Eystruper Gemeinderat verabschiedet Förderrichtlinie für Ansiedlung von Medizinern

40.000 Euro für einen Arzt

Eystrup - Von Horst Friedrichs. Ein Headhunter wird vorerst keine Jagd auf sie machen: Ärzte will die Gemeinde Eystrup erst einmal mit Geld anlocken. Dazu verabschiedete der Gemeinderat am Dienstagabend während einer öffentlichen Sitzung im Rathaus einstimmig eine Förderrichtlinie und einen Nachtragshaushaltsplan. Weil die beiden ortsansässigen Hausärzte schon über 65 Jahre alt sind, sucht die Gemeinde dringend Nachfolger und bietet interessierten Medizinern eine Entscheidungshilfe.

Der Einsatz eines Headhunters für die „Arztfindung“ war angedacht, wurde aus dem Maßnahmenkatalog jedoch vorerst wieder gestrichen. „Er bleibt aber im Gespräch“, sagte Bürgermeister Wilhelm Bergmann-Kramer (CDU) auf Nachfrage.

Zunächst sollen die herkömmlichen Wege der ärztlichen Jobvermittlung beschritten werden, um niederlassungswillige Mediziner auf Eystrup und seine Vorzüge aufmerksam zu machen – etwa über die kassenärztliche Vereinigung oder das Programm „Ärztlich willkommen“. In der Liste der bekannten Pluspunkte des Grundzentrums Eystrup stehen nun also zusätzlich die Zuwendungen im Rahmen der Förderrichtlinie.

„Die hausärztliche Versorgung wird zunehmend auch für Gemeinden wie Eystrup zum Thema“, erklärte Gemeindedirektor Detlef Meyer, der die Einzelheiten der Förderrichtlinie schilderte. Danach sind zwei Möglichkeiten vorgesehen, die die Gemeinde Eystrup interessierten Ärzten anbieten will. Zum einen gibt es die festgesetzten 40.000 Euro für eine Niederlassung, sprich Gründung einer Praxis. Für einen Arzt, der in Eystrup eine Zweigpraxis eröffnet, oder auch für die Anstellung eines Arztes soll es 20.000 Euro geben.

Nach der Richtlinie müssen die Beträge nur dann zurückgezahlt werden, wenn die ärztliche Tätigkeit entweder nicht innerhalb von sechs Monaten aufgenommen wurde, die Niederlassung oder die Zweigpraxis innerhalb der Bindungsfrist von fünf Jahren geschlossen wurde oder die ärztlichen Tätigkeiten nicht tatsächlich ausgeübt wurden. Eine Förderrichtlinie wie die Eystruper sei im Raum Hannover neu, betonte Meyer.

Schon der Verwaltungsausschuss habe dem Gemeinderat einstimmig empfohlen, den entsprechenden Beschluss zu fassen. „Wir hoffen, dass Ärzte sich melden“, sagte Ratsmitglied Steffen Lühring (SPD), „denn mit der ärztlichen Versorgung haben wir in Eystrup ein besonders großes Problem“. Carsten Broschwitz (CDU) fügte hinzu, die zuständige kassenärztliche Vereinigung tue zwar alles, was sie könne, aber: „Wir als Gemeinde sehen uns in der Pflicht. Und das wird vielleicht auch noch mehr Geld kosten.“

Zum diesjährigen Etat wurde wegen der nun beschlossenen Förderrichtlinie ein Nachtrag verabschiedet, in dem die vorgesehenen Zuwendungsbeträge eingeplant sind. Einzelheiten darüber erläuterte die stellvertretende Gemeindedirektorin Astrid Schwecke. Für die Maßnahmen zur Ansiedlung eines neuen Arztes wurde eigens die neue Haushaltsposition „Wirtschaftsförderung“ geschaffen.

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