Augsburger Puppenkiste sorgt bei drei Aufführungen für eine volle Martinskirche

„Urmels große Reise“ fasziniert die Grafenstädter

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Die Augsburger Puppenkiste gastierte in der Hoyaer Martinskirche.

Hoya - Von Jana Wohlers. Eine Reise auf die „Osterinsel“, ein Besuch bei „Herr Vulkan“ oder die Begegnung mit einem scheinbar bösartigen Nashorn – die Augsburger Puppenkiste gastierte am Wochenende in der Grafenstadt und hielt für seine Besucher ein spannendes Bühnenspiel bereit. Rund 600 Besucher in drei Vorführungen lautete die positive Bilanz der vom Hilgermisser Kultursalon organisierten Veranstaltung.

Die Zuschauer folgten dem beliebten grünen Drachen im Stück „Urmels große Reise“ einmal um die halbe Welt: Eigentlich könnte auf der Insel Titiwu alles so schön sein, doch Urmels Ziehmutter und Hausschwein Wutz klagt über Bauchschmerzen. Neunmalkluge Besucher sind sich sicher: Das Hausschwein hat einfach wieder zu viel gefressen! Professor Habakuk Tibatong ist jedoch anderer Meinung. „Ein wenig Rizinus würde Wutz gut tun“, findet er. Urmel, der grüne und auf süßliche Art leicht lispelnde Drache, bietet sich sofort an, das Medikament für seine Mutter zu holen.

Dabei könnten die beiden nicht verschiedener sein: Als die pinkfarbene Wutz mit ihrer mütterlichen, leicht wehleidigen Art die Bühne betritt und beginnt mit ihrem grünen Sohn zu sprechen, sind im vorwiegend jungen Publikum erste Lacher zu hören. Der Inselbewohner und Protagonist Urmel verkörpert eine „gute Seele“: er ist lieb, immer freundlich und akzeptiert jede Figur mit ihren speziellen Verhaltensweisen. Die Kombination aus „Mutter-Schwein“ Wutz und „Drachen-Sohn“ Urmel zeigte den Zuschauern eindrucksvoll, dass sich Familie nicht durch Aussehen definieren muss.

Auf seiner Suche nach Rizinus trifft Urmel auf den Waran „Wawa“, der ihm erklärt, Rizinus kenne er nicht – und Urmel damit Hals über Kopf in ein Abenteuer stößt. „Ich habe nur von Rhinozeros gehört, und das gibt es nur in Afrika“, erklärt der Waran.

In einem kleinen Boot macht sich Urmel also auf die Reise, bei der er sich „am besten immer links“ halten soll. Urmel trifft auf einen Hasen auf der Osterinsel, der zu beschäftigt mit dem Bemalen seiner Eier ist und keine Zeit für Urmel hat. Auf der Insel von „Herr Vulkan“ Gluto wird es dem grünen Drachen ganz schön warm, denn Gluto glaubt, Urmel wolle ihm ständig widersprechen. „Kann schon mal jemand die Feuerwehr rufen?“, fragt ein gelassener Inselbewohner mit steigender Wut Glutos.

In Afrika angekommen landet Urmel in einer Steppe – und erschreckt sich prompt vor den angsteinflößenden Geräuschen eines Nashorns. Das waschechte Rhinozeros heißt Fritz-Ferdinand und wird von seinen Artgenossen ausgelacht. „Ich bin zu klein und freundlich für ein Nashorn“, verrät Ferdi schüchtern. „Ich rufe in einen hohlen Baum, damit sich meine Stimme böse anhört.“ Nachdem Urmel dem Nashorn erklärt, das lieb sein keine Schande ist, entscheidet es, ihm nach Hause zu folgen.

Das Publikum fieberte und kämpfte sich mit Urmel durch seine Abenteuer, rief ihm Mut zu, wenn es bei Gluto brenzlig wurde und applaudierte für seinen Mut auf der langen Reise. Zuhause angekommen stellte sich heraus, dass Mama Wutz doch nur Verstopfung hatte und Rizinus eigentlich gar nichts mit Rhinozeros zutun hat. Mit dem Lied „Jeder ist, wie er ist, und so soll es sein“ verabschiedete sich die Augsburger Puppenkiste – jedoch nicht ohne den tosenden Applaus der Besucher, die zudem die Möglichkeit hatten, ein wenig Jahrmarktluft zu schnuppern: Die Firma Hermann Bode aus Stade hatte für ein Kinderkarussell sowie Verpflegungsstände vor der Kirche gesorgt.

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