„Bart Wirtz Quartett“ spielt in Kleinkunstdiele experimentellen Jazz – als Quintett

Crossover unter Fachwerk

+
Von Bop bis Rock spannten Altsaxofonist Bart Wirtz und seine Band ihren Crossover-Bogen in der Bücker Kleinkunstdiele: (von links) Niek de Bruijn, Bart Wirtz, Kasper Kalf und Emiel van Rijthoven. Nicht auf dem Bild: Perkussionist BinkBeats.

Von Horst Friedrichs. Der alte Marktflecken ist ein klangvoller Ort geworden. Musik bestimmt das kulturelle Geschehen in Bücken, und einen bedeutenden Beitrag dazu leistet die Kleinkunstdiele mit ihren regelmäßigen Konzert-Abenden. Nun erklang die Stimme eines Altsaxofons und lockte die Freunde des Modern Jazz in Scharen an. In der unvergleichlichen Atmosphäre des Kulturmittelpunkt gewordenen Bauernhauses spielten Hollands Hardbop-Hoffnung Bart Wirtz und seine Begleitmusiker Zusammenklänge aus der weiten Welt des experimentellen Jazz.

Zunächst hatte sich das angekündigte „Bart Wirtz Quartett“ zum Quintett aufgeschwungen. Das umfangreiche Instrumentarium des zusätzlichen Perkussionisten beeindruckte bereits, bevor sich die Fünf-Mann-Band auf der Bühne versammelte. Und so kamen die zunehmend zahlenstark eintreffenden Zuhörer aus Bücken und Umgebung in den Genuss einer hochklassigen Rhythmusgruppe, die dem umjubelten Altsaxofonisten Bart Wirtz eine formidable Unterfütterung seiner improvisatorischen Höhenflüge als Lead-Musiker lieferte.

Neben ihm und vor allem gemeinsam mit ihm glänzten Emiel van Rijthoven (Keys & synths), Kasper Kalf (Bass), Niek de Bruijn (Drums & sounds) und BinkBeats (Percussion).

Kleinkunstdielen-Inhaber Peter Klein machte das Publikum in seiner Begrüßung auf das Einzigartige des Konzerts aufmerksam: Es handele sich um einen Einzelauftritt, für den das Quintett eigens aus seinem Heimatort Utrecht nach Bücken angereist war.

Die fünf Ausnahmemusiker entfachten einen Feuerzauber aus heißen Melodielinien und Rhythmen, der in der niedersächsischen Fachwerk-Behaglichkeit auf Anhieb ein angemessenes Zuhause fand, als wollte er sich für immer ins Gebälk eingravieren. Zumindest aber setzte das Quintett einen weiteren Glanzpunkt in der Folge der vielen musikalischen Höhenflüge, die das alte Haus schon durchdrungen haben.

So erlebten die Jazzfreunde aus Bücken und Umgebung eindringlich, welchen überragenden Hintergrund der Mann am Altsaxofon mitbrachte. „Interview“ heißt sein neuestes Album, das er gemeinsam mit dem Weltklasse-Trompeter Sean Jones aufgenommen hat, der nicht zuletzt durch gemeinsame Auftritte mit Wynton Marsalis bekannt geworden ist. „Interview“-Klänge kamen denn auch in Bücken zur Geltung, ebenso wie Titel aus früheren Alben wie „iDreamer“.

Preise und Auszeichnungen waren Meilensteine in der Karriere des Altsaxofonisten mit dem eigenen und eigenwilligen Stil. So gewann Bart Wirtz nach dem Erasmus Jazz Prize, dem Leiden Jazz Award und dem Breda Jazz Prize auch den Edison Award, welcher in den Niederlanden dem „Grammy“ entspricht.

Im Vorgriff auf ein neues Album, das im September erscheinen soll, klang auch in Bücken bereits jener neue Sound an, der aus einem Crossover aus Jazz, Hip-Hop, Roots und Rock besteht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Rettungskräfte kämpfen mit Regenmassen

Rettungskräfte kämpfen mit Regenmassen

Für diese unglaublichen Dinge können Sie Cola verwenden

Für diese unglaublichen Dinge können Sie Cola verwenden

Das sind die verrücktesten Leichenwagen der Welt

Das sind die verrücktesten Leichenwagen der Welt

50 Jahre AMG: Vollgas von Anfang an

50 Jahre AMG: Vollgas von Anfang an

Meistgelesene Artikel

Löschen mit den Waldbrandexperten

Löschen mit den Waldbrandexperten

Gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr

Gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr

Gosse fertig, Leitungen im Bau, Asphalt kommt

Gosse fertig, Leitungen im Bau, Asphalt kommt

Kommentare