Bauausschuss diskutiert über Gewerbegebiet, Bahnhofstraße und Schwarzen Weg

Ablösezahlung statt Ausgleichsfläche in Eystrup

Eystrup - Von Anne Schmidtke. Als Ersatz für die bislang vorgesehene Kompensationsfläche des Gewerbegebiets „Stockkämpe“ empfahl der Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Eystrup während seiner Sitzung am Dienstagabend im örtlichen Rathaus einstimmig eine Ablösezahlung an den Landkreis Nienburg. Diese beträgt knapp 60.000 Euro. Außerdem wünscht sich der Ausschuss, dass die Verwaltung erarbeitet, was der abschnittsweise barrierefreie Ausbau der Bahnhofstraße kosten würde und welche Möglichkeiten sinnvoll sind, damit Fußgänger und Radfahrer die L 200 sicher überqueren können.

Das Gewerbegebiet „Stockkämpe“ liegt nördlich der Bahnüberführung (L 200) und östlich der Bahn. Für diesen Bereich hatte die Gemeinde Eystrup in den Jahren 2000 bis 2004 einen Bebauungsplan (B-Plan) erstellt, um Flächen für Gewerbeansiedlungen bereitzustellen. Damals wurde festgelegt, das nördlich der gewerblichen Baufläche liegende, rund 10 800 Quadratmeter große Gebiet als Kompensationsfläche festzusetzen. Laut einer Vorlage der Verwaltung ist der Besitzer allerdings nicht gewillt, sein Eigentum an die Gemeinde zu verkaufen. Somit kann die Verwaltung auf der Fläche keine Ausgleichsmaßnahmen für das Gewerbegebiet vornehmen. Geplant war dort unter anderem die Anpflanzung von Hecken und Bäumen. Zudem sollte die Fläche zur Versickerung von im Gewerbegebiet anfallenden Regenwasser genutzt werden.

Der Rat beschloss trotz dieses Mangels am 9. März 2004 den B-Plan. Da rein rechtlich ein Jahr nach Baubeginn die Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt werden müssen und die Gemeinde Eystrup in absehbarer Zeit dazu nicht in der Lage sein wird, entschied sich der Bauausschuss jetzt dafür, die Ablösezahlung an den Landkreis zu entrichten. In den kommenden Wochen wird das Gewerbegebiet „Stockkämpe“ erschlossen.

„Die Ausgleichsfläche war als Trennung zwischen dem Wohngebiet und der Gewerbeansiedlung vorgesehen“, sagte der Ausschussvorsitzende Norbert Grobrügge (SPD). Carsten Broschwitz (CDU) warf ein, dass die Schuld am mangelhaften B-Plan nicht nur bei den Politikern, sondern auch bei der damaligen Verwaltung liege. Schließlich hätte diese die Vorlagen ausgearbeitet, auf denen die Politiker ihre Entscheidungen getroffen hätten.

Barrierefreier Ausbau der Bahnhofstraße?

Anschließend berieten die Ausschussmitglieder über die Bahnhofstraße. „Ein barrierefreier Ausbau der Straße wäre schön“, sagte Steffen Lühring (SPD). Dann könnten Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen die Straßenseite besser wechseln. Die Ausschussmitglieder baten die Verwaltung zu prüfen, an welchen Stellen vom Bahnhof bis zum Kreisel ein barrierefreier Ausbau der Bahnhofstraße machbar wäre und was er kosten würde. Danach soll darüber noch mal im Ausschuss beraten werden und dann soll ein Förderantrag beim Land im Rahmen der Städtebauförderung „Kleine Städte und Gemeinden“ gestellt werden.

Schwellen auf dem Schwarzen Weg?

Des Weiteren diskutierten die Ausschussmitglieder darüber, ob auf dem Schwarzen Weg kurz vor der Kreuzung zur L 200 Schwellen zur Geschwindigkeitsreduzierung installiert werden sollen. Heinrich Friedrichs (CDU) erklärte, dass seine Fraktion dafür sei, Schwellen zu errichten. Zudem sollte man in diesem Zusammenhang noch einmal mit dem Landkreis darüber sprechen, ob man im Kreuzungsbereich auf der L  200 eine Tempo-50-Zone einrichten könnte. Im Moment dürfen die motorisierten Verkehrsteilnehmer dort 70 Stundenkilometer fahren. Auch Steffen Lühring war für die Installation von Bremsschwellen: „Das ist eine Ideal-Lösung.“

Bauamtsleiter Rolf Walnsch äußerte hingegen Bedenken. Man könne dort sicherlich Schwellen errichten. Allerdings befinde sich der Schwarze Weg an einer „Hanglage“. Ungeübte Verkehrsteilnehmer hätten so schon Schwierigkeiten, dort anzufahren. Die Schwellen würden das Problem eventuell noch verschlimmern. Ulrich Grewe (SPD) sagte daraufhin: „Ich könnte damit leben, wenn wir erst einmal gar nichts machen. Wir sollten die Verkehrssituation beobachten und dann noch einmal in einem Jahr schauen, ob wir was unternehmen.“ Norbert Grobrügge fasste schließlich den Haupttenor des Ausschusses zusammen: „Wenn keine Besserung auftritt, favorisieren wir die Schwellen.“

Danach ging es darum, wie Radfahrer und Fußgänger die L 200 sicher queren können. Der Ausschuss befürwortet folgende Varianten:

1. Bahnhofstraße und Grovkamp über einen neuen Weg verbinden. Der würde westlich vom Schwarzen Weg beim Seniorenheim von der Bahnhofstraße abgehen und die Umgehungsstraße am Fuß der Rampe queren. Radfahrer und Fußgänger müssten also keinen „Berg“ mehr erklimmen.

2. Bau einer Verbindung wie in Variante 1. Allerdings mündet sie nicht beim Seniorenheim in die Bahnhofstraße, sondern verläuft über Rübezahlweg und Schwarzer Weg zum Bahnhof.

Die Verwaltung überprüft nun, ob die Varianten umsetzbar sind.

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

Mehr zum Thema:

Einzelkritik: Wiedwald wieder ein sicherer Rückhalt

Einzelkritik: Wiedwald wieder ein sicherer Rückhalt

Zittern bis zur letzten Sekunde

Zittern bis zur letzten Sekunde

"TANZ Bremen" der letzten Jahre

"TANZ Bremen" der letzten Jahre

Türkische Konsulate widersprechen Spitzel-Vorwürfen

Türkische Konsulate widersprechen Spitzel-Vorwürfen

Meistgelesene Artikel

Im Kampf geborsten, im Schlamm gefunden

Im Kampf geborsten, im Schlamm gefunden

Beatbox-Workshop mit Lukas Teske an der Oberschule Hoya

Beatbox-Workshop mit Lukas Teske an der Oberschule Hoya

Täter wurden bei Einbruch gefilmt

Täter wurden bei Einbruch gefilmt

Kommentare