Abschiedsgottesdienst am Pfingstmontag in Wechold – na kloor: op Platt

Prädikant Heinz Meyerhört nach 22 Jahren auf

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Der scheidende Prädikant Heinz Meyer an seinem Schreibtisch, wo er seine Predigten ausarbeitete.

Von Anette Steuer. Am 23. Mai 1993 hatte Heinz Meyer seine Premiere auf der Kanzel der Wecholder Kirche. Am Pfingstmontag hält er um 10 Uhr seine letzte Predigt – natürlich wie gewohnt auf Plattdeutsch. Nach 22 Jahren gibt Meyer seinen Posten als Prädikant auf. „Leicht ist das nicht“, gesteht er. „Aber man soll aufhören wenn es am schönsten ist.“

Einen Nachfolger gibt es derzeit noch nicht. Meyer bedauert dies. „Ich habe in diesem Amt so viel für mich persönlich gewonnen und so viel gelernt. Das sind wertvolle Erfahrungen.“

„So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber aus dem Wort Gottes“, heißt es in der Bibel, im Brief an die Römer, Kapitel 10, Vers 17. – „Mit diesen Worten bin ich vor 22 Jahren in meinen Dienst als Lektor eingesegnet worden“, erzählt Heinz Meyer. Und genau diese Worte hängen in seinem Arbeitszimmer über dem Schreibtisch.

„Es ist ja nicht nur so, dass man mal eben kurz am Sonntagmorgen auf die Kanzel steigt und den Menschen irgendetwas erzählt“, sagt Meyer. Für ihn muss eine Predigt Hand und Fuß haben und das setze eine gewissenhafte Vorbereitung voraus. „Das Predigtthema für einen Sonntag ist jeweils vorgegeben“, sagt er. „Manche Texte erschlossen sich mir leicht. Aber mit anderen habe ich regelrecht gerungen.“ Auf diese Art hat Meyer aber auch viel gelernt. „So habe ich mehr bekommen, als ich gegeben habe.“ Diese Erfahrungen will der Wecholder absolut nicht missen. Es ist ihm stets ein großes Anliegen gewesen, die biblische Botschaft für seine Zuhörer begreifbar zu erklären. „Am liebsten auf Platt“, sagt er und lacht. „Unser Plattdeutsch ist eine herrliche warme Sprache. Da kann man so viel mehr mit sagen“, schwärmt er. Seine Zuhörer dankten es ihm durch ihren treuen Gottesdienstbesuch.

Pastorin Friederike Werber bedauert Heinz Meyers Rücktritt: „Er war ein treuer Prädikant, der schon fast eine eigene Fangemeinde hatte“, sagt sie und lobt sein gewissenhaftes Engagement.

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