Zeitplan bis zur Fertigstellung ist komplett durchgetaktet

„Filmpalast am Hafen“ in Nienburg kurz vor der Premiere

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Kinobetreiber Holger Glandorf führt seine Gäste durch die Kinosäle.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Schneller als James Bond zu sein, war sein Ziel. Das sollte klappen.

Während der britische Superagent in seinem neuen Streifen „No time to die“ im April kommenden Jahres auf die Leinwand zurückkehren, will Holger Glandorf Ende bereits dieses Monats, spätestens Anfang Dezember die ersten Filme in seinem neuen Nienburger Kinocenter „Filmpalast am Hafen“ zeigen.

Ausführlicher Rundgang über die Großbaustelle

Das dürfte für Heide Wignanek, Frank Zimmermann, Jörg Meyer und Klaus Palandt vergangene Woche beim Betreten des großzügigen Kino-Foyers vielleicht etwas gewagt geklungen haben – angesichts einer komplett fehlenden Verglasung der Fassade. Die Kulturabordnung der Stadt war einer Einladung des Kinobetreibers zu einem ausführlichen Rundgang über die Großbaustelle gefolgt.

An der Fassade des "Filmpalastes am Hafen" sind noch einige Arbeiten zu erledigen.

Holger Glandorfs Enthusiasmus und Fantasie wischen solche Zweifel allerdings schnell weg. „Das Foyer wird mehr als ein Eingang. Es wird ein Platz zum Verweilen“, erklärt er. Fliesen in Holzoptik – sie sind bereits verlegt – und farbige Wände sollen ein warmes Flair verbreiten. Sobald die Fensterscheiben eingesetzt sind, folgt die Möblierung. „Das Möbelhaus steht schon bereit“, berichtet Glandorf. Das sollte in den kommenden Tagen passieren.

Während die Mitarbeiter des Theaters und des Kommunalen Kinos (Koki) sich im Foyer noch von Glandorfs Fantasie anstecken lassen mussten, ist sie in den Kinosälen nicht mehr nötig. In sechs der sieben Säle laden bereits bequeme Sessel zu einer Sitzprobe ein. Die Einrichtung des Sofakinos wird gerade montiert.

Probesitzen in einem der kleinen Kinosäle (v.l.): Holger und Sandra Glandorf, Jörg Meyer und Frank Zimmermann vom Nienburger Theater sowie Kino-Projektkoordinator Walter Meinders.

Überall auf der Baustelle sind Fachleute mit Arbeiten auf der Zielgeraden beschäftigt. Maler grundieren die Wände, Klempner installieren die Sanitäreinrichtungen und Techniker richten die hochmodernen Licht- und Sound-Anlagen ein. Auf die Soundtechnik ist Holger Glandorf besonders stolz. „Im großen Kinosaal kommt die beste Tonanlage zum Einsatz, die derzeit auf dem Markt ist“, erklärt er. In der Decke, hinter der Leinwand und rundherum an den Wänden befinden sich Lautsprecherboxen, die ausnahmslos einzeln angesteuert werden, erläutert der Betreiber und Investor. Kaum weniger aufwendig sei die Technik in den kleineren Sälen.

Sofakino: "In Norddeutschland einmalig"

Ein absolutes Herausstellungsmerkmal sei das Sofakino. „Das ist in Norddeutschland einmalig“, schwärmt Glandorf. Neben den außergewöhnlichen Sitzmöbeln verbreitet hier unter anderem ein besonders flauschiger Teppich ein besonders wohnliches Ambiente.

Der Vater des Kinobetreibers, Franz-Joseph Glandorf, hat im Sofakino Platz genommen.

Der Zeitplan bis zur Fertigstellung ist komplett durchgetaktet. Holger Glandorf hat sogar ein festes Datum im Kopf, an dem er loslegen will. Sollte sich allerdings ein Gewerk verzögern, könnte das gesamte Bauvorhaben in Verzug geraten. Wie bei einem Getriebe, in dem ein Zahnrad stockt. Deshalb behält der Kinobetreiber das Datum noch für sich. Fest steht aber, dass spätestens Anfang Dezember die ersten Hollywood-Blockbuster im „Filmpalast am Hafen“ anlaufen werden.

