Eystrup bildete die Grenze zu Schweden / Geschichte der „Snedensteine“

Der Folkweg und andere historische Grenzen

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Dieser Snedenstein ist in Diensthop beim Gasthaus Waidmannsheil zu sehen.

Eystrup - Von André Steuer. Eystrup als bedeutendes Grenzgebiet? Das scheint auf den ersten Blick ebenso unvorstellbar, wie der Gedanke, dass bei Eystrup einst die Grenze zu Schweden verlief. In unserer Reihe „Eystrup von A bis Z“ werfen wir heute eine Blick auf alte Grenzverläufe.

Im Juli 1897 vermeldete das Hoyaer Wochenblatt einen bronzezeitlichen Fund am Blanken Moor in Eystrup. Beim Torfstechen fand Friedrich Masemann zwei Bronzeringe und 19 Bernsteinperlen. Der größere der beiden Ringe ist ein „echter Wendelring“. Der zweite Ring ist kleiner und glatt. Der Fund wurde auf ein Alter von 750 bis 600 vor Christus datiert. Auf den ersten Blick erscheinen die Bernsteinperlen, hier im Binnenland, als etwas Exotisches. Allerdings ist das nicht so verwunderlich, wie es scheint. Der vorgeschichtliche Bernstein wurde ausschließlich an der Westküste Schleswig-Holsteins, auf Helgoland und in der Elbmündung gefunden. Eine wichtige Handelsstraße für Bernstein verlief durch die Hämelheide.

Diese Straße, die den Namen „Hesseweg“ trägt, ist durch die vielen Hügelgräber als wichtige Straße der Bronzezeit gekennzeichnet. Der „Hesseweg“ verlief in seiner Hauptrichtung von Nord nach Süd. In dem Bericht: „Der Hesseweg in der Hämelheide“; von „Lehrer Anders, Hämelhausen“, wird der Verlauf wie folgt beschrieben: „...von Holtorf kommend, östlich an Haßbergen vorbei, durch Hämelhausen führend, bei Hülsen über die Weser führend, Richtung Verden...“ Der „Hesseweg“ ist zugleich ein alter Grenzweg. Die Ortschaften westlich von ihm, gehörten zum Bistum Bremen/Verden, die östlichen zum Bistum Minden.

Mit dem „Folkweg“ verlief, von West nach Ost, eine weitere bedeutende Handelsstraße durch die Grafschaft Hoya. Von Oldenburg kommend, über Twistringen, Sebbenhausen verlief er in Richtung Anderten, wo er auf den „Hesseweg“ traf. Auch der „Folkweg“ war eine bedeutende Grenze. So teilte er Nieder- und Oberhoya. Niederhoya, hatte ihren Sitz in Hoya. Oberhoya, die Obergrafschaft, in Nienburg.

Eine weitere Grenze ist heute noch im Wald bei Diensthop zu finden: Die „Snedensteine“. Das Wort „Snede“ kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet soviel wie Grenze. Die „Snedensteine“ wurden Mitte des 16. Jahrhunderts auf Geheiß des Grafen von Hoya gesetzt. Zuvor war es zu Grenzstreitigkeiten zwischen dem Stift Verden, dem Fürstentum Lüneburg und den Grafen von Hoya gekommen. Die Beteiligten einigten sich auf einen Grenzverlauf, der durch die „Snedensteine“ markiert wurde.

Die mit Wappen und Aufschriften verzierten Steine werden heute eher als „Schwedensteine“ bezeichnet. Wobei sich dieser Begriff aus dem alten „Snedensteine“ entwickelt hat. Begünstigt wurde diese Wortentwicklung dadurch, dass das Bistum Verden nach dem 30-jährigen Krieg für längere Zeit an die Schwedische Krone fiel. Somit kennzeichneten die Steine auch tatsächlich die Grenze zu Schweden.

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