Zuchterfolg für Frank Ellermann aus Rehburg bei seltener Eselrasse „Baudet du Poitout“

Geburtshilfe war nicht nötig

Vernarrt in Esel: Die zweijährige Veronique hat etwas im Gras entdeckt. Eselfohlen „Aimee“ schaut gelassen zu.

Nienburg - REHBURG (ade) · Erste Zuchterfolge feierte Frank Ellermann mit seiner Großeselrasse „Baudet du Poitout“. Seit wenigen Wochen laufen die Eselfohlen „Abrielle“ und „Aimee“ gemeinsam mit vier Eselstuten auf seiner Weide.

„Die beiden werden wir für die Zucht behalten“, sagt Frank Ellermann und krault das weiche Fell von „Aimee“. Vor einigen Jahren hatte er sich die ersten Esel dieser Rasse mit dem Vorsatz gekauft, eine kleine Zucht aufzubauen.

Selten sind diese Esel, weltweit sind es nicht mehr als 700 Stück. Vor 30 Jahren waren sie nahezu ausgestorben. Dass er der geringen Anzahl nun zwei hinzufügen konnte, freut nicht nur Ellermann, sondern auch seine Töchter Veronique und Monique. Die zwei- und siebenjährigen Mädchen sind ganz vernarrt in die Tiere mit den großen Ohren – und die Esel ebenso in sie. Bereitwillig lassen sich auch die Fohlen streicheln und die Stuten lassen es gern geschehen.

Geburtshilfe war bei den beiden jungen Eseln nicht erforderlich. „Eines Tages war ,Abrielle‘ auf der Weide“, sagt Ellermann – Mutter „Sabrina“ hatte ihr Fohlen in der Nacht zuvor geboren.

▪ Vater: „Mephisto

▪ de Gaulle“

Stute „Rosebud“ zog vier Tage später mit „Aimee“ nach. Mittlerweile lassen „Aimee“ und „Abrielle“ ab und an schon das mütterliche Euter links liegen, um erste Grashalme zwischen ihre samtweichen Lippen zu nehmen.

Die beiden Fohlen sind Halbschwestern. Im vergangenen Jahr reiste Ellermann mit zweien seiner Stuten in den Zoo „Arche Warder“ in Schleswig-Holstein. In dem kleinen Zoo mit seltenen Nutztierrassen, der mit Unterstützung von Greenpeace aufgebaut wurde, verlebten „Rosebud“ und „Sabrina“ einige Wochen bei Hengst „Mephisto de Gaulle“ – erfolgreich, wie sich jetzt zeigte. Das Reisen sind die Stuten gewohnt, schließlich wurden sie in Texas in den USA geboren, kamen für kurze Zeit nach Frankreich und von dort zu der Familie Ellermann. Der weite Weg, den „Sabrina“ und „Rosebud“ schon zurückgelegt haben, sei sinnvoll, meint Ellermann. So sei eine neue Blutlinie nach Europa gekommen. „Im nächsten Jahr wird es ruhiger bei uns“, sagt Ellermann. Dann will er die Stuten wieder zum Decken zur „Arche Warder“ bringen. Ob es wirklich ruhiger wird oder die Neugierde der Menschen auf seine seltenen Esel größer wird, muss sich zeigen. Erst kürzlich, erzählt er, habe ihn am frühen Morgen eine Gruppe, die in Mardorf Urlaub machte, aus den Federn geklingelt. Sie wollten wissen, was denn wohl der „Wetter-Esel“ auf seinem Haus in Rehburg zu bedeuten habe. Daraufhin hatte er die Gruppe auf die Weide geführt.

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