Fertiger Film über Busreise

Filmpräsentation beim Jahrestreffen der Schlobitter und Prökelwitzer

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Friedrich Graf zu Dohna (von links) und Arnold Korth trafen in Bücken Vorbereitungen für das aktuelle und auch künftige Treffen der Schlobitter und Prökelwitzer. Als Gast mit von der Partie war diesmal Pastor i.R. Peter Voigt aus Posthausen. 

Bücken - Von Horst Friedrichs. Einen fertigen Film präsentierte Friedrich Graf zu Dohna am gestrigen Sonntag beim Jahrestreffen der Schlobitter und Prökelwitzer. Vor genau einem Jahr hatte der Graf den ersten Teil vorgeführt (wir berichteten), und gestern konnte er nun das Gesamtwerk vorweisen.

Aus seinem Wohnort Tankstedt bei Norderstedt in Schleswig-Holstein angereist, war Friedrich Graf zu Dohna bereits am Sonnabend bei seinem Sachwalter Arnold Korth in Bücken eingetroffen, im Gepäck den zweiten Filmteil, den er im Lauf des zurückliegenden Jahres fertiggestellt hatte. 

In den bewegten – und bewegenden – Leinwandbildern wird eine Busreise geschildert, die 50 Schlobitter und Prökelwitzer vor 13 Jahren gemeinsam mit Verwandten und guten Bekannten in ihre einstige ostpreußische Heimat unternahmen. Gezeigt wurde der Film im Landhaus Hünecke, Nordholz. 

Wie in jedem Jahr fand das Treffen dort statt – unter der Leitung des Grafen und organisiert von Arnold Korth. Bückens Bürgermeister Wilhelm Schröder richtete ein Grußwort an die Teilnehmer, die sich aus verschiedenen Teilen Deutschlands auf den Weg nach Bücken und Nordholz gemacht hatten.

Seit 17 Jahren finden die Ostpreußen-Treffen statt

Zum vertrauten Programm des Treffens gehört der Abendmahlsgottesdienst, mit dem auch gestern der Sonntag in der Bücker Stiftskirche eingeleitet wurde. Den Gottesdienst leitete Pastor Lothar Dreyer, und die neue Pastorin des Kirchspiels Bücken, Ann Kristin Mundt, nahm ebenfalls daran teil. 

Im Landhaus Hünecke wurde die Erinnerung an Arnold Korths verstorbene Ehefrau Lisa wach, die stets für das Arrangement des gemeinsamen Mittagessens gesorgt und mit den Landhaus-Betreibern zusammengearbeitet hatte. 17 Jahre sind es mittlerweile, in denen Arnold Korth die Treffen der Schlobitter und Prökelwitzer organisiert hat.

In dem komplett fertiggestellten Film, den Friedrich Graf zu Dohna, am gestrigen Sonntag in Nordholz zeigte, kehren die Ostpreußen-Besucher vor 13 Jahren noch einmal in ihre alte Heimat zurück. An den Schauplätzen des dramatischen Geschehens während der Zeit vor Ende des zweiten Weltkriegs, führen sie sich im Film die Ausgangslage und den Aufbruch des Trecks vor Augen. 

Das Ziel der Flucht war das Rittergut von Behr

500 Menschen und 200 Pferde waren es, die sich unter der Führung des ostpreußischen Adligen Alexander Fürst zu Dohna, Vater des heute 85-jährigen Friedrich Graf zu Dohna, auf die gefährliche und beschwerliche Flucht nach Westen machten – bis zum Ziel in Hoya, dem Rittergut von Behr.

Erst 2001, nach dem Tod des Fürsten, wurden mithilfe von Arnold Korth die regelmäßigen Treffen der Schlobitter und Prökelwitzer ins Leben gerufen. „Vorher hatten sich nur meine Eltern und Verwandten getroffen“, erinnert sich „Graf Fritz“, wie er von seinen ostpreußischen Landsleuten genannt wird. Er selbst hatte an dem Treck nicht teilgenommen, denn sein Vater brachte ihn – als Elfjährigen – schon 1944 in Sicherheit, zu Verwandten an der Görlitzer Neiße.

Über eine bedeutende Neuigkeit berichtete der Graf den Versammlungsteilnehmern im Landhaus Hünecke: Teile des Inventars vom Gut Schlobitten werden derzeit aus dem Museum Schloss Schönhausen in Berlin nach Schloss Doberlug in Brandenburg gebracht, wo sie in einer neuen Ausstellung als Beispiel für preußische Adelskultur gezeigt werden sollen. 

Rekonstruktionen des Schlosses sind im Video zu sehen

„Schloss Doberlug liegt etwa auf halber Strecke zwischen Berlin und Dresden“, sagt Friedrich Graf zu Dohna. „Viele Erinnerungsstücke aus Schlobitten treffen nach und nach dort ein.“ Zwei rekonstruierte Räume, so berichtet der Graf weiter, seien auf Youtube zu sehen.

Einen Gast aus der Nachbarschaft begrüßte Friedrich Graf zu Dohna schon am Sonnabend in Arnold Korths Wohnung: Peter Voigt, Pastor im Ruhestand aus Posthausen hatte im „Achimer Kreisblatt“ vom Treffen der Schlobitter und Prökelwitzer gelesen. 

Nach einem Anruf bei Arnold Korth machte sich Voigt auf den Weg nach Bücken. In seinem Heimatort hatte er nach Kriegsende die Ankunft vieler Flüchtlinge erlebt. Ihre Schicksale haben ihn seither immer wieder beschäftigt, und so war es ihm wichtig, sich über die Geschichte des Treffens in Bücken und Nordholz zu informieren.

Das nächste Treffen der Schlobitter und Prökelwitzer findet am Sonntag, dem 7. Juli 2019, an den vertrauten Orten wiederum in Bücken Nordholz statt. Dazu laden Friedrich Graf zu Dohna und Arnold Korth schon jetzt ein.

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