Behörden versuchen Unfall-Kreuzung in Hoya zu entschärfen / Kreis „blitzt“

Kreisel für mehr Sicherheit?

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Am 21. April starb ein Motorradfahrer nach einem Unfall an der Kreuzung nahe der „Classic“-Tankstelle.

Von Michael Wendt. An keiner Stelle in der Region Hoya passieren mehr Verkehrsunfälle als an der Kreuzung nahe der „Classic“-Tankstelle am Ortsausgang Richtung Martfeld und Verden. Nicht zuletzt aufgrund des Tods eines Motorradfahrers vor wenigen Wochen überlegen Polizei, Landkreis und Gemeinde, wie diese Gefahrenstelle zu entschärfen ist. Eine Möglichkeit wäre ein Kreisel.

„Für uns ist in den letzten Jahren diese Kreuzung ein Unfallschwerpunkt gewesen, noch vor den Kurven in Schierholz“, sagt Martin Lange, Leiter der Polizeidienststelle Hoya auf Nachfrage. „Ein Kreisel würde mit Sicherheit helfen und wäre wahrscheinlich das Optimale.“

Für einen Kreisel werden in der Tankstelle mittlerweile Unterschriften gesammelt, und auch zwei Leserinnen haben sich in einem Brief an diese Zeitung für einen Kreisel ausgesprochen.

Laut Ingo Hartmann, Leiter des Fachdienstes Straßenverkehr beim Landkreis, handelt es sich um eine eher „untypische Kreuzung“: „Von allen Richtungen aus fahren Autos in alle Richtungen.“ Bei den meisten Kreuzungen sei die Verteilung nicht so ausgeglichen. Letztlich spricht gerade diese Verkehrssituation für einen Kreisel, er würde Fahrer aus allen Richtungen gleichstellen.

Hartmann: „In der Verkehrsunfallkommission haben wir kurz vor dem tödlichen Unfall die Kreuzung betrachtet, jetzt gab es nochmal einen Ortstermin mit Verkehrsbehörde, Polizei und Gemeinde.“ Bei der nächsten Sitzung werde die Kommission die Thematik „verschriftlichen“, sagte Hartmann. „Da geht es aber nicht zwingend um einen Kreisverkehr.“ Alternativen sind unter anderem Ampel oder eine andere Beschilderung mit zusätzlichen Warnhinweisen.

Die Gemeinde Hilgermissen will einen möglichen Umbau der Kreuzung in die Dorfentwicklung aufnehmen. „Wir wollen das als Projekt in den Dorferneuerungsplan bekommen, um Förderungen zu bekommen“, sagt Gemeindedirektor Detlef Meyer. Die Gemeinde hat den Bereich schon länger im Blick, weil die Situation dort für Fußgänger wegen fehlender Gehwege unkomfortabel ist.

„In der Unfallkommissionssitzung wurden bereits einige Maßnahmen zur Verbesserung der Sicht, der Vermeidung von Ablenkungen und zur Ermittlung des Geschwindigkeitsprofils beschlossen“, teilt Werner Müller von der Polizei in Nienburg mit.

Der Landkreis suche bereits nach geeigneten Messstellen und werde relativ kurzfristig im Kreuzungsbereich „blitzen“, konkretisiert Ingo Hartmann.

Um diese Kreuzung geht es:

An dem Unfallschwerpunkt kreuzen sich die Landesstraße 331 (Hoya-Martfeld, geht in die Deichstraße über) und die Landesstraße 201 (Hoya-Verden – Vorfahrtsstraße). Die Kreuzung liegt innerhalb der geschlossenen Ortschaft, die spärliche Bebauung vermittelt allerdings einen anderen Eindruck. Formal gehört das Gebiet zur Gemeinde Hilgermissen.

Von 2012 bis 2014 kam es laut Polizei zu fünf Unfällen mit Personenschaden. Die Statistik verzeichnet weitere Unfälle ohne Personenschaden, und Anwohner berichten, dass Unfälle vielfach ohne Anwesenheit der Polizei geregelt werden.

Zur Kommission und den Zuständigkeiten:

In der Verkehrsunfallkommission beraten sich Vertreter von Kreis, Straßenbaubehörde und Polizei. Für den Bau von Landesstraßen ist das Land zuständig, hier vertreten durch das Straßenbauamt in Nienburg. Der Landkreis wiederum ist als Untere Verkehrsbehörde für die Beschilderung und die Fahrbahnmarkierung zuständig. Sie empfiehlt dem Land bauliche Veränderungen, wenn diese in der Verkehrsunfallkommission für nötig gehalten werden.

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