Benefizkonzert „Absence & Friends“ wird seinem Ruf abermals gerecht

Was für eine Bühnenpräsenz!

+
Die „Absence of Malice“-Musiker rockten Hoya: (von links) Jens Grünhagen (Gitarre), Nico Herb (Drums), Marco Bröckel (Gesang, Bass) und Arne Röhrs (Keyboard).

Hoya - Von Horst Friedrichs. Der Name war auf keinen Fall Programm. Denn „Absence“ glänzte durch Anwesenheit – und wie! Eine Bühnenpräsenz von sonorer Zuverlässigkeit boten die Lokalmatadore „Absence of Malice“ („absence“ bedeutet übersetzt Abwesenheit, „malice“ Bosheit) am Samstagabend zum Auftakt des Benefizkonzerts im Kulturzentrum Martinskirche. Das Motto der Gruppe: „Rock aus Hoya“. Mit der zum Genre passenden Technik perfekt ausgestattet, bot das altehrwürdige Haus den Rockfans aus der näheren und weiteren Umgebung Wohlfühlatmosphäre pur.

Sound und Ambiente machten „Absence & Friends 2015“ als zweite Veranstaltung dieser Art zu einem Konzertereignis, das seinem Renommee gerecht wurde.

Aus dem Regen strömten die Gäste unablässig in die Martinskirche, die sich zusehends füllte. Für einige der Gastmusiker war es eine Premiere, denn in einer – wenn auch umfunktionierten – Kirche waren sie noch nie aufgetreten. Nach dem insgesamt vierstündigen Rockprogramm gab es wohl niemanden, der von dem Konzerterlebnis zwischen den mächtigen Mauern nicht beeindruckt gewesen wäre. Wie schon so oft, erwiesen sich diese Mauern als sturmfest mitten in Niedersachsen, denn während drinnen die Rockbands ihr Publikum immer mehr begeisterten, steigerte sich draußen die Windstärke von Stunde zu Stunde.

Allein im Vorverkauf waren 80 Karten für das Konzert unter der Regie des gemeinnützigen Vereins „Hafensänger & Puffmusiker“ abgesetzt worden. Diejenigen, die am Samstag ein vorab erworbenes Ticket vorzeigen konnten, erhielten die neue CD von „Absence of Malice“ als Geschenk gleich auf die Hand. „Mesmerized“, der Titelsong der brandneuen Produktion, stand ebenso auf dem Konzertprogramm wie „Your Name“, ein einfühlsames Stück, das die Band einem verstorbenen Freund widmete.

Nummer zwei auf der Bühne war „Three Wishes“, eine fünfköpfige Band aus Hamburg, die sich 1996 gegründet und ihren speziellen Sound, den Elbcoast Rock, entwickelt hat. Die markigen Kostproben ihres den 80er-Jahren angelehnten Stils wurden in Hoya begeistert aufgenommen. Als Support-Act war Three Wishes bereits mit verschiedenen Rockgrößen auf Deutschland-Tourneen und zudem auf eigenen Touren in Italien und Griechenland.

Im Kulturzentrum folgte das Rock-Duo „DoubleMe“, das seine Wurzeln sowohl in Hamburg als auch in Los Angeles hat. Für ihren melodischen und groovigen Alternative Rock wurden die beiden Musiker stürmisch gefeiert.

Als Headliner präsentierten die Veranstalter schließlich „Deville“ aus Malmö. 2004 gegründet, hat das Quartett neben seiner schwedischen Heimat bereits zahlreiche europäische Länder und die Vereinigten Staaten bereist. Die Vier bezeichnen ihren Stil, eine Mischung aus Rock, Metal und Stoner, als Heavy Rock. Erst im vergangenen Monat haben sie ein neues Album veröffentlicht. Titel: „Make it belong Rancherstochter us“.

Alle Mitwirkenden spielten am Sonnabend in der Martinskirche ohne Gage. Gemeinsam mit dem Verein „Hafensänger & Puffmusiker“ wollen die Beteiligten aus dem Erlös des Benefizkonzerts ein Projekt finanzieren, das vom Hoyaer Jugendzentrum „Connexxxx“ und von Mitgliedern des Hoyaer Arbeitskreises „Brot und Salz“ auf die Beine gestellt wird. Im Mai kommenden Jahres soll dieses Vorhaben verwirklicht werden. Es handelt sich um eine Ferien-Freizeit für etwa 20 Kinder aus der Samtgemeinde Grafschaft Hoya, und zwar sowohl aus Flüchtlingsfamilien als auch aus einheimischen Familien mit geringem Einkommen.

Musik und Rhythmus sollen über alle Sprachbarrieren der Kinder hinweg eine Kommunikation ermöglichen. Ein Percussion-Workshop ist deshalb als Schwerpunkt der Ferien-Freizeit geplant, die die Familien der Kinder allein kaum finanzieren könnten. Daneben liegt der Fokus darauf, Flüchtlingskindern Kontakte zu gleichaltrigen Einheimischen zu verschaffen und ihnen dadurch die Integration zu erleichtern.

Eine einmalige Gelegenheit muss der Percussion-Workshop nicht bleiben. Für den Fall, dass die Kinder daran in der Ferien-Freizeit Gefallen finden, wurde bereits die Gründung einer Musik-AG als nachhaltiges Projekt ins Auge gefasst.

Mehr zum Thema:

Niederlande verlieren erneut - Schweden dreht Spiel: 3:2

Niederlande verlieren erneut - Schweden dreht Spiel: 3:2

Kunstdiebstahl im Bode-Museum: Keine Spur von 100-Kilo-Münze

Kunstdiebstahl im Bode-Museum: Keine Spur von 100-Kilo-Münze

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Küken liefern „PiepSchau“ in der Grundschule Asendorf

Küken liefern „PiepSchau“ in der Grundschule Asendorf

Meistgelesene Artikel

Bergung des Unfallzugs in Landesbergen hat begonnen

Bergung des Unfallzugs in Landesbergen hat begonnen

Drei Monate nach Unfall soll Bahnwrack abtransportiert werden

Drei Monate nach Unfall soll Bahnwrack abtransportiert werden

Keine Leiche auf dem Grund der Weser

Keine Leiche auf dem Grund der Weser

Grundschule Hoya als sportfreundlich ausgezeichnet

Grundschule Hoya als sportfreundlich ausgezeichnet

Kommentare