Jutta Dickau als Schiedsfrau bestätigt

Amtsgerichtsdirektor: „Sie ist für das Amt ein Volltreffer“

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Maren von Frieling (links) und Jutta Dickau bilden das Schiedsfrauen-Team in der Samtgemeinde. Bei Bedarf stärken ihnen Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer, Amtsgerichtsdirektor Bernd Bargemann und Ordnungsamtsleiter Uwe Back (v.  l.) den Rücken.

Hoya - Von Michael Wendt. Eine Rechtspflegerin kann nach 45 Dienstjahren so schnell nichts schrecken. Deshalb dürfen Schiedsfrau Maren von Frieling und Amtsgerichtsdirektor Bernd Bargemann am vergangenen Montag ruhig über die aktuell zahlreichen Streitfälle in der Samtgemeinde plaudern, ohne dass die pensionierte Rechtspflegerin Jutta Dickau einen Rückzieher macht.

Im Gegenteil: Bernd Bargemann verpflichtet sie bei dem Treffen im Hoyaer Rathaus zu Verschwiegenheit und Unparteilichkeit und bestätigt sie förmlich als neue stellvertretende Schiedsfrau in der Samtgemeinde. Das Amt sei für sie ein Volltreffer, sagt die Bückerin.

Die gleiche Wortwahl benutzt Bernd Bargemann. Er meint mit dem Volltreffer aber Jutta Dickau. „Frau Dickau ist Coach in der Justiz gewesen, hat junge Kollegen beraten“, sagt der Direktor des Nienburger Amtsgerichts, „sie weiß, wie wichtig Deeskalation ist, sie kennt die Elemente der Mediation.“ Genau die Richtige sei sie deshalb für das Amt der Schiedsfrau.

Die Tätigkeit ist ein Ehrenamt. Deshalb sei es wichtig, dass Schiedsleute zeitlich und fachlich nie mehr machen, als sie realistischerweise schaffen können, betont Bargemann. Bei Fragen und Problemen können sie sich immer an ihn wenden, sagt er.

Mit Jutta Dickau ist das Schiedsduo der Samtgemeinde wieder komplett. 2015 hatte Roland-Peter Lubenow (Bücken) das Amt als erster Schiedsmann abgegeben. Daraufhin war seine bisherige Stellvertreterin Maren von Frieling (Hassel) erste Schiedsfrau geworden. Auf der Suche nach einem Stellvertreter fand die Samtgemeinde 2015 Arno Heinrichs aus Schweringen. Der musste wenige Wochen nach seiner Bestätigung durch den Samtgemeinderat aber aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten.

„Wir haben das Amt dann noch mal beworben“, sagt Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer, „und dann kam Frau Dickau – das passt außerordentlich gut.“

Das dachte sich auch die Bückerin, als sie am 12. August, 19 Tage vor ihrer Pensionierung, beim Frühstück die Kreiszeitung las. Dort stand: „Maren von Frieling mag ihren Posten als Schiedsfrau / Neuer Stellvertreter gesucht“. „Der Bericht war so richtig auffordernd, und ich hatte schon überlegt, was für ein ehrenamtliches Amt ich im Ruhestand machen möchte“, erzählt Jutta Dickau. Dann sei sie zur Arbeit nach Verden gefahren und habe von dort aus als erstes im Rathaus Hoya angerufen, bei Uwe Back. Der Ordnungsamtsleiter ist von Seiten der Samtgemeinde für die Schiedsleute zuständig. „Es gab später noch sieben, acht andere Bewerber“, sagt Back. Die habe er dann vertrösten müssen.

Maren von Frieling spendiert der Samtgemeinde und Uwe Back bei dieser Gelegenheit ein dickes Lob: „Die Gemeinde ist sehr kooperativ, zum Beispiel wenn es um Fortbildungen für Schiedsleute geht. Das weiß ich noch mehr zu schätzen, seitdem ich gehört habe, wie es anderswo teilweise läuft“, sagt sie. Von Frieling muss es wissen, denn seit einem Jahr ist die Hasselerin Vorsitzende der 122 Schiedsleute im Bezirk Verden. Der umfasst die Landkreise Diepholz, Nienburg, Osterholz und Verden sowie die Stadt Delmenhorst.

Für Detlef Meyer ist die Förderung der Schiedsleute selbstverständlich. „Ihre Arbeit ist wichtig, und Aus- und Fortbildung ist das A und O“, sagt er.

Für Jutta Dickau gibt es nun wahrscheinlich einiges zu tun. Maren von Frieling: „In der Zeit vor Weihnachten und zwischen den Jahren sind die Leute aus Erfahrung streitbar.“ Die erste Arbeit aber überreicht Uwe Back der Bückerin: ein großes Paket voll Broschüren und Infomaterial zum Einlesen und Verteilen – von Back scherzhaft als „Weihnachtskarton“ angepriesen.

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