Betonklotz wird zur Garage

Künstler Pablo Hirndorf malt Unimog auf Trafohäuschen in Warpe

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Ein Unimog ziert jetzt das Transformatorenhäuschen an der Straße Hohe Lüchte, dort, wo die Gemeinden Warpe und Wietzen aneinander grenzen. Gemalt hat das Bild der Warper Künstler Pablo Hirndorf (Mitte). Eigentümer des echten Unimogs, der als Modell diente, ist Wilfried Spelzhaus (links), dem zugleich das Grundstück gehört, auf dem das Häuschen steht. Als Vertreter der Avacon aus Nienburg, der Eigentümerin des Trafohäuschens, war bei der Einweihung Johannes Schlemermeyer dabei. 

Warpe - Von Horst Friedrichs. Grün die Landschaft, grün der Unimog – am Straßenrand und gleichzeitig am Rand des Warper Ortsteils Windhorst steht er nun, der in Farbenpracht gemalte Geländegänger, der schon Deutschlands erfolgreichster Offroader war, als der Begriff hierzulande noch gar nicht geläufig war. Warpes Künstler Pablo Hirndorf hat den Unimog von Wilfried Spelzhaus nicht einfach nur auf das Trafohäuschen an der Straße Hohe Lüchte gemalt – nein, er hat das Vielzweckfahrzeug buchstäblich hingezaubert. Denn aus einem bestimmten Betrachterwinkel, den jeder Vorbeikommende zwangsläufig passiert, entsteht der Eindruck, der Unimog stünde dort in echt und in „Lebensgröße“, in seiner aus Holz in die Landschaft gebauten Garage.

Dass die Kunstgriffe eines Malers einem Bild mehr Leben einzuhauchen vermögen, als es ein Foto kann, zeigt der Unimog auf dem Trafohäuschen. Pablo Hirndorf verwandelte es in eine Fahrzeug-Behausung aus Balken und Brettern, einem zeitgemäßen Carport ähnlich.

Wilfried Spelzhaus war auf die Idee der Trafohäuschen-Bemalung gekommen, nachdem der Anblick des kahlen Betonklotzes in der Nähe seiner Haustür ihn ins Sinnieren gebracht hatte. Dann sah er in Balge im Vorbeifahren ein Trecker-Gemälde auf einem Trafohäuschen, und schon nahm die Idee klar umrissene Formen an.

„Einen Unimog auf einem Trafohäuschen gab es noch nicht“, sagte Wilfried Spelzhaus gestern Morgen. „Stimmt“, bestätigte Johannes Schlemermeyer, bei der Firma Avacon zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. „Im Kreis Nienburg und im Heidekreis hatten wir bislang schon fünf fertig gestaltete Trafoanlagen. Jetzt, mit dem Unimog, sind es sechs. Davor entstand in Bücken das Trafobild vom alten Bücker Hof.“ Wilfried Spelzhaus überzeugte die Avacon, der der Trafo gehört, von seinem Unimog-Projekt, und der Stromversorger erteilte Pablo Hirndorf letztlich den Auftrag, das Vorhaben gestalterisch umzusetzen.

„Besonders reizvoll daran war die Größe des Trafohäuschens an der Hohen Lüchte“, sagte Pablo Hirndorf gestern an Ort und Stelle. „Dadurch ergaben sich interessante gestalterische Möglichkeiten, nicht zuletzt durch die Umsetzung der Originalmaße des Unimogs.“ Der einstige Betonklotz hat eine Grundfläche von 6 mal 2,30 Meter. Johannes Schlemermeyer erklärte, warum: Diese Trafoanlage diene ausschließlich dem aus drei Windrädern bestehenden Windpark in der Nähe der alten Molkerei an der Bundesstraße 6 zwischen Wietzen und Neulohe (Marklohe). „Man hätte auch drei kleinere Trafos bauen können, jeweils einen für ein Windrad. Doch es wurden die Einspeisungen aller drei Windräder in einem Trafo zusammengefasst. Dadurch entstand die außergewöhnliche Größe des Häuschens“, sagte Schlemermeyer.

Eine Woche, von Ende Mai bis Anfang Juni, hat Pablo Hirndorf für die Umsetzung des Projekts mit Pinseln und Palette in Acrylfarben und mit einer wetterfesten Lasur gebraucht.

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