22-Jährige stirbt bei Wohnhausbrand in Eystrup / Oma und Mutter unverletzt

150 Einsatzkräfte kämpfen vergebens um ein Leben

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Mediengruppe Kreiszeitung

Von Michael Wendt. Rauch, überall Rauch, der durch die Ziegel aus dem brennenden Dachgeschoss des Bungalows drang: Dieses Bild bot sich den Feuerwehrleuten, die gestern Nacht gegen 2.10 Uhr am brennenden Haus an der Stolper Straße in Eystrup eintrafen. „Gebäudebrand mit vermisster Person“ lautete die Alarmierung, doch für eine 22-jährige Bewohnerin kam jede Hilfe zu spät. Sie wurde später tot geborgen. Ihre Mutter (60) und ihre Großmutter (87) konnten sich körperlich unverletzt retten. Sie kamen bei Nachbarn unter.

Zu den Löscharbeiten waren nahezu alle Feuerwehren der Samtgemeinde sowie die Drehleiter aus Nienburg angefordert worden. Rund 150 Kräfte waren im Einsatz, während im Bücker Gerätehaus die Wehren aus Duddenhausen und Warpe Dienst schoben für den Fall, dass es anderenorts zu einem weiteren Brand kommt.

Zeitweise löschte die Feuerwehr mit sechs C-Rohren sowie von der Drehleiter aus. Benötigt wurden vor allem Atemschutzgeräte-Träger. Weil Mutter und Großmutter die vermisste 22-Jährige im Obergeschoss des Bungalows vermuteten, drangen die Feuerwehrleute ins Gebäude ein. Doch alle Bemühungen, die junge Frau zu finden und zu retten, blieben vergebens.

Draußen sicherten weiterer Atemschutzgeräte-Träger den Einsatz der Kollegen ab. Und auch die Löschkräfte vor dem Haus trugen wegen der starken Rauchentwicklung teilweise Atemschutz. Der Wind drückte den Qualm zu Boden, selbst in Hassel war der Rauch deshalb noch deutlich zu riechen. Der ABC-Zug des Landkreises stellte bei Messungen allerdings keine erhöhten Schadstoffwerte in der Luft fest.

Gemeindebrandmeister Carsten Meyer leitete den Einsatz. Im „Bereitstellungsraum“ (Schützenplatz) versorgte der Verpflegungszug aus Wietzen die auf ihren Einsatz wartenden Kräfte. Auch Polizei und Rettungsdienste waren vor Ort.

Das Eystruper Pastoren-Ehepaar Tineke und Thies Jarecki betreuten die 60-jährige Hausbewohnerin und ihre Mutter sowie die Feuerwehrleute.

Nach mehr als drei Stunden war das Feuer soweit gelöscht, dass nur noch kleinere Nachlöscharbeiten erforderlich waren.

„Die Brandursache steht nicht fest. Nach ersten polizeilichen Ermittlungen brach das Feuer im Obergeschoss des Bungalows aus“, erklärte Polizeipressesprecherin Gabriela Mielke gestern morgen. Der Dachstuhl des Hauses ist komplett ausgebrannt, das Erdgeschoss vom Löschwasser zerstört. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf 100000 Euro.

Sie beschlagnahmte das Wohnhaus und den Leichnam der 22-Jährigen. „Zur Klärung der Brand- und Todesursache hat das Fachkommissariat 1 der Polizei Nienburg die Ermittlungen aufgenommen“, sagte Gabriela Mielke.

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