Auch wegen Überfalls in Wechold angeklagt

Bankräuber-Trio vor Gericht

Bielefeld/Wechold - Von Ulrich Pfaff. Drei Angeklagte müssen sich seit Mittwoch vor dem Landgericht Bielefeld wegen mehrerer Bankraube verantworten. Zwei von ihnen waren am 9. Juni dieses Jahres in Martfeld geschnappt worden, nachdem sie laut Anklageschrift in die Volksbank in Wechold eingedrungen waren.

Es handelt sich um einen 49-Jährigen aus Petershagen und einen 56-Jährigen aus Bünde (zwischen Petershagen und Bielefeld). Sie waren nachts in die Volksbank Wechold eingedrungen, um am Morgen die Bankangestellten abzupassen und zum Öffnen des Tresors zu zwingen. Nach dem Auslösen der Alarmanlage flohen die Täter, konnten kurz darauf aber vom Sondereinsatzkommando (SEK) gestellt wurden. Die länderübergreifende Sonderkommission „Burg“, die sich mit einer Serie von Bankrauben im Weserbergland beschäftigte, hatte das SEK zugreifen lassen.

Es war das Ende einer Serie von Taten, die am 14. Mai 2015 in Minden begonnen hatte. Dort waren Bankmitarbeiter am frühen Morgen von zwei Maskierten überrascht und bedroht worden, sodass sie den Tresor öffneten. Ein Angestellter wurde durch Schläge auf den Kopf verletzt, die Beute betrug 90.000 Euro.

Am 26. Februar soll der 20 Jahre alte Stiefsohn des Petershageners eine Volksbank in Rinteln ausgeraubt haben – mit vorgehaltener Pistole. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft wurde der 20-Jährige von seinem 49 Jahre alten Stiefvater bei der Tat begleitet.

Vier Wochen nach diesem Überfall sollen die beiden Angeklagten eine Volksbank-Filiale in Hohnhorst (Kreis Schaumburg) ausgeraubt sowie aus der Börse der überfallenen Bankangestellten 120 Euro erbeutet haben. Aufgrund dieser Tat wurde der 20-Jährige später geschnappt.

Dies hielt seinen Stiefvater offensichtlich nicht davon ab, weitere Banken heimzusuchen. Zusammen mit einem 56 Jahre alten Freund aus Bünde stieg der Petershagener laut Anklageschrift im April nachts in eine Bank in Ottenstein (Kreis Holzminden) ein, passte am Morgen die Mitarbeiter ab, die – wiederum mit einer Pistole bedroht – den Tresor öffneten. 38 000 Euro fielen dem Duo in die Hände.

Die drei Angeklagten sind polizeilich bekannt. Der 56-Jährige wurde erst vor Kurzem vom Landgericht Paderborn wegen gewerbsmäßigem schweren Diebstahls zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt – insgesamt beläuft sich sein Register auf 16 Vorstrafen. Der 49-Jährige ist ebenfalls mehrfach vorbestraft. Der 20-Jährige befindet sich zurzeit ebenso wie der 56-Jährige in Strafhaft.

Am Mittwoch wurde zum Prozessauftakt nur die Anklageschrift verlesen. Zum nächsten Prozesstag am 21. Dezember soll ein psychiatrisches Gutachten über die Angeklagten vorliegen. Dem 56-Jährigen droht die Sicherungsverwahrung.

Rubriklistenbild: © dpa

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