Besondere Filme mit besonderen Menschen

Die Weserschule und der Filmhof Hoya präsentieren die Doku „Weserlust Hotel“

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Zur Vorstellung der Dokumentation „Weserlust Hotel“ im Filmhof Hoya kamen Regisseur Eike Besuden (links) und Hauptdarsteller Kevin Alamsyha alias „Ricky“(Zweiter von rechts). Neben den Kinobesuchern freuten sich auch die Inhaberin des Filmhofs, Beate Möller-Dumschat (rechts) und die Leiterin der Weser-Schule Hoya, Catrin Clasen (Zweite von links), über ihren Besuch. 

Hoya - Von Christel Niemann. Zu einer Filmmatinee hatte die Hoyaer Weserschule, eine Einrichtung der Lebenshilfe Syke, am Sonntagvormittag in den Filmhof Hoya eingeladen. Im Fokus stand die Dokumentation „Weserlust Hotel“, die die Entstehung des Spielfilms „All inclusive“ des Regisseurs und früheren Moderators des Regionalmagazins „Buten un Binnen“ Eike Besuden und sein Team zeigt.

Besondere Filme mit besonderen Menschen auf den Weg zu bringen, dafür hat der Bremer Filmemacher Besuden ein ganz besonderes Händchen. Filme wie „Verrückt nach Paris“ oder „All inclusive“ sind geradezu Paradebeispiele inklusiven Filmschaffens. Der Film „All inclusive“ erzählt die Geschichte von einem behinderten jungen Mann, Ricky (gespielt von Kevin Alamsyha), der nach dem Tod seiner Mutter (gespielt von Doris Kunstmann) deren Hotel erbt und es mit inklusivem Personal weiterführt. Da ist zu einem sein Freund Albert (gespielt von Ronnie von Salewki), der zwar oft ein wenig durcheinander wirkt, aber sehr gut mit Zahlen umgehen kann. Außerdem gibt es noch die beiden Köchinnen (Melanie Socher und Hannelore Sporleder), die schon recht schräge Vorstellungen davon haben, was auf eine Pizza gehört oder was die Brandschutzvorkehrungen in einer Hotelküche betreffen.

„Weserlust Hotel“ zeigt, wie diese vier besonderen Menschen gemeinsam mit Menschen ohne Besonderheiten wie die Schauspieler Doris Kunstmann, Ulrike Knospe, die die Geschäftsführerin des Hotels verkörpert, oder Dominique Horwitz, der einen Hotelgast mit Selbstmordambitionen darstellt, einen wunderbaren sensiblen Film machen. Der Streifen veranschaulicht zudem wie sich die Szenen entwickeln und sich zu einem Puzzle zusammenfügen, wie Menschen einander durch die tägliche Zusammenarbeit näher kommen, wie sie Freude teilen, Krisen bewältigen und auch das ein oder andere Vorurteil ablegen. Und so ist „Weserlust Hotel“ mitnichten eine trockene Dokumentation, sondern vielmehr eine liebevolle Rückschau auf einen Filmdreh von Seltenheitswert, gespickt mit Sequenzen aus „All inclusive“, traurigen wie humorvollen Momenten, philosophischen Betrachtungen und nachdenklich machenden Bildern und Statements. Wenn etwa die Schauspieler und andere Beteiligte ihre Erfahrungen im Rahmen der filmischen Vorbereitungen oder der Dreharbeiten schildern und dabei „Köchin“ Hannelore Sporleder feststellt, dass in ihrer Familie ohnehin „alle irgendwie einen kleinen Stich haben“. Außerdem geht die Dokumentation offen mit Behinderungen um, ohne dem Thema Bedeutung zuzusprechen. Sie stellt vielmehr Können, Energie und Stärken der besonderen Hauptfiguren heraus, die im Film ebenso humorvoll wie spannend und respektvoll in Szene gesetzt werden. Die Dokumentation spiegelt aber auch das stete Anliegen von Besuden, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen den ursprünglich als Serie geplanten Film ins Fernsehen bringt. „Die Öffentlich-rechtlichen haben schließlich einen Informationsauftrag und dürfen nicht immer nur auf Quoten blicken“, sagte er am Rande der Matinee.

Nach Ende der 80-minütigen Doku nahmen sich Besuden und Kevin Alamsyha noch ausreichend Zeit, um aus dem Nähkästchen zu plaudern und die Fragen der Zuschauer zu beantworten.

Nächste Gelegenheit:

Der Filmhof Hoya präsentiert am Mittwoch, 10. April, um 19 Uhr nochmals den Spielfilm „All inclusive“. Ticketreservierungen sind möglich unter Telefon 04251/2336.

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