Fünftklässler trainieren mit ADAC und Polizei

Aktion „Achtung Auto!“ in Hoya: Mathematik im Straßenverkehr

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Die Schüler der 5d der Hoyaer Marion-Blumenthal-Oberschule merkten schnell, dass man aus vollem Lauf nicht sofort stoppen kann.

Hoya - Von Marion Thiermann. „Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg“, diese wichtige Formel im Straßenverkehr haben sich die Schüler der fünften Jahrgänge des Johann-Beckmann-Gymnasiums und der Marion-Blumenthal-Oberschule in Hoya durch „learning by doing“ eingeprägt. Von Montag bis gestern lernten sie klassenweise durch Ausprobieren auf dem hinteren, halbseitig abgesperrten Teil der Rudolf-Harbig-Straße, wie man sich richtig im Straßenverkehr verhält und was für Gefahren dort lauern. Zur Seite standen ihnen Gerhard Kreie vom ADAC-Regionalclub Weser-Ems mit Sitz in Bremen und Reinhold Dierks von der Polizeistation Hoya.

Die Aktion „Achtung Auto!“ richtet sich bewusst an Schüler der fünften und sechsten Jahrgänge, denn laut Kreie sind Zehn bis Zwölfjährige am häufigsten an Verkehrsunfällen beteiligt. „Durch das Erleben und Ausprobieren lernen die Kinder schneller, und es prägt sich besser ein als nur durch Theorie“, erklärten Kreie und Dierks.

Um zu verstehen, dass ein Fahrzeug nicht sofort anhalten kann, stoppten die Kids aus vollem Lauf an einer vorgegebenen Linie. Sie merkten dabei schnell, dass sie nicht sofort stehen bleiben können. Durch Vorführungen mit dem Auto sahen sie, dass ein Wagen für den Anhalteweg bei einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde fünf Meter und bei 50 Kilometern pro Stunde schon zwölf Meter braucht.

Noch länger dauerte es, als die Kids auf ein Zeichen hin „bremsen“ mussten, wie im Straßenverkehr, wenn Autofahrer eine Gefahr erkennen und prompt reagieren müssen. Hier kam die Formel „Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg“ zu tragen. Auch diese Situation wurde mithilfe eines Fahrzeugs vorgeführt. 

Kinder erleben Vollbremsung im Auto mit

Die Schüler waren schon etwas schockiert, denn das Auto brauchte bei 50 Kilometern pro Stunde ganze 22 Meter zum Abbremsen, und das bei trockener Fahrbahn. Auf rutschigen Straßen, etwa durch Regen, Hagel, Schnee und Eis, verlängert sich der Anhalteweg noch. Ebenso wird dieser durch ein erhöhtes Tempo länger. „Die meisten Autos fahren leider zu schnell“, betonten ADAC und Polizei.

Zudem erfuhren die Schüler, dass Ablenkung im Straßenverkehr, etwa durch das Benutzen eines Smartphones, für Autofahrer wie auch für Fußgänger ein hohes Gefahrenpotenzial darstellt.

Zum Abschluss des jeweils doppelstündigen Sicherheitstrainings hatten die Kids Gelegenheit, eine Vollbremsung im Auto mitzuerleben. Dabei saß Gerhard Kreie hinterm Steuer und bremste bei 30 Kilometern pro Stunde abrupt ab. Dadurch hatten die Kids einen weiteren Lerneffekt: Sie spürten die Schutzwirkung des Sicherheitsgurts.

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