Blasorchester des JBG begeistert Publikum / Dirigent stimmt „Weser-Lied“ an

Hoya bekommt eigene Hymne

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Das Blasorchester des Johann-Beckmann-Gymnasiums unter der Leitung von Hagen Meyer spielte am Freitagabend vor mehr als 200 Besuchern im Kulturzentrum Martinskirche in Hoya.

Hoya - Von Horst Friedrichs. Mit seiner Gesangseinlage stahl er dem Orchester fast die Show: Als Hagen Meyer am Freitagabend kurz vor Konzertschluss das „Weser-Lied“ vortrug, geriet das Publikum aus dem Häuschen. Tosender Beifall und Begeisterungsrufe waren der Lohn für eine musikalische Idee des Dirigenten, die der Grafenstadt eine Hoya-Hymne bescherte. So geschah es im Kulturzentrum Martinskirche, wo das Blasorchester des Johann-Beckmann-Gymnasiums (JBG) unter der Leitung von Lehrer Hagen Meyer vor mehr als 200 Zuhörern auftrat.

Den Chef werde er in Zukunft weniger herauskehren, versprach Hagen Meyer den 40 Mitgliedern der Formation in einem Dankeswort und setzte damit zugleich einen Schlusspunkt unter seine humorgewürzten Ansagen. „Sie beachten mich am Dirigentenpult sowieso nicht mehr“, stellte er zwinkernd fest, „weil sie schon alles können.“

Nachdem das Orchester „Tequila“, den Superhit der Champs aus dem Jahr 1958, in junger, mitreißender Form präsentiert hatte, avancierte eben dieses Stück zum Publikums-Hit und wurde als Zugabe gewünscht.

Zuvor hatten Hagen Meyer als Gesangssolist mit dem „Weser-Lied“ und das Orchester als Interpret des „Weser-Songs“ von Jacob de Haan für ein musikalisches Schmankerl gesorgt. Hätte es ein Messgerät für die Intensität des Beifalls gegeben, wäre die Anzeige wahrscheinlich über den höchsten Punkt der Skala hinausgeschossen. Hagen Meyer trug mit sonorer Stimmgewalt das „Weser-Lied“ vor. „Hier hab' ich so manches liebe Mal mit meiner Laute gesessen“, beginnt der Text zur einprägsamen Melodielinie, die sich als Grundmotiv in de Haans Komposition „Weser-Song“ wiederfindet. Den Text zum ursprünglichen Lied schrieb der Dichter Franz von Dingelstedt 1835 in seinem Heimatort Rinteln, für die Vertonung sorgte wenig später Gustav Pressel.

Das seit etwa drei Jahren bestehende Schulorchester hatte den „Weser-Song“ mit bestechend brillanter Perfektion intoniert – von Passagen mit „full brass“ bis zur filigranen Satzarbeit der Querflöten und Klarinetten. Offenkundig zahlte es sich aus, dass die Musiker im November 2015 mit den Proben für das Stück begonnen hatten – unter der Leitung des Komponisten höchstpersönlich. Anlass war ein Konzert-Workshop, für den der Niederländer de Haan den „Weser-Song“ eigens komponiert hatte.

Als Klangkörper von hohem Niveau stellte sich das JBG-Blasorchester von den ersten bis zu den letzten Tönen vor. Ungebrochene Spielfreude über die gesamte Konzertdauer ließ erahnen, wie inspirierend der stürmische Applaus des Publikums auf die Musiker und ihren Dirigenten wirkte. Das zeigte sich nicht zuletzt bei den Soli, deren Reigen Marius Lubenow (Trompete) in dem romantischen Stück „Moonriver“ von Johnny Mercer und Henry Mancini eröffnete. Hagen Meyers Anmerkung zu dem Titel: „Den fanden sie anfangs langweilig, aber nun, da sie ins Alter der ersten Liebe kommen, ändert sich diese Einstellung.“ Als weitere Solisten traten auf: Philipp von See (Posaune), Daniel Eckhardt (Tenorsaxofon), Lena Pawlikowski (Altsaxofon) und Marten Krüger (Euphonium). Als Gastmusiker wirkten mit: Jonas Buchroth (Bass), Arnd Nünninghoff (Baritonsaxofon) und Julian Marz (Schlagzeug).

Nach einem swingenden Auftakt mit dem Thema aus der Muppet Show erzeugte das Orchester mit den „Shackleford Banks“ von Jay Bocook bei den Zuhörern Kopfkino-Bilder aus den Weiten der amerikanischen Prärie. Nicht minder gekonnt inszenierten die Musiker höchst unterschiedliche Klangwelten – wie etwa im „Soul Bossa Nova“ von Quincy Jones oder mit dem Konzertmarsch in „Viterbo“, einer Komposition von Jacob de Haan mit italienisch-spanischer Arena-Atmosphäre. Imposante, wuchtige Basslinien breitete das Orchester in „What 'd I say“ von Ray Charles aus. Weitere Höhepunkte waren das Glenn-Miller-Stück „In The Mood“, „Pasadena“, ein weiteres Werk von Jacob de Haan, und drei bekannte Melodien aus dem Dschungelbuch.

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