnung darin, dass die verschobenen Hochzeiten im Sommer nachgeholt werden können, und sie Bräuten dann wieder mit ihren Kleidern einen umwerfenden Auftritt bescheren kann.

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