1500 Radler bei Grafschaft Hoya ist mobil

Mit dem Fahrrad quer durch die Samtgemeinde Hoya

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Von der Grundschule geht es weiter zur nächsten Station für die Teilnehmer.

Von Julia Kreykenbohm. Mit konzentrierter Miene feilt Chiara Rohlfs aus Eystrup an einem kleinen Stück Metall, das einmal ein Schlüsselanhänger werden soll. Philip Semsrott, Auszubildender bei der Firma Manfred Blind in Hassel, steht neben der Achtjährigen am Schraubstock, passt auf und gibt Hilfestellungen.

Das Unternehmen ist eines von insgesamt zwölf Gewerbebetrieben, die sich an der diesjährigen Veranstaltung Grafschaft Hoya ist mobil beteiligen und ihre Pforten für Besucher öffnen. Chiaras Oma, Petra Rohlfs, ist begeistert: „Wir sind zum ersten Mal dabei und von dem vielfältigen Angebot überrascht. Man erfährt etwas über die Gewerbe vor Ort und an jeder Station gibt es etwas für die Kinder. Ich denke, wir werden auch im nächsten Jahr wiederkommen.“

Über Lob wie dieses freut sich York Schmelter, Wirtschaftsförderer der Samtgemeinde Grafschaft Hoya. Insgesamt 1500 Menschen haben sich auf E-Bikes, Damenräder, Mountenbikes oder Liegeräder geschwungen, um an der Rallye, die bereits zum 17. Mal ausgerichtet wird, teilzunehmen. „Wir sind zufrieden“, sagt Schmelter. Man habe zwar auf 2000 Besucher gehofft, doch ein leichter Rückgang sei wohl auch dem Wetter geschuldet. Den ganzen Donnerstag blieb es frisch und bedeckt.

Doch die wahren Fans lassen sich auch davon nicht abschrecken – so wie Heiner Benne aus Hoya, der bereits zum zwölften Mal mitmacht. „Es ist jedes Mal wieder schön. Man lernt Leute kennen oder trifft Bekannte, die man so nicht sieht.“ Mit seiner Einschätzung behält der 76-Jährige recht. Während er sich seinen Weg durch den Malerbetrieb Guder im Gewerbegebiet Hoya bahnt, wird er immer wieder von allen Seiten gegrüßt. Aber Benne hält sich nicht lange mit einem Schwätzchen auf, denn er muss noch eine rätselhafte Frage auf dem Fragebogen beantworten, welche Lösung sich ergibt, wenn die Experimente an dieser Station ausgeführt wurden. Der 76-Jährige vermutet, dass er die Zahl irgendwo im Betrieb finden kann, doch es kommt anders. Stattdessen muss er sie draußen auf dem Gelände an dem Stand der Klimaschutzagentur Mittelweser „erarbeiten“, indem er Holzkästchen bedient, die für verschiedene Wege stehen, um grünen Strom zu erzeugen: Wind, Sonne und Turbinenkraft. Danach steigt Benne wieder auf sein Rad, um zur nächsten Station zu fahren – und trifft prompt den nächsten Bekannten.

Auch an der Grundschule Hoya herrscht großer Trubel. Überall in der Langen Straße stehen Fahrräder, die mit bunten Ballons geschmückt sind. Die vielen gut gelaunten Menschen sind für Rita Geldermann einer der Hauptgründe, warum sie beinahe jedes Jahr dabei ist. „Die Leute verbreiten eine besondere Atmosphäre. Außerdem hat man die Chance, in Betriebe hineinzuschnuppern und entdeckt somit häufig seine eigene Heimat nochmal neu.“ Geldermann ist mit einer großen Gruppe unterwegs, zu der auch Beate Kreutzfeld und ihre Tochter Maike gehören. „Die Rallye ist eines der Highlights des Jahres“, sagt Geldermann.

"Grafschaft Hoya ist mobil!"

Doch manch einer ist nicht nur zum reinen Vergnügen dabei, sondern verbindet die Teilnahme auch mit etwas Nützlichem, wie die Männer der Feuerwehr Hoya. Die ziehen hinter einem ihrer Räder einen kleinen Anhänger in Form eines Drehleiterwagens. Das lenkt einige Blicke auf sich – und das soll es auch. „Er heißt Drehli und ist selbstgebaut“, erklärt Thomas Guder von der Feuerwehr schmunzelnd und klappt den kleinen Wagen auf. In ihm befinden sich Broschüren und Flyer über die Feuerwehr und ihre geplanten Aktionen. „Wir brauchen dringend neue Mitglieder und Nachwuchs“, sagt Guder. Die Jahre zuvor haben die Feuerwehrleute immer privat an der Rallye teilgenommen. Dieses Mal sind 35 von ihnen unter dem Namen „Florian Pedalo“ am Start, um für ihre Mannschaft zu werben.

Obwohl der Tag gelungen ist, endet er mit einigen Tränen. Bei der Preisverleihung auf der Spargelplantage Alhusen in Mahlen gibt es bei der Sonderverlosung für treue Rallye-Fahrer zwei ferngesteuerte Spielzeuglastwagen zu gewinnen. Einige kleine Jungen in der ersten Reihe schauen mit großen Augen gebannt auf die Schätze – und sind umso enttäuschter, als die Preise an zwei Frauen gehen.

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