Behörde bestätigt Verdacht

Asbestfund in der Hämelheide: Steffen Beck findet Reste eines alten Schuppens

Steffen Beck ist aufgebracht: Der Asbest sollte so schnell wie möglich fachgerecht entfernt und entsorgt werden, doch das lässt auf sich warten.
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Steffen Beck ist aufgebracht: Der Asbest sollte so schnell wie möglich fachgerecht entfernt und entsorgt werden, doch das lässt auf sich warten.

Hämelheide – Eigentlich wollte Steffen Beck nur einer Freundin bei einigen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten rund um Haus und Garten helfen. Doch damit, dass der Industriemechaniker dabei unter der Auffahrt des Grundstückes Asbest finden würde – und davon gleich eine ganze Menge knapp einen Meter unter der Erde – damit habe er nicht gerechnet.

„Plattenweise liegt das hier drunter“, schildert Beck und klopft mit dem Fuß auf die Pflastersteine unter ihm. Bei Probebohrungen im Garten förderte er das erste verdächtig nach Asbest aussehende Stück Schutt zutage. „Das war Ende Oktober dieses Jahres“, erinnert er sich im Gespräch. Kurz zuvor sei seine Bekannte zur Miete in das alte angrenzende Landhaus eingezogen, umgeben von weiten Wiesen und grünen Feldern. Sie habe früher in der Gegend gearbeitet und sei oft an dem Grundstück vorbeigefahren, bis sie quasi nicht mehr dran vorbei konnte.

Becks Verdacht bestätigte sich, als er einen Bericht vom TÜV Nord in Hamburg erhält, an den er zwei Proben des Materials geschickt hatte. Gleich zwei Arten von Asbest konnten in dem Faserzement festgestellt werden: Amphibol-Asbest und Chrysotil-Asbest. Allerdings – wie bei Dach- oder Fassadenplatten üblich – in stark gebundener Form.

Die Kieselsteine verraten: An dieser Stelle führten Mitarbeiter des Landkreises Nienburg Bohrungen durch.

Während er auf dieses Ergebnis wartete, war der Industriemechaniker allerdings nicht untätig und führte weitere Probebohrungen auf den Hinweis hin, dass unter der Auffahrt noch viel mehr davon liege, durch. Schließlich stößt er auf ganze Dachplatten, die er auf alten Fotos von einem Schuppen, der mal auf dem Grundstück stand und im Jahr 2013 abgerissen wurde, wiederzuerkennen glaubt. Ebenfalls auf Bildern hält er seine Funde fest und wo sie genau vergraben sind.

„Im Grunde ist alles, was hier unter der Auffahrt liegt, Sondermüll und muss dementsprechend entfernt und entsorgt werden“, betont Beck und weist darauf hin, dass der Ort, an dem die Platten liegen, besonders ungünstig ist. Zwar ginge von dem Asbest keine direkte Gefahr aus, trotzdem gehört er dort natürlich nicht hin – erst recht nicht unter eine immer wieder genutzte Auffahrt.

Das erste Stück, das der Industriemechaniker findet, ist noch klein und unscheinbar.

Die Behörden seien mittlerweile informiert, dass unter der Auffahrt möglicherweise illegal Asbestplatten entsorgt wurden. „Zumindest die Landkreis Nienburg ist auf meine Anzeige hin aktiv geworden“, schildert er weiter. Am 14. Dezember seien zwei Mitarbeiter vorbeigekommen, um ebenfalls Probebohrungen durchzuführen – vier an der Zahl. Allerdings in Begleitung der Tochter des Vermieters, worüber Beck nur den Kopf schütteln kann.

Sein erklärtes Ziel sei es, dass der Asbest aus dem Boden rauskommt, weg von da, wo er für andere eine Gefahr darstellen könnte, sollte jemand beispielsweise auf die Idee kommen, die Auffahrt zu sanieren, der nichts von dem Gefahrenstoff weiß oder ahnt. „Irgendetwas muss passieren und das möglichst bald“, stellt der Industriemechaniker klar. Nur wann das soweit sein wird, weiß er noch nicht.

Wer genau hinschaut, kann es erkennen: Bei seinen Probebohrungen stößt Beck auf ganze Platten Asbest, die unter der Auffahrt verborgen sind.

Wie der NDR berichtet, versichert der aktuelle Eigentümer und Vermieter des Hofes, keine Kenntnis über Asbest im Boden zu haben.

Die graue Gefahr: Wie die Verbraucherzentrale schildert, wird Asbest dann gefährlich, wenn Fasern freigesetzt und eingeatmet werden, zum Beispiel im Rahmen von Renovierungsarbeiten. Eingeatmete Asbestfasern können je nach Konzentration und Dauer der Aufnahme Asbestose, eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege und Lunge, auslösen. Asbestose wird seit 1936 als Berufskrankheit anerkannt. Die meisten Berufskrankheiten mit Todesfolge werden auch heute noch durch Asbest verursacht.

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