Ein Jahr Förderprogramm „Lernschritte“ in Nienburg / Positive Bilanz

Fast ein Sitzenbleiber – nun lernt er an der Realschule

Nienburg - Wenn Grundschüler um die Versetzung bangen, sich nach Monaten intensiver Hausaufgabenbetreuung aber über ein gutes Zeugnis freuen – oder gar über eine Realschul-Empfehlung, dann ist es legitim, eine positive Bilanz zu ziehen. Und genau das haben gestern Initiatoren und Unterstützer des Projektes „Lernschritte“ der Nienburger Tafel getan.

Vor etwas mehr als einem Jahr fiel der Startschuss für das Förderprogramm. Im November 2010 hatten Helfer die Arbeit aufgenommen, seither bekommen Kinder dort dreimal in der Woche neben einem warmen Mittagessen Hilfe bei den Hausaufgaben und allgemeinen schulischen Problemen. Gemein haben die jungen Menschen, dass ihre Eltern ihnen keine professionelle Nachhilfe bezahlen können.

In den vereinseigenen Räumen an der Nienburger Leinstraße, in denen sich früher der Fundus-Laden befand, betreuen ehrenamtliche Kräfte die Kinder. Pensionierte Lehrer sind ebenso unter ihnen wie Hausfrauen, die sich intensiv mit den schulischen Herausforderungen der Grundschüler auseinander setzen.

Nach den Weihnachtsferien ging es gestern wieder los. Pünktlich nach Schulschluss kommen die Kinder in das Gebäude, essen gemeinsam, lernen zusammen und verbringen einen Teil ihrer Freizeit in der Gruppe. Für den gepflegten Umgang miteinander sorgen Grundregeln, auf die sich die Teilnehmer selbst verständigt haben. „Auch das müssen viele Kinder lernen“, betont Tafel-Geschäftsführerin Beate Kiehl.

Grundsätzlich stünden 15 Plätze zur Verfügung, zurzeit konzentrieren sich die Mitarbeiter aber lediglich auf zehn Teilnehmer – dafür mit Erfolg. In der Regel habe etwa die Hälfte Migrationshintergrund. „Wir haben alle Grundschulen im Stadtgebiet angeschrieben“, erklärt Beate Kiehl. Damit hatte der Verein offenbar den richtigen Nerv getroffen. Es folgten Anfragen bei den jeweiligen Eltern, und auch die unterstützen das Programm in der Regel soweit es ihnen möglich ist.

Einen großen Schritt kann die Nienburger Tafel zunächst dank der gespendeten Pfandgelder von Lidl-Kunden machen. Einen symbolischen Scheck über 20 000 Euro übergaben Vertreter des Discounters gestern an Beate Kiehl und Siegfried Bettges, Vorsitzender des Trägervereins „Herberge zur Heimat“. · nis

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