1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Nienburg
  4. Grafschaft Hoya

Sternenfahrten des ASN: Erstes Fahrzeug kommt Ende des Jahres - aber weitere Spenden sind nötig

Erstellt:

Von: Christel Niemann

Kommentare

Die Werkstattbesuche häufen sich: Dieses Fahrzeug hat bei 340 000 Kilometern zwar einen neuen Motor erhalten, doch auch die Karosserie macht dem ASN-Team um Thomas Klotzhuber (links) und Frank Hupe Sorgen.
Die Werkstattbesuche häufen sich: Dieses Fahrzeug hat bei 340 000 Kilometern zwar einen neuen Motor erhalten, doch auch die Karosserie macht dem ASN-Team um Thomas Klotzhuber (links) und Frank Hupe Sorgen. © christel niemann

Bücken – Damit es auch zukünftig möglich ist, Schwerstkranken mit besonderen Krankentransportern letzte Wünsche zu erfüllen, muss das ehrenamtliche „Sternenfahrten“-Team des Ambulance-Service-Nord (ASN) aus Bücken dringend seine Fahrzeugflotte modernisieren. Nach mehreren Hundert „Sternfahrten“ und 400 000 beziehungsweise 340 000 Kilometern auf Uhr und Karosserie werden die beiden Krankentransporter voraussichtlich nur noch begrenzte Zeit einsetzbar sein.

Der Verein benötigt deshalb dringend Ersatz und hat dafür bereits im Oktober 2021 einen Spendenaufruf auf den Weg gebracht (wir berichteten).

Das erste Fahrzeug, ein VW Crafter, ist schon bestellt und wird voraussichtlich noch in diesem Monat für den bedarfsgerechten Ausbau an eine Berliner Fachfirma überführt. Der Vereinsvorsitzende Frank Hupe und sein Stellvertreter Thomas Klotzhuber hoffen, dass das neue Fahrzeug dann ab Ende des Jahres vom Standort in Bücken aus eingesetzt werden kann.

Die Kosten dafür beziffern sie auf 89 000 Euro. Inklusive des erforderlichen Innenausbaus, aber exklusive der medizinischen Ausstattung, die den Altfahrzeugen entnommen wird. Eine Stange Geld, und doch ein „Schnäppchen“ angesichts der 150 000 Euro, die eigentlich für ein solches Fahrzeug fällig wären. „Sowohl der Fahrzeughersteller VW als auch die Firma B.A.U.S. AT , die den Innenausbau erledigt, sind uns hier mehr als großzügig entgegengekommen“, berichten die beiden.

Rost macht dem Fahrzeug zu schaffen.
Rost macht dem Fahrzeug zu schaffen. © Christel Niemann

Ein Entgegenkommen, das bislang auch noch für das dringend benötigte zweite Fahrzeug gilt. „Hierfür fangen wir aber gerade erst wieder bei null an, und wir wissen leider nicht, wie lange die Preiszusage gilt“, so Hupe und Klotzhuber. Doch die finanziellen Möglichkeiten des ASN sind bereits durch den Kauf des einen Fahrzeugs vollkommen ausgereizt. „Ohne den Erfolg der im Internet durchgeführten Spendenaktion, der privaten Initiative einer Dame aus den Reihen der Bremer Krebsgesellschaft und der großzügigen Zuwendung durch den Verein ,Hafensänger & Puffmusiker‘ wäre schon diese Anschaffung nicht möglich gewesen.“

Die „Sternenfahrten“-Fahrzeuge transportieren Menschen, die unheilbar krank und dem Tod nahe sind. Manche möchten sich einen Lebenstraum erfüllen, andere wollen noch einmal einen Lieblingsort aufsuchen, einige Stunden in ihrem vertrauten Zuhause verbringen oder mit Angehörigen oder Freunden zusammen sein. Aber solche Unternehmungen werden leicht zur unüberwindbaren Hürde, wenn dafür etwa ein liegender Transport oder eine medizinische Betreuung notwendig sind. Dabei hilft der ASN, gleichgültig welches Alter die Fahrgäste haben. Einzige Bedingung ist, dass der Fahrgast palliativ versorgt wird und dass sich der Wunsch nicht auf andere Weise erfüllen lässt. Die Fahrten selbst werden von zwei geschulten Ehrenamtlichen begleitet, darunter eine Person mit medizinischer oder pflegerischer Ausbildung. „Bei unserer Arbeit erleben wir immer wieder, wie wichtig dieses Angebot am Ende des Lebens sein kann. Wir danken unseren Sponsoren und sämtlichen Unterstützern für ihr großartiges Engagement. Ohne diesen Hintergrund wären die Fahrten gar nicht möglich“, bekräftigen Hupe und Klotzhuber.

Beide berichten anhand von Beispielen von teils für die Helfer sehr emotionalen Erlebnissen bei den Fahrten. „Die Dankbarkeit, die wir dabei erfahren, ist groß, und der Erfolg und die Bedeutung der ,Sternenfahrten‘ mit keinem Geld auf der Welt zu ersetzen. Die Wertschätzung der Gäste und ihrer Angehörigen ist unvergleichlich“, so Hupe. Seiner Auskunft nach seien in diesem Jahr bereits mehr als 30 Touren mit schwerstkranken Menschen durchgeführt worden, für die dem ASN aktuell 54 geschulte aktive Helfer im Alter von 16 bis 74 Jahren zur Verfügung stehen.

Die alten „Sternenfahrten“-Fahrzeuge haben ihre besten Zeiten hinter sich.
Die alten „Sternenfahrten“-Fahrzeuge haben ihre besten Zeiten hinter sich. © Christel Niemann

Finanziert wird die für den Fahrgast und eine Begleitperson kostenlose „Sternenfahrt“ ausschließlich aus Spendengeldern. Und es liefe alles zur vollsten Zufriedenheit, gäbe es nicht diesen einen Punkt, der den Verantwortlichen Kopfzerbrechen macht. „Wir benötigen das zweite Fahrzeug dringend, damit wir auch zukünftig alle Anfragen erfüllen können und niemandem absagen müssen“, so der Vorsitzende Frank Hupe. Und sein Stellvertreter ergänzt, dass man keine Unterschiede oder Bevorzugungen bei den Fahrgästen machen wolle. Bei diesem Projekt zähle schließlich nur der Mensch. „Wir möchten gerne jedem helfen,“ meint er. Zur Anschaffung eines weiteren Fahrzeuges ruft der ASN daher erneut zu Spenden auf.

Spendenkonto

Kreissparkasse Syke

DE90 2915 1700 1530 0050 06. Falls eine Spendenbescheinigung gewünscht ist, bittet der Verein um Angabe der Anschrift im Verwendungszweck.

Auch interessant

Kommentare