"Eine Bereicherung des kulturellen Angebots"

Für Nienburgs Theaterleiter Jörg Meyer entsteht damit keine Konkurrenz zum bestehenden kulturellen Angebot der Stadt. „Im Gegenteil: Es ist eine Bereicherung und Ergänzung“, betont Meyer. Theater und Kino wollen vielmehr zusammenarbeiten. Auch Koki-Koordinatorin Heide Wignanek sieht in dem neuen Kino einen Gewinn für die Stadt – und für das kommunale Kino. Sie hat bereits mit Holger Glandorf eine enge Zusammenarbeit vereinbart. Regelmäßig wird das Koki zukünftig Filme im „Filmpalast am Hafen“ zeigen.

Elektroinstallationen auf der Zielgeraden.

Ursprünglich hätten sowohl der 25. Bond als auch Nienburgs neue Kino-Attraktion ihre Premierenfeiern längst hinter sich gelassen. Die Bond-Dreharbeiten bremsten ein Wechsel auf dem Regiestuhl, ein Unfall am Set sowie ein verletzter Hauptdarsteller aus. Holger Glandorfs Geduld wurde dagegen vor allem von der Bürokratie auf den Prüfstand gestellt. Um das Kino am Nienburger Hafen bauen zu können, war ein komplizierter und langwieriger Grundstückstausch zwischen Stadt und dem Wasser- und Schifffahrtsamt notwendig. In den schaltete sich sogar Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in seiner damaligen Funktion als Staatssekretär für Finanzen ein, um ihn über die Bühne zu bringen.

"Filmpalast am Hafen" kurz vor der Eröffnung 

Einige Kulturschaffende der Stadt besichtigen  auf Einladung von Kinobetreiber Holger Glandorf den fast fertiggestellten "Filmpalast am Hafen". © Leif Rullhusen
Die Fassade sieht noch nicht nach baldiger Eröffnung aus. © Leif Rullhusen
Die Seitenansicht schon eher. © Walter Meinders
Die Kinosäle sind bereits fertig eingerichtet.  © Walter Meinders
Die Kinosäle sind bereits fertig eingerichtet.  © Walter Meinders
Kurz zuvor: Die Bestuhlung wird montiert. © Walter Meinders
Holger Glandorf erklärt seinen Besuchern die Technik in den KInos. © Leif Rullhusen
Verschiedene Lichteffekte sorgen für ein ganz besonderes Ambiente. © Leif Rullhusen
Holger und Sandra Glandorf, Jörg Meyer, Frank Zimmermann und Kino-Projektkoordinator Walter Meinders testen die Sessel in einem der kleinen Kinosäle. © Leif Rullhusen
Filmrollen waren gestern: Einer der sieben modernen digitalen Filmprojektoren. © Leif Rullhusen
Blick vom Büro in das großzügige Foyer. © Leif Rullhusen
Die Elektroinstallationen befinden sich in der Endphase. © Leif Rullhusen
Blick vom Kinodach auf den Hafen. © Leif Rullhusen
Jörg Meyer, Heike Wignanek, Sandra Glandorf und Klaus Palandt (v.l.) gießen den Ausblick vom Kinodach. © Leif Rullhusen
Keine Zeit, die Aussicht vom Kinodach über den Hafen zu genießen: Holger Glandorf koordiniert die Arbeiten auf der Baustelle. © Leif R ullhusen
Neue Blickwinkel vom Kinodach auf die Innenstadt.  © Leif Rullhusen
In den Kartons wartet das Mobiliar des Sofakinos auf den Einbau. © Leif Rullhusen
Der Vater des Kinobetreibers, Franz-Joseph Glandorf, hat im Sofakino Platz genommen. © Leif Rullhusen

Nach seiner Fertigstellung wird das neue Kino-Center in den sieben Sälen insgesamt mehr als 700 Besuchern Platz bieten. Der größte Saal hat 200, die beiden kleinsten haben 80 Sitzplätze.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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