Experten warnen vor den Risiken von Zecken

Der Frühling ruft nach draußen: auch kleine Gäste

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In der Originalgröße kaum zu erkennen: eine männliche Zecke an einem Grashalm.

Landkreis Nienburg - Von Nikias Schmidetzki. Der Frühling lockt nach draußen. Da aber warten auch ungeliebte Gäste wie Zecken. Auch wenn der Landkreis kein Risikogebiet ist, geben Experten Ratschläge.

Einen ersten Vorgeschmack hatte der Frühling in der vergangenen Woche schon geschickt, bevor er morgen nun offiziell – also auch kalendarisch einzieht. Freude über mehr Zeit an der frischen Luft haben aber auch Tiere, die sich wieder breitmachen. Erste Wespen und Hummeln sind unterwegs – und, deutlich kleiner warten Zecken wieder zunehmend auf Beute.

Sie werden mit steigenden Temperaturen ebenso aktiver wie Menschen. Experten wollen zwar keine Angst machen, raten aber zu angemessener Vorsicht. „Der Ruf der Zecke ist alles andere als harmlos. Vielmehr gilt sie als ‘das gefährlichste Tier Deutschlands’“, betont Parasitologin Professor Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim laut Fachseite zecken.de. Längst nicht immer überträgt das Spinnentier gefährliche Krankheiten. Insgesamt sind aber mehr als 50 bekannt, und die übelsten sind die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Borreliose. Und gerade die Zahl der FSME-Risikogebiete ist laut Robert Koch-Institut (RKI) zuletzt gestiegen. Der Landkreis Nienburg zählt jedoch weiterhin nicht dazu, ist aber sehr wohl Kreis mit „vereinzelt auftretenden FSME-Erkrankungen“, was de facto Insgesamt 68 Fälle im Zeitraum von 2002 bis 2013 bedeutet. Während es gegen Borreliose Antibiotika gibt, kann FSME nur mit einer Impfung entgegengewirkt werden. Die empfehlen Experten vor allem Menschen, die in Risikogebieten leben oder dorthin reisen. Denn: „Die Gefahr, nach einem Zeckenstich in den Risikogebieten an FSME zu erkranken, liegt neuen Erkenntnissen zufolge bei eins zu 150“, heißt es dazu bei zecken.de.

Bewusst ist den meisten mittlerweile wohl, dass Zecken nicht auf Bäumen lauern und sich auf ihre ahnungslosen Opfer fallen lassen. Sie sitzen auf Grashalmen, an Buschzweigen und im Unterholz und lassen sich auf vorübergehende Menschen und Tiere abstreifen.

Dann stechen sie zu – und beißen nicht, wie es häufig heißt. Zecken besitzen einen Stechrüssel, durch den sie Blut saugen, und scherenartige Mundwerkzeuge, mit denen sie die Haut des Wirtes aufreißen, wenn sie eine geeignete Einstichstelle gefunden haben. Satt können Zecken dann mehrere Jahre ohne neue Nahrung auskommen – im Labor bis zu zehn Jahre. Kein Wunder: „Erwachsene Zeckenweibchen können bei einer einzigen Mahlzeit so viel Blut aufnehmen, dass sich ihr Körpergewicht auf das 100- bis 200-fache erhöht“, schreiben die Betreiber von zecken.de. „In freier Natur lebt der Gemeine Holzbock nur drei bis fünf Jahre“, heißt es außerdem.

Schützen müssen Menschen aber nicht nur sich selbst, etwa mit geschlossener Kleidung und Aufmerksamkeit. Gerade Tiere, die draußen unterwegs sind, werden leicht zu Opfern einer Zecke. Tierärztin Dr. Bettina Schmidt, tätig für die Tierschutzorganisation Tasso, erklärt: „Je länger die Zecke am Blut des Hundes oder der Katze saugt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass lebensgefährliche Erreger übertragen werden. Nicht immer gelingt es jedoch, die ganze Zecke zu entfernen. Bleibt der Kopf stecken, sollten Tierhalter keinesfalls an der Stelle drücken oder quetschen. In den meisten Fällen schafft es der Körper von selbst, den Zeckenkopf abzustoßen.“

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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