Ausschuss berät über Zukunft der Freibäder Landesbergen und Stolzenau

Ohne geförderte Sanierung droht Freibädern die Schließung

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Arnd Wiebe, Leiter des Fachdienstes Hochbau, referierte umfassend über den Projektablauf der Sanierung der Freibäder in Landesbergen und Stolzenau.

Landesbergen - Von Hartmut Grulke. Die Freibäder in Landesbergen und Stolzenau sind sanierungsbedürftig. Für die Sanierungsmaßnahmen können die Bäder Fördermittel vom Bund erhalten. Dafür müssen jedoch die Wasserflächen verringert werden. 

Zunächst die gute Nachricht. Ab dem 16. Juli sollen die Freibäder in Landesbergen und Stolzenau schonend, unter Beachtung der Coronaregeln, geöffnet werden. 

Vormittags in Zwei-Stunden-Blöcken und nachmittags, familienfreundlich, in Vier-Stunden-Blöcken. Zum Schwimmen müssen sich die Bürger im Schwimmbad anmelden, höchstens einen Tag vorher. An einer Online-Lösung wird derzeit noch gearbeitet.

Doch der eigentliche Anlass, zu dem sich der Sport-, Jugend- und Seniorenbeirat der Samtgemeinde Mittelweser mit Vertretern der Samtgemeinde in der OBS Mittelweser in Landesbergen traf, war das Sanierungsprojekt der Freibäder in Landesbergen und Stolzenau

Sanierung ist unumgänglich

Beide Bäder sind mittlerweile ein halbes Jahrhundert alt. Genauso alt ist natürlich die umfangreiche Technik, die für ein Schwimmbad erforderlich ist. Eine Sanierung ist einfach unumgänglich. 

Immer wieder mussten in den letzten Jahren Reparaturen durchgeführt werden, oft auch mit tagelangem Schließen der Bäder verbunden. Die verbaute Technik ist nicht nur alt und störanfällig, sondern auch technisch längst überholt.

Um die Sanierung finanziell zu ermöglichen, wurde in 2018 ein Antrag für das Bundesprogramm “Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ gestellt. Der Haushaltsansatz für die beabsichtigten Maßnahmen wurde mit 2 900 000 Euro Euro festgelegt. Die Beantragung der Fördermittel hatte dazu geführt, dass vom Bund 1 503 000 Euro Euro Zuschuss in Aussicht gestellt wurden. 

Wasserflächen sollen verringert werden

Der Zuschuss ist jedoch an Bedingungen geknüpft. Zum einen verpflichtet sich die Kommune, die Freibäder für mindestens 10 Jahre weiter zu betreiben, zum anderen sollen in beiden Freibädern die Wasserflächen verringert werden. 

Danach ist es beabsichtigt, das Freibad in Landesbergen zu einem reinen Erlebnisbad umzubauen. Das stark sanierungsbedürftige Nichtschwimmerbecken wird aufgegeben und zurückgebaut. Dafür soll eine Flachwasserzone mit Badestrand neu angelegt werden. Für Kleinkinder gibt es ein „geschütztes“ Flachwasserangebot. Der Sprungturm wird saniert und es entstehen barrierefreie Wege.

In Stolzenau wird das große sanierungsbedürftige Nichtschwimmerbecken und das hygienisch nicht mehr zeitgemäße Planschbecken aufgegeben. Für Kleinkinder soll ein neues Planschbecken entstehen. 

Das 50-Meter-Schwimmbecken soll dahingehend verändert werden, dass eine Trennung in Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich vorgenommen wird. Dazu gehört eine Flachwasserzone mit Treppenzugang und allmählich abfallender Tiefe. Dadurch verbleiben zwei Schwimmbahnen a 50 Meter, abgetrennt durch eine flexible Barriere vom 1,25 Meter tiefen Nichtschwimmerbereich und vier oder bei geschlossener Barriere sechs Schwimmbahnen a 25 Meter.

Arnd Wiebe, Leiter des Fachdienstes Hochbau merkte in seiner sehr ausführlichen Darstellung des Sanierungskonzeptes an, dass zunächst nur eine technische Sanierung vorgesehen war. Die Idee mit dem Rückbau käme aus Berlin. 

Bedeutet, wenn man den Zuschuss des Bundes nutzen möchte, muss man sich auch nach deren Vorgaben richten oder auf den Zuschuss verzichten. 

Stimmen gegen Rückbau und Verkleinerung

Das wiederum kritisierten die beiden Fördervereine aus Landesbergen und Stolzenau. In der nach Corona-Richtlinien gutbesetzten Aula gab es mehrere Stimmen, die sich gegen einen Rückbau, und eine Verkleinerung der Schwimmbäder richteten. Samtgemeindedirektor Beckmeyer mahnte jedoch, nicht mit zu hohen Erwartungen aus der Versammlung zu gehen. Der Rückbau sei unerlässlich.

Während als Ziele der Sanierung unter anderem der Erhalt der Attraktivität der Kommune und die Förderung des Schwimmsports für die Bevölkerung, für Schulen und Vereine angegeben werden, möchten die Gegner der geförderten Sanierung ihre Bäder so behalten, wie sie sind. Es wurde angezweifelt, dass zwei 50-Meter-Bahnen ausreichend wären und die Bäder durch die Verkleinerung attraktiver werden könnten.

Das Sprichwort, die „Kröte zu schlucken“ fiel gleich mehrfach in der Versammlung. Keiner will sie, aber ohne sie geht es nicht. Die Alternative ohne Bundesmittel wäre möglicherweise langfristig die Schließung eines der beiden Bäder.

In der Versammlung entschied sich der Sport-, Jugend- und Seniorenausschuss der Samtgemeinde Mittelweser nun erst einmal, entsprechend des neu überarbeiteten und der Versammlung vorgelegten Beschlussvorschlages, die Kosten der avisierten Umbaumaßnahmen genau zu ermitteln sowie die Kosten für die Sanierung des „Status Quo“ grob zu schätzen.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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