Beratung bei Problemen in der Familie

Angebot im Familienzentrum Hoya soll Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichen

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Die „systemische Familienberaterin“ Heike Teichmann am Familienbrett. Das ist kein Spiel, sondern die (variable) Darstellung aller an einem Problem Beteiligten sowie ihrer Positionen zueinander.

Hoya - Die Leiterin des evangelischen Familienzentrums Grafschaft Hoya, Heike Teichmann, ist seit Kurzem als „systemische Familienberaterin“ ausgebildet.

Sie bietet künftig einmal im Monat eine Beratung an, in der sie bei Problemen innerhalb einer Familie auf das ganze „System“ blickt, also auf alle Zusammenhänge, die ein Problem bedingen oder zumindest beeinflussen können. „Das Ganze hat keinen psychologischen Hintergrund, ich bin keine Psychiaterin“, betont Heike Teichmann. „Eine systemische Familienberatung soll durch konkrete Fragestellungen den Ratsuchenden ermöglichen, Probleme selbst zu lösen. Die Berater machen ihnen bewusst, wo das Problem liegt“, erklärt sie.

Heike Teichmann nutzt unterschiedliche Hilfsmittel, hier einige Beispiele.

Das Genogramm: Darin werden alle familiären Verbindungen aufgezeigt. Gleichzeitig wird geschaut, welche Bindungen, Zusammenhänge und Muster in der Familie erkennbar sind. Mit Symbolen (für Distanz, enge Verbindung, Scheidung und gutes Verhältnis zum Beispiel) wird veranschaulicht, wie die einzelnen Familienmitglieder zueinander stehen.

Das Familienbrett: Auf einem Brett werden mit Spielfiguren alle für die Ratsuchenden wichtigen Personen aufgestellt. Das können von außerhalb der Familie zum Beispiel auch Freunde oder Lehrer der Kinder sein. Durch die Positionen auf dem Brett zeigen sich die Verbindungen untereinander. Durch ein Verschieben der Figuren lassen sich Was-wäre-wenn-Situationen veranschaulichen.

Reframing/Umdeutung: Dabei setzt die Familienberaterin ein Verhalten in einen anderen Rahmen, formuliert das Positive daran. Zum Beispiel kann Unzufriedenheit auch so gedeutet werden, dass der Betreffende sich nicht mit der erstbesten Lösung zufriedengibt. Unentschiedenheit kann ein Zeichen für sorgfältige Abwägung sein.

Fragen nach Ausnahmen: Die Beraterin fragt, wann ein bestimmtes Problem auftritt und wann nicht – und welche Personen dann jeweils beteiligt oder nicht beteiligt sind.

„Ratsuchende können einzeln oder zu zweit kommen“, sagt Heike Teichmann. „Es geht allgemein um Probleme, die in Familien auftreten können.“ Manchmal spielen Kinder dabei eine Rolle – zum Beispiel, wenn ein Elternteil deren Schulleistungen für ausbaufähig und das andere für ausreichend befindet. Manchmal zeigt sich in der Beratung, dass die Eltern selbst ganz unterschiedlich gute Schüler waren und deshalb auch unterschiedliche Anforderungen an ihre Kinder stellen, hat Teichmann erfahren. Und in ihrer bisherigen Tätigkeit im Familienzentrum hat sie auch erlebt, dass es manchmal nur vorrangig um einen Erziehungsstreit geht, in Wahrheit aber ein Beziehungsstreit dahinter steckt. J mwe

Die „systemische Familienberatung“ bietet Heike Teichmann künftig einmal im Monat an, jeweils zwischen 8.30 und 10 Uhr im Familienzentrum in Hoya, Rudolf-Harbig-Straße 4a. Sie dauert 45 bis 60 Minuten. Die nächsten Termine sind morgen, 14. November, Dienstag, 12. Dezember, und Dienstag, 9. Januar. Anmeldungen direkt im Familienzentrum oder unter Telefon 04251/6707710.

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