„Tokunft Hus“ mit erster positiver Bilanz / Gründerin Verena Dillenburg freut sich auf Zukunft

Aufschwung durch Corona

Verena Dillenburg und Laura Eckhardt haben das „Tokunft Hus“ vor einem Jahr gegründet. Fotos: Jannick Ripking

Bücken - Von Jannick Ripking. Die Zahl der Menschen, die im Homeoffice arbeiten, ist seit der Corona-Krise so hoch wie nie. Das spielt dem „Tokunft Hus“ gewissermaßen in die Karten. Den Coworking Space in Bücken gibt es bald seit einem Jahr. Verena Dillenburg, eine der zwei Gründerinnen, zieht eine positive Bilanz und blickt optimistisch in die Zukunft.

„Corona gibt dem Coworking einen Aufschwung“, ist sie überzeugt. Die Krise habe gezeigt, dass Menschen auch im Homeoffice produktiv arbeiten können. Das „Tokunft Hus“ verstehe sich unter anderem als Schnittstelle zwischen Beruf und Homeoffice. „Manche wollen oder können einfach nicht von zu Hause aus arbeiten“, sagt Dillenburg. Sei es die strikte Trennung von Arbeit und Privatem oder eine zu schwache Internetverbindung. An dieser Stelle komme das „Tokunft Hus“ ins Spiel. „Wir bieten eine gute und stabile Internetleitung“, versichert Dillenburg und hebt damit einen Vorteil des Coworking Space hervor.

Ein weiterer Vorteil im Coworking zu arbeiten, sei der Austausch mit anderen. „Manchmal hilft es, wenn jemand die Arbeit von außerhalb mit einem anderen Blickwinkel betrachtet“, erklärt sie. Auch die Work-Life-Balance spiele eine Rolle. Durch das „Tokunft Hus“ sei die Trennung von Arbeit und Alltag selbst im Homeoffice weiter gegeben. Hinzu komme, dass Pendlern aus der Region der Fahrstress erspart bleibe, wenn sie grundsätzlich zwar die Möglichkeit haben, zu Hause zu arbeiten, aber keinen Platz dafür in der eigenen Wohnung schaffen können.

Das Konzept des „Tokunft Hus“ beschreibt Dillenburg als sehr flexibel. „Es hat sich so eingespielt, dass wir neben den unregelmäßigen Nutzern immer zwei bis drei Festmieter bei uns im Haus haben“, sagt sie. Wenn ein Mieter weggefallen ist, habe sich in der Regel schnell ein neuer Mieter finden lassen oder von selbst gemeldet. „Es läuft wirklich super“, erklärt Dillenburg. Und das, obwohl das „Tokunft Hus“ bisher fast keine bezahlte Werbung geschaltet hat: „Es geht fast ausschließlich über Mundpropaganda.“

Coworking sei aber kein Geschäft, um großes Geld zu verdienen, betont die Bückerin, die das „Tokunft Hus“ gemeinsam mit Laura Eckhardt ins Leben gerufen hat: „Das war uns von Anfang an bewusst, aber wir hatten einfach Lust dazu.“ Deswegen gebe es den Coworking Space in Bücken ohne die Unterstützung der Samtgemeinde und der Wirtschaftsförderung wohl nicht.

„Gewinn macht man erst durch Veranstaltungen, die man zusätzlich anbietet“, meint Dillenburg. Doch die fallen durch die Corona-Krise erst einmal bis auf Weiteres weg. „Als das Virus kam, war das für uns auch eine Veränderung“, sagt sie. Auch die Mieter der Büroräume hätten sich zu Beginn gefragt, ob der Coworking Space geschlossen werden muss. Aber er darf geöffnet bleiben.

Doch wie ist es eigentlich, im „Tokunft Hus“ zu arbeiten? „Ich fühle mich wohl“, sagt Beate Waibel-Flanz. „Hier herrscht eine professionelle Arbeitsatmosphäre“, berichtet sie. Waibel-Flanz kommt aus Hoyerhagen und arbeitet eigentlich in Köln – als Projektleiterin in der Marktforschung einer Supermarktkette. „Ich habe die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten“, meint sie. Zu Hause reiche das Internet nicht, „deswegen bin ich jetzt jeden Tag hier“.

Stefan Rappel aus Marklohe ist freischaffender Motion-Designer und 3D-Artist. Seit Oktober 2019 hat er einen Arbeitsplatz im Bücker Coworking Space angemietet. Er sagt: „Das ist einfach ein geiles Konzept. Es passt perfekt in den Ort.“ Bücken sei ein weltoffener Flecken, in dem viele kreative Köpfe und international tätige Menschen leben. „Ich weiß gar nicht, warum das so ist, aber das fällt mir immer wieder auf. Daher passt das ,Tokunft Hus’ auch so super hier hin“, meint er.

„Momentan sind wir auslastungstechnisch am Limit“, erklärt Verena Dillenburg. Das liege vor allem daran, dass die Auflagen im Zusammenhang mit dem Coronavirus nicht zulassen, dass jeder mögliche Arbeitsplatz belegt wird. Für die Zeit nach Corona hat sie gemeinsam mit Laura Eckhardt schon Pläne und Ziele ins Auge gefasst: „Mein Traum ist es, Projekte ins Rollen zu bringen, die überregionale Start-up-Firmen mit regionalen mittelständischen Unternehmen verbinden.“ Dafür will sie auch gezielt auf Firmen zugehen und diese aktiv ansprechen. Bis dahin bleibe das „Tokunft Hus“ ein Raum für neue und kreative Ideen.

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