Gescheiterter Auftragsmord in Nienburg: Fünfter Verhandlungstag

Schüsse „nicht wegen Geldes“

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Beim fünften Verhandlungstag konzentrierten sich die Fragen des Gerichts darauf, was der bislang einzige geständige Angeklagte aus eigenem Erleben oder nur vom Hörensagen weiß.

Nienburg/Verden - von Wiebke Bruns. Die Befragung der Angeklagten in dem Verdener Landgerichtsprozess um einen gescheiterten Auftragsmord in Nienburg ist längst noch nicht abgeschlossen.

Die Beweisaufnahme hat nicht einmal begonnen, aber der erste der fünf Angeklagten wurde vergangene Woche bereits aus der Untersuchungshaft entlassen.

Beim fünften Verhandlungstag am Dienstag konzentrierten sich die Fragen des Gerichts darauf, was der bislang einzige geständige Angeklagte aus eigenem Erleben oder nur vom Hörensagen weiß.

Hintergrund dürften die noch offenen Anträge der übrigen Verteidiger auf Entlassung ihrer Mandanten aus der Untersuchungshaft sein. Der 33-Jährige Nicolae S. aus Garbsen hat sie mit seinen Aussagen schwer belastet. Eingeräumt hatte der gebürtige Rumäne, dass er zweimal auf das Opfer geschossen hat. Er versucht es jedoch so darzustellen, als hätte er dies nicht wegen des angeblich von dem Angeklagten Mustafa B. versprochenen Geldes gemacht, sondern weil dieser ihn unter Druck gesetzt hat. Hintergrund der Tat soll eine Ehrverletzung der vier kurdischen Angeklagten sein.

Der Angeklagte Adnan T. aus Nienburg soll das Geld für den Schützen zur Verfügung gestellt haben. Doch für dessen Beihilfe sah das Gericht keine objektiven Beweise und somit keinen dringenden Tatverdacht mehr. Der Haftbefehl wurde aufgehoben.

Gestern bestätigte Nicolae S. nochmals, dass er nie direkt mit Adnan T. über die Mordpläne oder das Geld gesprochen habe.

Ebenso wenig mit dessen Sohn Umut T. Der 33-Jährige berichtete jedoch von einem Treffen, bei dem der 25-Jährige eine Waffe an Mustafa B. übergeben habe. „Es war ein Revolver, Kaliber 220, mit 150 Schuss Munition. Drei Schachteln á 50 Kugeln“, übersetzte ein Dolmetscher. Als er und Mustafa sich die Waffe später genauer angesehen hätten, habe Mustafa erklärt, dass das Kaliber zu klein sei. „Die sind nicht gut für das, was wir machen wollen. Die seien nur gut zum Tauben schießen.“

Mustafa B. habe die Waffe kurz darauf seinem Bruder gegeben, weil dieser nach einer Trennung seiner Tochter von ihrem Mann Stress mit dessen Familie gehabt habe. „Es ging um Geld, irgendwelche Hochzeitsausgaben.“ Der Rumäne will auf Wunsch von Mustafa B. dessen Bruder gezeigt haben, wie die Trommel geöffnet wird und wie die Waffe funktioniert. Später soll der Revolver an Umut T. zurückgegeben worden sein.

Immer wieder wurden die gleichen Fragen gestellt. Was war wann und wo? Wer war dabei? Oft ging es um Details. So will sich der Rumäne die Waffe mit Mustafa B. in einer Garage im Licht eines Handys angesehen haben. „Wessen Handy war das?“, wollte der Vorsitzende wissen.

Bis Freitag soll die Staatsanwaltschaft noch einmal eine Erklärung zum Tatbeitrag von Umut T. abgeben. Vielleicht ist er der Nächste, der aus der Untersuchungshaft entlassen wird.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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