Das Bläserquintett „emBRASSment“ und Organist Tillman Benfer brillieren in der Bücker Stiftskirche

Von Barockmusik bis Musica

Die „emBRASSment“ aus Leipzig beschert den Konzertbesuchern einen nachhaltigen Musikgenuss. Foto: Uwe Campe

Bücken – „Lassen sie sich an diesem geschichtsträchtigen 9. November von der Musik der Gruppe ,emBRASSment’ und des Verdener Kirchenmusikdirektors Tillman Benfer umarmen“, forderte Karin Sporleder, die einmal mehr gemeinsam mit Michaela Lange für die Organisation eines Konzerts in der Bücker Stiftskirche verantwortlich zeichnete, am Samstagabend die etwa 80 Besucher in ihrer Begrüßungsansprache auf. Der Name „emBRASSment“ des inzwischen jährlich etwa 50 Auftritte absolvierenden Leipziger Ensembles ist durchaus doppeldeutig, steht er doch im Französischen für Umarmung, enthält mit „Brass“ aber auch die englische Bezeichnung für Bläsermusik auf Messinginstrumenten.

Noch von der Empore ließen die Musiker die ersten beiden Stücke erschallen, beginnend mit „Awake the Trumpet’s lofty Sound“ (Erwecke den hohen Klang der Trompete) aus dem Samson-Oratorium des Barockkomponisten Georg Friedrich Händel (1685-1759) und gefolgt von der „Cantate Domino“ des Hamburger Organisten und Komponisten Hieronymus Praetorius (1580-1629). Ein ums andere Mal zogen in den folgenden Minuten die auf wundersame Weise verschmelzenden Töne von Orgel, Trompete, Tuba, Posaune und Horn als dicht gewobene Klangteppiche durch die ehrwürdige Stiftskirche und bescherten den Zuhörern einen nachhaltigen Musikgenuss.

Im Anschluss wechselten die Bläser in den Altarraum, wo sie dem Publikum unter dem Titel „Et in terra pax“ (Frieden auf Erden) Themen aus der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach (1685-1750) präsentierten, die der aus Dannenberg stammende, inzwischen aber in Dresden lebende Matthias Drude bearbeitet hat – eine Uraufführung, wie Tubaspieler Nikolai Kähler ergänzend verriet. Er war es auch, der durch das weitere Programm führte, das mit Bachs „Praeludium und Fuge D-Dur“ auf der Orgel fortsetzte, wobei Tillman Benfer die Bücker Hillebrand-Orgel meisterhaft bespielte. Mit den beiden von Kähler ausführlich erläuterten, alttestamentarische Geschehnisse beinhaltenden Arien „Ist nicht des Herrn Wort“ und „Es ist genug“ aus dem Elias-Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) ging es dann in die Pause.

Wieder von der Empore eröffneten die Musiker die zweite Konzerthälfte mit der „Offertoire f-Moll“ des französischen Komponisten César Franck (1822-1890). Erneut traten Bläser und Organist auf eindrucksvolle Weise in Dialog und ernteten viel Beifall. Zurück im Chor, leiteten die Leipziger mit den „Schottischen Glockenblumen“ des amerikanischen Posaunisten Arthur Willard Pryor (1870-1942) zu eher heiteren Weisen über. Zwischenzeitlich nutzte Kähler die Gelegenheit, seine in dunklen Anzügen, giftgrünen Hemden und violetten Krawatten auftretenden Kollegen und ihre Zuständigkeiten innerhalb des Ensembles vorzustellen. Neben „Arbeitsminister“ Christian Scholz (Trompete), „Familienminister“ Lukas Stolz (Trompete), „Kultusminister“ Andreas Grün (Horn) und „Superminister“ Lars Proxa (Posaune) nimmt er selbst in der seit dem Jahr 2000 gemeinsam auf der Bühne stehenden Formation die Funktion des „Pressesprechers“ ein. Allen fünf Musikern ist zu eigen, umfassende Ausbildungen an namhaften Musikhochschulen durchlaufen zu haben und inzwischen auch in anderen musikalischen Gruppierungen bis hin zu Orchestern engagiert zu sein.

Den krönenden Abschluss dieses an musikalischen Höchstleistungen reichen Konzerts bildeten drei bekannte Ausschnitte aus dem Musical West Side Story von Leonhard Bernstein (1918-1990), zunächst „Maria“, dann „Tonight“ und schließlich das die Vorzüge der neuen Heimat besingende „America“, auf die noch einmal lang anhaltender Beifall einsetzte.  uc

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