Janina Meyer ist nun Konstruktionstechnikerin / Abschluss mit Bestnote 1,3

Die Ferien durchgelernt für den großen Traum

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Janina Meyer zeigt eine Zeichnung für ihr Abschlussprojekt: ein Regalsystem für einen Firmen-Wagen. ·

Hoya - heidhüsen · Wow, was ein Titel: „staatlich geprüfte Technikerin im Bereich Maschinentechnik mit der Fachrichtung Konstruktionstechnik“! Janina Meyer aus Heidhüsen trägt ihn seit einigen Wochen. Ihre zweijährige Vollzeit-Ausbildung an der Berufsbildenden Schule für Metall- und Elektrotechnik der Region Hannover hat sie gerade beendet – mit dem super Notendurchschnitt 1,3. Damit war sie die Beste von knapp 150 Männernund Frauen.

Janina Meyer liebt ihren Beruf – der übrigens kein typischer Männerberuf sei, wie sie betont. Das habe die Heidhüserin während ihres Ausbildungswegs gemerkt: Nach der Realschule in Hoya absolvierte sie zunächst eine Lehre zur Technischen Zeichnerin bei „Thyssen Krupp“ in Bremen. „Damals waren in meiner Klasse hauptsächlich Frauen und kaum Männer“, sagt die 22-Jährige. Ein Jahr arbeitete sie anschließend in dem Bremer Betrieb, dann besuchte sie die Techniker-Schule – und dort war es anders: Die fünf Vollzeit-Klassen haben neben ihr nur zwei weitere Frauen besucht, in die fünf Abend-Klassen gingen weniger als zehn angehende Technikerinnen. „Das verstehe ich gar nicht. Die Frauen könnten ruhig mutiger werden und sich in diesem Bereich weiterbilden“, meint Janina Meyer.

Aber der „Männer-Überschuss“ habe sie nicht gestört. Im Gegenteil: Trotz der vielen Lernerei haben ihr die zwei Jahre an der Hannoveraner Schule viel Spaß gemacht.

Insbesondere das Abschlussprojekt gefiel ihr –  kostete aber auch einige Nerven, wie sie heute grinsend erzählt. In einer Dreiergruppe musste Janina Meyer für eine Firma in Hannover ein neues Regalsystem für die Wartungsfahrzeuge konstruieren – inklusive sinnvoller Beschriftung – und eine Liste über die Standard-Be stüc kung der Transporter erstellen. „Da herrschte erst totale Unordnung in den Wagen“, erzählt Janina Meyer und lacht. Jetzt sei das anders. Schließlich hat ihr Team die Aufgabe gut gemeistert – und am Ende eine „2+“ bekommen.

Eine 50-seitige Dokumentation hatten die Techniker-Schüler über das Projekt anzufertigen, und eine Präsentation der Ergebnisse gehörte ebenfalls dazu – im Rahmen des „Techniker Forums“. Während dieser Veranstaltung zeigten alle Schüler ihre Abschlussprojekte. „Es war spannend zu sehen, was die anderen Gruppen gemacht haben“, sagt Janina Meyer.

Jetzt sucht die 22-Jährige einen Job. Einige Bewerbungen hat sie bereits rausgeschickt, auf Antworten wartet sie noch. „Erstmal möchte ich Berufserfahrungen sammeln“, sagt Janina Me yer, „und ganz eventuell später studieren.“ Denn mit dem Techniker-Abschluss hat sie auch ihre Fachhochschulreife erreicht.

Derzeit genießt sie ihre freie Zeit: Im Posaunenchor Hassel spielt sie Tenorhorn, am Wochenende stehen oft Auftritte auf dem Plan. Mitte August fährt die Heidhüserin mit einer Freundin vier Tage nach London. „Die letzten Ferien habe ich immer durchgelernt oder gearbeitet. Deshalb freue ich mich sehr auf die Reise.“ · abü

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