Auch die 70. Premiere ist eine Strapaze für die Lachmuskeln

Theatergruppe Wechold spielt „Een Schmitt wahnt selten alleen“

Die Schmitts kommen! Um ihre Spuren zu verwischen, räumen ihre unentdeckt in der Wohnung lebenden Namensvetter (gespielt von Martina Helms und Dieter Clausen) schnell die Kaffeetafel auf: Alles rein in die Tischdecke und weg damit!

Wechold - Von Marion Thiermann. Bekannt und beliebt ist die Theatergruppe vom Wecholder Heimatverein „Wecheln un ümto“ bei ihren Zuschauern. Die begeistert sie jedes Jahr wieder pünktlich zur Wintersaison mit einem neuen Stück. Natürlich „up Platt“ und in gewohnter Weise mit viel Humor und den passenden Mimiken – und das seit nunmehr 70 Jahren. 

Seit September liefen die Proben und die Vorbereitungen für Kulisse, Deko, Kleidung, Frisuren und Make-up. Am Samstagabend feierten die Laienspieler – wenn man sie mit ihrer ganzen Erfahrung und ihrem Talent noch so nennen kann – Premiere im Gasthaus „Peitsche“. „Een Schmitt wahnt selten alleen“ heißt ihr aktuelles Stück.

Der Dreiakter stammt vom Pfälzer Andreas Heck, von dem die Wecholder vor zwei Jahren bereits das Stück „Koorngeister“ auf die Bühne gebracht hatten.

Angekündigt wurde die Aufführung von Iris Campe und Hendrik Helms mit einem kleinen Plattdeutsch-Lehrgang. Dann ging es auf der Bühne ab wie „Schmidts Katze“:

Franz Schmitt (gespielt von Hermann Beermann) ist das schlechte Wetter in der Heimat leid. Deshalb verbringen er und seine Frau Frieda (Birgit Küstermann) die meiste Zeit des Jahres in ihrem Ferienapartment im sonnigen Süden. Trautlinde (Dörte Oestmann), eine ältere Nachbarin mit Prinzipien, schaut währenddessen in der „leeren“ Wohnung nach dem Rechten und gießt die Blumen – und zwar nach einem strikten Zeitplan.

Ein nochmal ebenso großes Team hinter der Bühne unterstützt die acht Schauspieler auf der Bühne. Das Foto zeigt (von links) Franz (gespielt von Hermann Beermann) und Frieda Schmitt (Birgit Küstermann), Nachbarin Trautlinde (Dörte Oestmann), Staubsaugervertreter Manfred (Jörn Winkelmann), Susanne Schmitt (Alina Helms) und ihren Freund Peter (Hannes Schmidt) sowie Sabine (Martina Helms) und Stefan Schmitt (Dieter Clausen). - Foto: Marion Thiermann

Nur ist die Wohnung der Schmitts gar nicht verwaist, denn ein anderer Schmitt nutzt die Gelegenheit und wohnt mit seiner Familie kostenfrei in der Bleibe seines Namensvetters. Mit einigem logistischen Aufwand schaffen es der arbeitslose Stefan (Dieter Clausen) und seine Frau Sabine Schmitt (Martina Helms) auf diese Weise, Miete zu sparen.

Ihre Tochter Susanne (Alina Helms) ist nicht begeistert von dem Versteckspiel und fragt sich: „Wie lange soll das bloß noch gut gehen?“ Ihr Vater Stefan ist jedoch überzeugt: „Wenn sich alle an die Regeln halten, merkt keiner was!“

Nachbarin Trautlinde merkt auch nichts. Aber manchmal fragt sie sich schon: Lag da nicht gestern noch eine Decke auf dem Tisch? Wieso steht die Blume auf einmal auf der Fensterbank? Und musste sie nicht sonst manchmal für ein Einschreiben an Familie Schmitt unterschreiben?

Könnte es ein besseres Versteck geben als einen Schrank? Ähm, ja! - Foto: Marion Thiermann

Alles droht aufzufliegen als Susanne ihren Freund Peter (Hannes Schmidt) mit in das entliehene Zuhause bringt. Dann taucht auch noch der aufdringliche Staubsaugervertreter Manfred (Jörn Winkelmann) auf. Und schließlich kommen völlig unerwartet die echten Schmitts nach Hause.

Fliegt der Schwindel jetzt auf, oder schafft man es durch einen Rollentausch, das Geheimnis zu wahren? Das erfahren Interessierte in neun weiteren Aufführungen der Wecholder Theatergruppe, für die es noch wenige Karten gibt (siehe unten).

Die Premieren-Besucher waren begeistert, und ihre Lachmuskeln wurden immer wieder aufs Neue strapaziert.

Zur Belohnung ernteten die Theatergruppe und die Helfer hinter den Kulissen, die im Anschluss an das Stück mit auf die Bühne kamen und alle namentlich genannt wurden, viel Applaus und Lob.

Karten für die Auftritte in der

„Peitsche“ sind in der örtlichen

Volksbank erhältlich (Wechold

134). Eintrittskarten für die Vor-

führungen im „Lindenhof“ und

im Filmhof gibt es direkt vor Ort.

Theaterkarten für Nienburg

sind online erhältlich unter

http://theater.nienburg.de.

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