Skulptur am Weserufer, Stadttore, Umnutzung von Gebäuden

Arbeitskreis „Bürger gestalten Hoya“ strotzt vor Ideen

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Eine Internetseite, die gefällt – das war das einmütige Urteil der Mitglieder des Arbeitskreises „Bürger gestalten Hoya“ (BGH) während ihres Treffens am Freitagabend im „Lindenhof“. Schriftführer Niklas Brenten (Mitte) hat die Seite www.arbeitskreis-bgh.de gestaltet und fertiggestellt. Das sehenswerte Ergebnis erläuterte er dem Vorsitzenden Norbert Thoss (links) und dem zweiten Vorsitzenden Jens Neinhardt.

Hoya - Von Horst Friedrichs. „Aus Läden mach Wohnraum“ – eine Formel mit Zukunft? Diese Frage erörterten am Freitagabend Vorstand und Mitglieder des Arbeitskreises „Bürger gestalten Hoya“ (BGH).

Während ihres Treffens im Gasthaus „Lindenhof“ diskutierten die Teilnehmer der Gesprächsrunde über viele und vielfältige Aspekte, die bei der angestrebten Verschönerung der Grafenstadt eine Rolle spielen. Ein Thema waren leer stehende Einzelhandelsgeschäfte an der Langen Straße und an der Deichstraße. Dabei erörterten die Arbeitskreismitglieder auch die Möglichkeit, ungenutzte Läden in Wohnraum umzuwandeln.

Norbert Thoss, Vorsitzender, schilderte die aktuelle Situation leerer Läden an den Hoyaer Einkaufsstraßen Lange Straße und Deichstraße. Es gebe kaum Chancen, sagte Thoss, neue kleine Einzelhandelsunternehmen anzusiedeln.

Geschäfte in Wohnraum umwandeln?

Arbeitskreismitglied Albrecht Kühle schlug vor, die Umwandlung leerer Geschäfte in Wohnraum zu erwägen. Daraufhin sagte Thoss: „Eine Wohnung direkt an der Straße wäre wahrscheinlich nicht sehr gefragt.“ Aber: Ein solcher Nachteil, so ergab die weitere Diskussion, werde etwa an der Deichstraße fraglos durch einen rückwärtigen Garten direkt an der Weser ausgeglichen.

Schriftführer Niklas Brenten ergänzte, dass sich ein einmal zur Wohnung umfunktioniertes Ladengeschäft jederzeit wieder in einen Laden zurückverwandeln lässt.

Zu Beginn des Treffens hatte Norbert Thoss mitgeteilt, dass die vom Arbeitskreis BGH an die Stadt gerichteten Anträge im August im Bauausschuss des Stadtrats öffentlich behandelt werden sollen.

Sanierung der Sandsteinpoller

Die gewünschte Sanierung der Sandsteinpoller und Eisenketten entlang der Brückenauffahrt sei inzwischen in Angriff genommen worden, sagte der zweite Vorsitzende Jens Neinhardt.

Thoss wies außerdem darauf hin, dass Schriftführer Niklas Brenten jetzt den Internet-Auftritt des Arbeitskreises verwirklicht habe. Thoss: „Die Webseite arbeitskreis-bgh.de ist hervorragend gelungen und einen Besuch wert.“

Die Anträge, die der Arbeitskreis BGH an die Stadt richtet, werden auf der Internetseite veröffentlicht. Ob es rechtlich zulässig sei, die jeweiligen Antworten der Stadt dazu ebenfalls zu veröffentlichen, müsse noch mit einem Rechtsanwalt geklärt werden. Jens Neinhardt: „Ich möchte die Antworten auf jeden Fall im Internet sehen.“

Eine dringende Bitte, die restlichen Arbeiten im Bürgerpark voranzubringen, richtete Norbert Thoss an die Mitglieder des Stadtrats: „Außer dem Bau des Fachwerkhauses tut sich nichts.“ Zur Wegbefestigung im Park stellte Albrecht Kühle fest: „Die feinkörnige gelbe Schlacke ist hervorragend. Aber die im Bürgerpark angelegte ,Teststrecke‘ ist miserabel.“

Wege sollen saniert werden

Auf Nachfrage unserer Zeitung teilte dazu der stellvertretende Stadtdirektor Rolf Walnsch mit, dass die Wege nach dem Katharinenmarkt erneuert werden sollen, und zwar nach dem Muster der „Teststrecke“. Wegesanierung, Parkgestaltung und Fachwerkhaus seien allesamt im Förderpaket enthalten, und wenn die Wege gemacht sind, sei die Parksanierung damit zum großen Teil abgeschlossen.

Was den neu gepflasterten Platz vor der Grundschule betreffe, sagte Norbert Thoss, habe er vor, eine Gestaltung vorzuschlagen. Und: „Es ist ein wichtiger Platz im Zentrum Hoyas. Dafür müsste ein Gartenarchitekt einen Vorentwurf machen.“ Der Platz ist kürzlich optisch so gepflastert worden wie die Fläche vor dem Zwergenbrunnen in direkter Nachbarschaft. Dabei wurde Platz für drei Bäume vorgesehen. Über die „Möblierung“ berate demnächst der Bauausschuss, hatte der stellvertretende Stadtdirektor Rolf Walnsch im Stadtrat mitgeteilt.

Der Idee, einen Liegeplatz für Hausboote im Hafen des Wasser- und Schifffahrtsamts zu beantragen, gab die Mitglieder des Arbeitskreises keine Chance. Einzelpersonen bleibe es aber überlassen, gegebenenfalls einen solchen Antrag an das Amt zu richten.

Zum Dauerthema „Beseitigung der Poller“ an den Hoyaer Einkaufsstraßen sagte Norbert Thoss: „Es ist der einzige Vorteil kleiner Städte wie Hoya oder beispielsweise Stolzenau oder Liebenau, dass Kunden direkt vor den Geschäften parken können.“

Frage nach verkehrsberuhigten Zonen

Jens Neinhardt kündigte an, noch einmal die Grundsätze verkehrsberuhigter Zonen wie der Langen Straße und der Deichstraße veröffentlichen zu wollen. Durch Stufen im Pflaster habe es dort in jüngster Vergangenheit mehrere schwere Stürze von Radfahrern gegeben.

Norbert Thoss beschrieb noch einmal seine Idee, an den Hoyaer Ortseingängen aus den Richtungen Bruchhausen-Vilsen, Bremen und Hassel symbolische Stadttore aufzustellen. Wegen unterschiedlicher Fahrzeughöhen müssten die „Tore“ allerdings nach oben offen sein. Vorschläge dazu seien überaus willkommen.

Niklas Brenten schilderte seine Idee einer Skulptur an den Weserufern im Norden der Stadt. Als verbindende Elemente stelle er sich eine in die Erde gerichtete Nadel auf der westlichen Flussseite und eine aus dem Boden ragende Nadelspitze auf der östlichen Seite vor.

Zum bevorstehenden 80. Jahrestag des Brands der Hoyaer Synagoge regte Brenten an, auf dem Grundstück an der Deichstraße eine Wiese mit gepflastertem Platz und einem Mahnmal zu schaffen. Jens Neinhardt berichtete, die Interessengemeinschaft Synagoge habe schon vor längerer Zeit einen entsprechenden Antrag an die Stadt gerichtet. Niklas Brenten wurde jetzt beauftragt, mit den Grundstückseigentümern und der Stadt über das Thema zu sprechen.

www.arbeitskreis-bgh.de

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