Ausstellung „Fadenspannungen“ von Karin Schröder im Adelheidshof

Gestricktes auf Papier

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Karin Schröder zeigt ihre Werke im Adelheidshof.

Magelsen - Von Jana Wohlers. „Es ist ein Prozess des Suchens und des Ausprobierens. Das eigentliche Objekt entsteht erst durch einen Dialog mit der zugrundeliegenden Arbeit.“ So beschreibt die Berliner Künstlerin Karin Schröder ihre neue Ausstellungsserie „Fadenspannungen“. Die studierte Modedesignerin hat ihren Stift zum Faden werden lassen und wortwörtlich auf Papier gestrickt. Am Sonntag eröffnete die Ausstellung im Adelheidshof in Magelsen.

13 Werke hat die Künstlerin aus der Bundeshauptstadt mitgebracht, jedes individuell und mit außergewöhnlichen Techniken erschaffen. „Die Besonderheit der Werke liegt unter anderem in ihren vielen Dimensionen“, sagte Schröder.

Vor Beginn der Arbeit am eigentlichen Objekt hat sie die verschiedenen Maschenverschlingungen und Techniken mit Bleistift auf Papier gezeichnet. Schnell kam die Frage auf, was möglich und was unmöglich ist, wenn man versucht, die Zeichnungen auf Papier „nachzustricken“.

Schröder selbst ist passionierte Strickerin. Der eigentlichen Arbeit, dem Stricken, liegt ein dreidimensionaler Raum zugrunde – und so ist es auch bei ihren Werken der Ausstellung „Fadenspannungen“ – „“. Zeichnet sie mit Stift auf Papier, ist es hingegen nur zweidimensional.

„Das Wechselspiel zwischen verschiedenen Dimensionen hat mich sehr gereizt“, erklärte Schröder. Das fertige Objekt vereine, je nach Blickwinkel, eigentlich sogar beide Ebenen, da es „zugleich eine Fläche und ein dreidimensionales Gebilde“ sei.

Während der Schaffenszeit der Serie „Fadenspannungen“ ließ sich die Künstlerin am Ende von dem Ergebnis überraschen. „Das eigentliche Ergebnis entscheidet sich erst über die Beschäftigung mit der Arbeit.“ Das bedeutet, dass sich beispielsweise beim Stricken einer Schlaufe Fäden an bestimmten Punkten zusammenziehen.

Schröder arbeitete mit weiß lackierten Mitteldichten-Holzfaserplatten, um die sie die Garnfäden zuerst wickelte. „Wichtig ist, dass alle Fäden immer unter Spannung stehen“, erklärte Schröder. Mit einigen Techniken hat die Künstlerin eine Dichte in ihren Werken geschaffen, andere Fäden sind eher lose gespannt. Manchmal ist im Laufe der Arbeit eine harmonische Form entstanden, manchmal verlaufen sich die Techniken in abstrakte Kreativität.

Adelheidshof-Inhaberin Friederike Stegemann äußerte sich lobend zu der neuen Ausstellung: „Wenn man die Werke einige Zeit beobachtet, hat man wirklich das Gefühl von Veränderung, als würde sich etwas bewegen.“ Die Ausstellung ist noch bis zum 26. Oktober jeden Sonnabend und Sonntag von 14 bis 18 Uhr in den Räumen des Adelheidshofs zu sehen.

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