Früchtehof Schindler in Warpe: Inhaber berichten von ihrem Alltag und ihren Planungen

Alle ziehen an einem Strang

Ein eingespieltes Team: Clemens Mertens, Alice Schindler-Mertens, Sven Deicke und seine Frau Magdalena (von links). Foto: Regine Suling

Warpe - Von Regine Suling. Wenn man hört, wie sie von „Frühlingsluft in Stangen“ oder „dem blauen Gesundheitswunder“ schwärmt, dann merkt man, dass Spargel und Kulturheidelbeeren das Steckenpferd von Alice Schindler-Mertens sind. Gerade auf dem weißen Gold liegt aktuell der Fokus des Betriebs, den sie gemeinsam mit ihrem Mann Clemens Mertens betreibt. Rund 250 Saisonarbeitskräfte und 60 Verkaufskräfte und -fahrer sind insgesamt im Einsatz. „Wenn das Team in der Saison sprungartig anwächst, ist ein faires und fröhliches Miteinander extrem wichtig“, betont Alice Schindler-Mertens. Ihr Mann, der selbst aus Bonn stammt, versichert augenzwinkernd: „Ich als Rheinländer bin hier voll integriert und fühle mich total wohl.“

Dieses Gefühl wollen die beiden auch an ihre polnischen und rumänischen Erntehelfer weitergeben. „In diesem Jahr bauen wir einen Grillplatz für unsere Mitarbeiter. Und einen Fußballplatz haben wir auch. Da spielte vergangenes Jahr Polen gegen Rumänien“, erzählt Alice Schindler-Mertens, der es wichtig ist, dass es allen gut geht, die gemeinsam an einem Strang ziehen müssen. Das Geschäft rund um den Spargel und die Kulturheidelbeere hat die Familie Schindler in den vergangenen Jahren weiter ausgebaut, nachdem sie den Betrieb 2010 von Helmut Schindler gepachtet hatte. Dabei war der Weg zur Übernahme des Betriebs nicht vorgezeichnet. „Ich habe erst eine Ausbildung zur Fotografin gemacht“, sagt Alice Schindler-Mertens. Nach weiteren beruflichen Stationen entschloss sie sich, im Alten Land eine Ausbildung zur Gärtnerin mit Fachrichtung Obstbau zu absolvieren. Dann wollte sie ihren Meister machen, aber in einer ganz anderen Region. Sie landete schließlich an einer Schule in Ahrweiler (Rheinland-Pfalz), lernte dort ihren heutigen Mann Clemens kennen – und beide kehrten als Gartenbaumeister, Fachrichtung Obstbau, zurück nach Wietzen.

Lieferant für den Einzelhandel

„Wir mussten uns damals überlegen, was wir machen und wie wir weiter wachsen können“, erinnert sich Clemens Mertens. Auf der neuen Hofstelle in Warpe, die einst einen Gemüsehof beherbergte, fanden sie ideale Bedingungen vor. „Vor allem mehrere Kühlhäuser, die wir gut für uns nutzbar machen konnten“, sagt Alice Schindler-Mertens. „Wir sind jetzt gerade so groß, dass wir alle bedienen können – Groß- und Lebensmitteleinzelhandel, Restaurants und Endverbraucher.“ Die Aufgabenteilung ist dabei klar gefasst: „Ich kümmere mich um die 20 Wochenmärkte in der Region und in Ostfriesland, mein Mann um den Handel.“ Ihr Cousin Sven Deicke ist der erste Ansprechpartner für alle Mitarbeiter, seine Frau Magdalena bildet die Brücke zu den ausländischen Saisonarbeitskräften. „Jeder hat sein Aufgabengebiet, keiner pfuscht dem anderen rein“, erklärt Schindler-Mertens.

Kommt der Spargel bald per Post?

Von April bis September ist Hochsaison auf dem Hof. „Im Herbst und Winter haben wir dann mehr Zeit für die Familie“, sagt die Gartenbaumeisterin, die mit ihrem Mann drei Kinder im Alter von zehn, zwölf und 14 Jahren hat. „Mein Schwiegervater ist ein begnadeter Großvater. Und er gibt uns ein gutes Gefühl und Rückenwind“, meint Clemens Mertens. Neue Wege beschreiten Alice Schindler-Mertens und ihr Mann immer wieder. „Wir würden gerne einen Online-Shop einrichten“, erzählt die 44-Jährige. Veredelte Produkte wie beispielsweise Marmelade, Sirup, Wein und Gin aus Blaubeeren kämen bei den Kunden gut an. Und auch Spargel würde sie gerne per Post verschicken können. Denn das weiße Gemüse treffe den Nerv der Kunden, nicht nur auf den Märkten und im Handel: „Am Wochenende stehen die Leute hier Schlange“, erzählt die Chefin – und deutet auf den Stand auf ihrem Hof mitten in Warpe.

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