Giesela Niecke erfährt durch das Hoyaer Wochenblatt den Namen ihres Großvaters

Alte Zeitungen helfen bei der Familienforschung

Giesela Niecke präsentiert die alten Zeitungen, die ihr halfen, mehr über ihren Großvater zu erfahren. - Foto: Anne Schmidtke

Hoya/Verden - Von Anne Schmidtke. „Ich betreibe schon seit Jahren Ahnenforschung“, sagt Giesela Niecke, die mit ihren Kindern zusammen eine Familienchronik erstellt. Besonders stolz ist sie darauf, dass sie anhand alter Zeitungen herausgefunden hat, wer ihr Großvater väterlicherseits war. Denn die 76-Jährige hat ihren Opa nie kennengelernt.

Ihre Großmutter sei schwanger geworden, habe aber nie geheiratet, und somit ihren Sohn im Ersten Weltkrieg alleine großgezogen. „Ich denke schon, dass meine Großmutter den Mann geliebt hat“, sagt Giesela Niecke, die über die Gründe, warum es nie zu einer Eheschließung kam, nur spekulieren kann. Denn über ihren Großvater wurde innerhalb ihrer Familie nie geredet. „Das war ein Tabu-Thema“, sagt Giesela Niecke. Sie sei sich aber sicher, dass ihr Großvater von seinem Sohn wusste und ihr Vater Kenntnis darüber hatte, wer sein Erzeuger war.

Sie selbst fand den Namen ihres Opas erst nach dem Tod ihrer Mutter und ihres Vaters heraus. Beim Aufräumen ihres Elternhauses, das in Hoya steht, entdeckte sie drei Ausgaben des Hoyaer Wochenblatts aus dem Jahr 1916: vom 28. Juni, 4. Oktober und 1. November. „Ich wusste, dass meine Eltern alte Zeitungen aufbewahrt hatten. Ich wusste nur nie warum“, erzählt Giesela Niecke, deren Neugier geweckt war. „Es musste ja einen Grund geben, warum es die immer noch gab.“

Sie nahm sich ihr Motto „Geheimnisse sind da, um entschlüsselt zu werden“ zu Herzen und schaute sich die Ausgaben genau an. So bemerkte sie im Bereich der Familienanzeigen Namen, die sie schon mal gehört hatte, mit denen sie bis dahin aber nichts anfangen konnte. Daher recherchierte sie und fing auch an, Familienmitglieder zu befragen. So fand sie heraus, dass die zwei Todesanzeigen vom 4. Oktober und 1. November 1916 für ihre im Krieg gefallenen Großonkel aufgegeben worden sind. „Das waren die Schwäger meiner Großmutter“, erzählt die rüstige Seniorin. Die Verlobungsanzeige vom 28. Juni war die von ihrem Großvater und seiner späteren Ehefrau.

Archiv-Gruppe Martfeld hilft weiter

Da die beiden eine Familie gegründet hätten und sie sich sicher sei, dass die gemeinsamen Kinder, Enkel und Urenkel nichts von ihrem Vater wüssten, bitte sie darum, den Namen ihres Großvaters nicht zu erwähnen, sagt Giesela Niecke.

Sie bekam im vergangenen Jahr bei ihrer diamantenen Konfirmation den Tipp, sich an die Archiv-Gruppe des Heimatvereins Martfeld zu wenden, wenn sie weitere Informationen über ihren Großvater erhalten wolle. Natürlich wollte Giesela Niecke mehr wissen. Die 76-Jährige, die seit einigen Jahren in Verden wohnt, erfuhr so, dass ihr Opa Müller in Emtinghausen war. „Jetzt ergibt es auch Sinn, dass ich als Kind im Umfeld der Mühle ab und zu gefragt wurde, wie es mir geht.“

Sie sei froh darüber, nun mehr über ihren Vorfahren zu wissen. „Es ist, als wenn sich eine Lücke geschlossen hat“, sagt Giesela Niecke.

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