Tierlehrer beim Zirkus Charles Knie hat sich der humanen Dressur verschrieben

Exotische Lebewesen hören bei Marek Jama aufs Wort

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Marek Jama in seinem Element: Als Tierlehrer im Zirkus Charles Knie, der am Wochenende in Nienburg und am Wochenende darauf in Diepholz gastiert, hören auch „Steffi“ und „Kulus“ auf Worte und Zeichen des seit Donnerstag 36-Jährigen. ·

Nienburg - Von Kurt HenschelMarek Jama stammt aus Polen. Nach dem Abitur begann er ein Tiermedizin-Studium. Als er das aufgab, waren seine Eltern mehr als sauer auf ihren Sohn. Heute freuen sie sich mit ihm, denn er lebt seinen Traum: Marek Jama ist Tierlehrer beim Zirkus Charles Knie, der heute und morgen in Nienburg und am Wochenende darauf in Diep holz gastiert. Und alle etwa 100 Tiere – Elefanten, Zebras, Kamele, Rinder, Pferde, Kängurus, Emus und Seelöwen – hören beim 36-Jährigen aufs Wort, wie Jama behauptet.

Seit fünf Jahren gehört Marek Jama zum Knie-Team und ist hauptverantwortlich für die Tiere. Das „Geheimnis“ seiner Arbeit basiere auf Vertrauen, so der Tierlehrer, der Gewalt und Zwang bei der Arbeit mit Tieren ablehnt und sich der humanen Dressur verschrieben hat. „Wenn ein neues Tier zu mir kommt, lernen wir uns erstmal kennen“, erzählt Marek Jama immer allen, die ihn auf seinen doch außergewöhnlichen Beruf ansprechen. Erst wenn er wisse, wie das Tier reagiert, was es kann und was es gerne macht, beginne die Arbeit. Dann strickt der Tierlehrer gezielt ein Programm für die Zirkus-Show. „Das Einstudieren einer Nummer ist also immer vom Tier abhängig“, so der Experte.

Begonnen hatte die Zirkus-Karriere von Marek Jama als Artist unter der Kuppel. Die Arbeit in der Manege aber hat ihm nicht so gut gefallen: „Dass ich bei den Tieren sein und mit ihnen arbeiten kann, ist mir viel wichtiger“, so Jama. Und so umgeben ihn inzwischen seit zwölf Jahren exotische Lebewesen als Kollegen.

Jama hatte nach dem Abbruch seines Studiums eine dreijährige Ausbildung an einer Zirkusschule absolviert. Danach erweiterte er durch Beobachten und den Austausch mit Kollegen seine Kenntnisse. Er brachte sich sein Können im Umgang mit den Tieren aber weitgehend selbst bei und stand eines Tages mit einer Tiger-Nummer im Zentralkäfig.

Marek Jama hat bei seiner täglichen Arbeit acht Tierpfleger in seiner Nähe. Ab 6 Uhr beginnt der Tag mit dem Putzen, Pflegen und Füttern der Schützlinge, die danach mit den „Morgenarbeiten“, den Proben, beginnen. Kleinere Verletzungen oder Krankheiten seiner Schützlinge behandelt der Tierlehrer selbst – dabei kommen ihm die Kenntnisse seines Tiermedizin-Studiums zugute.

Marek Jama genießt gern auch stille Stunden mit seinen Tieren. „Bei ihnen fühle ich mich wohl“, sagt er. Er freue sich aber auch über Applaus des Publikums. Diese Art von Lob gibt er in Form einer leckeren Belohnung dann an seine tierischen Partner weiter, wie er verrät.

Auf die Frage, welches denn sein Lieblingstier ist, antwortet er ohne Zögern: „Teddy, mein Jack Russell. Der kann mit mir machen, was er will. Er bekommt alles von mir“, so Jama.

Für die Zirkus-Vorstellungen heute (15.30 und 19.30 Uhr) sowie morgen (11 und 15.30 Uhr) ist der Tierlehrer nicht beunruhigt: „Wir haben hier alles im Griff und auch meine Tiere sind gut drauf“, so Marek Jama. Er hofft, dass sich viele Menschen aus Nienburg und der Umgebung davon überzeugen, was beispielsweise er seinen Tieren beigebracht hat – wohlgemerkt: ohne Gewalt und Zwang. Jama: „Ich bin sicher, sie tun das, was sie tun, gern.“

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