Ausflug in die Irrenanstalt

Theatergruppe des Ernteclubs Hülsen feiert Premiere in Hoya

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Die Mitwirkenden auf der Theaterbühne des „Lindenhofs“ (von links): Karsten Feldmann, Annika Rieck, Yvonne Helberg, Leif Albers, Andrea Schwarzbach, André Mantel, Imke Dei, Daniela Müller, Helga Mannsfeldt, Peter Mannsfeldt und Jens Bormann.

Hoya - Von Horst Friedrichs. Hans hat eine Dauerbeschäftigung. Volle drei Akte lang putzt er, rückt Stühle zurecht und misst Abstände von Möbelstücken. Ihm, dem Zwangsneurotiker, zur Seite stehen die sexsüchtige Agnes und eine ganze Reihe weiterer skurriler Charaktere.

Alle zusammen sorgen für ultrakomische Turbulenzen auf der Bühne des „Lindenhofs“ in Hoya – einen ganzen Nachmittag lang am Samstag, als die Theatergruppe des Ernteclubs Hülsen ihr zweites Gastspiel in der Grafenstadt gibt. Diesmal tun sie es mit dem Dreiakter „Neurosige Zeiten“, einer hochdeutschen Komödie, die es in sich hat.

Lachsalven rollen durch den gemütlichen Saal des „Lindenhofs“ und wollen kein Ende nehmen. Was Wunder, reiten doch die Komödianten immer neue Zwerchfellattacken auf die Zuschauer, die schließlich aus dem Lachen nicht mehr herauskommen. Die Wechselwirkung zwischen der Begeisterung des Publikums und der Spielfreude der Bühnenakteure bleibt nicht aus, und so steigern sich die Letzteren zu Höchstleistungen, zum allergrößten Vergnügen der Ersteren.

Maßgeschneiderte Rollen

Mittels der raffiniert angelegten Irrungen und Wirrungen des Stücks ziehen die Könner aus Hülsen alle Register ihrer schauspielerischen Fähigkeiten. Und die sind wahrhaftig nicht ohne. Jeder einzelne geht in seiner Rolle buchstäblich auf, und so entsteht eine urwüchsig-glaubhafte Authentizität des Bühnengeschehens, die ihresgleichen sucht.

Mit dem Stück „Neurosige Zeiten“ hat die Theatergruppe aus dem Nachbarkreis in der Tat einen Glücksgriff getan, erscheint doch jede einzelne Rolle wie maßgeschneidert für die Besetzungsliste der Hülsener.

In ihren Rollen brillierten Yvonne Helberg als sexsüchtige Hotelketten-Erbin Agnes, Jens Bormann als menschenscheuer „Mitbewohner“ Willi, Daniela Müller als die wahnhafte Marianne, Leif Albers als Zwangsneurotiker Hans, Annika Rieck als Psychiaterin, Andrea Schwarzbach (eingesprungen für Kristin Precht) als Agnes’ Mutter, André Mantel als Volksmusikstar Hardi Hammer, Imke Dei in einer Doppelrolle als Tupperware-Vertreterin und Sensationsreporterin und Peter Mannsfeldt als Beschäftigungstherapeut Waldorf-Rolf.

Slapstick und Wortwitz

Alle zusammen bevölkerten die Wohngruppenstation einer psychiatrischen Klinik, in der selbst die Therapeuten nicht normal zu sein scheinen. Das Verwirrspiel startet, als Agnes’ Mutter unverhofft zu Besuch kommt und ihre Tochter in einer standesgemäßen Villa wähnt. Agnes müht sich redlich, ihre Mitpatienten zu Erscheinungen des ganz normalen Alltagswahns umzuformen. Dass dabei so ziemlich alles schiefgeht, beansprucht die Lachmuskeln der Zuschauer bis zur Belastbarkeitsgrenze. Slapstickszenen und Wortwitz wechseln einander in rasanter Folge ab, bis das Publikum kaum noch Lachpausen einlegen kann.

Für die behaglichkeitsfördernde Einleitung des Theaternachmittags sorgte das „Lindenhof“-Team mit Kaffee und Kuchen.

Für einen reibungslosen Ablauf zeichneten sich Karsten Feldmann, der die Aufgabe des Souffleurs für die erkrankte Wiebke Gerstenberg übernommen hatte, und Helga Mannsfeldt, die für die Maske zuständig war, verantwortlich.

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