Geringer Sauerstoffgehalt / Chemische Ursachen zunächst ausgeschlossen

Fischsterben im Meerbach

Werner Bodmann entnimmt eine Wasserprobe aus dem Steinhuder Meerbach. ·

Nienburg - REHBURG · Zu Hunderten treiben tote Fische auf dem Steinhuder Meerbach. Die Ursache des Fischsterbens ist noch nicht bekannt. Fest steht, dass der Sauerstoffgehalt zu gering ist.

Ein unangenehmer Geruch weht den Radfahrern, die auf dem Rundweg um das Steinhuder Meer unterwegs sind, entgegen, wenn sie die kleine Brücke passieren, die über den Steinhuder Meerbach führt. Verwesungsgeruch macht sich breit, denn in dem Bach treiben Weißfische, Rotaugen, Hechte und auch Aale mit den Bäuchen nach oben. „Der Sauerstoffgehalt auf diesem Abschnitt liegt bei 0,2 Milligramm pro Liter“, sagt Werner Bodmann von der Unteren Wasserbehörde der Region Hannover und zieht sein Messgerät aus dem Wasser. Normal seien acht bis zehn Milligramm je Liter. „Das Gewässer ist hier praktisch tot.“

Wenige Stunden zuvor ist das Fischsterben entdeckt worden, nun sind Feuerwehrleute mit Keschern dabei, die vorbeitreibenden Fische einzufangen. Einige Meter weiter oberhalb des Bachlaufs hat Ehler Poppe vom Kreisverband Wasserwirtschaft das Signal gegeben, das kleine Wehr weiter zu öffnen.

Durch die höhere Wassergeschwindigkeit soll Sauerstoff eingetrieben werden. Auch an der Mündung des Baches seien schon tote Fische entdeckt worden, so Poppe. Die Mündung des Meerbachs ist das Steinhuder Meer, dessen einziger Abfluss das Gewässer ist. Vom Meer schlängelt es sich durch die Meerbruchswiesen, durchquert Rehburg und fließt bei Nienburg schließlich in die Weser. Wie es Bach abwärts unterhalb des Wehrs aussieht, ob dort auch tote Fische schwimmen, weiß noch niemand.

Vor vier Jahren habe es schon einmal ein Fischsterben gegeben, erzählt Thomas Beuster, Geschäftsführer der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer, während er fassungslos von der Brücke herunterschaut. Um dem vorzubeugen, sei der Bach an dieser Stelle erst im vergangenen Jahr entschlammt worden. Seine Vermutung ist, dass eine Algenblüte zu dem Sauerstoffmangel geführt hat.

Chemische Ursachen sind nach einer ersten schnellen Untersuchung ausgeschlossen worden. Weitere Untersuchungen und Messungen werden folgen, um der Ursache schnell auf die Spur zu kommen. · ade

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