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Attraktion: Mit der Fähre über den Ziegeleisee in Hoya

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Von: Nala Harries

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Kleinfähren sind bereits in anderen Bereichen, wie hier in Otersen-Westen, im Einsatz. Die Stadt Hoya wünscht sich allerdings eine Seilfähre, bei der sich der jeweilige Benutzer selbst über den Ziegeleisee „zieht“. archiv
Kleinfähren sind bereits in anderen Bereichen, wie hier in Otersen-Westen, im Einsatz. Die Stadt Hoya wünscht sich allerdings eine Seilfähre, bei der sich der jeweilige Benutzer selbst über den Ziegeleisee „zieht“. archiv © lühning

Hoya – Die 1998 errichtete Brücke über den Hoyaer Ziegeleisee musste vor geraumer Zeit aufgrund baulicher Mängel gesperrt werden. Aktuell wird eine provisorische Instandsetzung geprüft, doch dabei will es die Stadt nicht belassen und hat sich auf die Suche nach Alternativen gemacht. In diesem Zusammenhang stimmte der Rat während seiner jüngsten Sitzung am Montagabend mit einer Enthaltung für die Anschaffung einer Kleinfähre mit Seilzug, mit der Spaziergänger und Radfahrer zukünftig den Ziegeleisee überqueren können.

In die Entscheidung spielten gleich mehrere Faktoren mit hinein. Zum einen sei der Bau einer neuen Brücke sehr kostenintensiv. Um die Ausgaben zu senken, müsste die Querungsmöglichkeit an der schmalsten Stelle des Ziegeleisees – also nicht wie aktuell am Fliederweg – errichtet werden. Dies bedeute aber widerrum auch, dass die Wegeverbindungen neu hergestellt werden müssten, erläuterte Bauamtsleiter Rolf Walnsch die Überlegungen. Insgesamt sei für eine neue Brücke mit voraussichtlichen Kosten von mindestens 250 000 bis 300 000 Euro zu rechnen. Aufgrund der derzeitigen Preisentwicklung bestehe aber noch zusätzlich das Risiko, dass die Ausgaben deutlich höher ausfallen würden.

Die Beschaffung und Installation einer Kleinfähre an der Stelle, an der sich die knapp 50 Meter lange Brücke aktuell befindet, mache jedoch nur einen Bruchteil der Kosten aus. Aber auch in diesem Fall müssten die Anlegemöglichkeiten an beiden Ufern angepasst werden. Dennoch belaufe sich das Vorhaben „nur“ auf 30 000 bis 40 000 Euro. Wie Walnsch auf Nachfrage erklärte, würde es sich bei dem Ganzen um eine Seilfähre handeln, bei der sich der jeweilige Benutzer selbst mithilfe eines Seils über den See „zieht“. Zudem würde das Gefährt aus Sicherheitsgründen mit einem Geländer ausgestattet werden.

Neben den erheblichen Kostenvorteilen schaffe man durch die Fähre zum anderen auch noch eine neue Attraktion, betonte Ratsmitglied René Altenau (SPD). „Dadurch könnten wir das Gebiet mehr einbinden“, fügte er hinzu. Dem schloss sich auch Bauamtsleiter Rolf Walnsch an. Denn laut ihm werde das in den 90er-Jahren entwickelte Naherholungsgebiet im Süden Hoyas mit dem Wohnmobilstellplatz, dem Rodelberg und dem Wanderweg rund um den Ziegeleisee zwar sehr gut angenommen. „Doch da geht noch mehr“, war er sich sicher.

Ein weiterer Vorteil der Fähre gegenüber einer Brücke wäre darüber hinaus der reduzierte Unterhaltungsaufwand, denn letztere müsste laut der Verwaltung regelmäßig auf Verkehrssicherheit überprüft werden. Dies sei jedoch aufgrund der unter Wasser befindlichen tragenden Pfähle meist mit Einschränkungen verbunden.

Wann genau die alte Brücke am Fliederweg abgerissen und die Fähre installiert werde, das konnte Bauamtsleiter Rolf Walnsch am Montagabend noch nicht sagen. Der erste Schritt sei mit der gefällten Entscheidung getan. Nun müssten Angebote eingeholt werden. „Das Ganze ist ein Prozess und passiert nicht von heute auf morgen“, meinte er.

Bis es so weit ist, wird es demnach noch etwas dauern. Um die Zeit zu überbrücken und Spaziergängern sowie Radfahrern eine Querungsmöglichkeit im Bereich Fliederweg anbieten zu können, prüft die Verwaltung aber zur Zeit eine provisorische Instandsetzung des alten Überwegs. „Die Reparaturen sollen voraussichtlich noch in diesem Monat erfolgen und sollten schnell gehen“, verkündete Bauamtsleiter Rolf Walnsch. Danach könne die Brücke vorerst wieder freigegeben werden.

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