Gericht prüft mehrere Gewalt-Vorwürfe gegen 26-jährigen Nienburger

„Am besten töte ich euch jetzt“

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Seit Montag muss sich ein Nienburger vor dem Landgericht Verden verantworten.

Nienburg/Verden - von Wiebke Bruns. Beide Elternteile mit Fäusten traktiert, die Mutter gewürgt und beide mit dem Tod bedroht haben soll ein 26 Jahre alter Mann aus Nienburg. Außerdem soll er einer Freundin mit einem Messer ins Bein gestochen haben.

Seit Montag muss er sich vor dem Landgericht Verden verantworten. Weil die Staatsanwaltschaft Verden von einer Schuldunfähigkeit infolge einer psychischen Erkrankung ausgeht, muss sich der Beschuldigte in einem Sicherungsverfahren verantworten.

Vier Taten listet die Antragsschrift. Zunächst soll der unverheiratete Mann am 19. Juli 2014 zu Besuch bei einer Freundin in Nienburg gewesen sein. Zusammen tranken sie Alkohol. Irgendwann soll die Stimmung umgeschlagen sein und der 26-Jährige damit begonnen haben, die Küche zu demolieren. Laut einem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Nienburg berichtete die Geschädigte damals von einer unvorhersehbaren Tat. Der Mann habe sich mit dem Messer selbst verletzen wollen, daran habe sie ihn gehindert. „Dann habe er ihr ohne Vorwarnung ins Bein gestochen“, so habe es die Zeugin damals geschildert.

„Es ist nicht vorsätzlich passiert. Ich weiß, dass er das nicht vorsätzlich gemacht hat“, sagte die Frau als Zeugin vor Gericht. Als die Eltern nach Hause kamen, fanden sie die erwachsene Tochter verletzt vor. Da sei der Angeklagte bereits weg gewesen. Zehn Tage später soll sich der Mann nach einem Ladendiebstahl der Festnahme widersetzt haben. Zwecks Fesselung habe er sich umdrehen sollen, doch stattdessen habe er mit geballten Fäusten um sich geschlagen und einen Polizeibeamten massiv bedroht. Er werde sich dessen Gesicht merken, ihn nach Feierabend aufsuchen und töten.

Am 5. Oktober 2014 kam es laut Staatsanwaltschaft zu der Tat an seinen Eltern. Zunächst soll er seiner Mutter mit der Faust mehrfach gegen den Oberarm geschlagen und die Frau dann gewürgt haben. Als der Vater helfend einschreiten wollte, soll er auch diesen mit Fäusten geschlagen und mehrfach getreten haben. Beide Elternteile soll er beleidigt und bedroht haben. „Am besten töte ich euch hier und jetzt“, wird der Mann in den Unterlagen zitiert. Noch am selben Tag kam der Mann offenbar in eine psychiatrische Klinik nach Wunstorf, wo er einem anderen Patienten mehrere Faustschläge verpasst und damit die Augen-Hinterwand gebrochen haben soll.

 Äußern wollte sich der Angeklagte zunächst nur zu der Tat mit dem Messer. Auf Antrag der Verteidigerin wurde die Öffentlichkeit während der Aussage des 26-Jährigen ausgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft will mit dem Verfahren die dauerhafte Unterbringung des Angeklagten in einem psychiatrischen Krankenhaus erreichen, wo er sich wegen eines vorläufig geltenden Beschlusses bereits befindet. Das Landgericht hat elf Verhandlungstage bis zum 17. August eingeplant.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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