150 Euro-Stahlrohr ersetzt hydraulischen Poller

"Einfach" besser?

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Seit etwa einer Woche ist der neue Poller in Nienburgs Langer Straße im Einsatz. Vielleicht eine Dauerlösung?

Nienburg - von Leif Rullhusen. Einfach, mechanisch, gut: Nach anfälliger und augenscheinlich ungeeigneter High-Tech-Hydraulik setzt die Stadt Nienburg nun auf simple Mechanik – zu bedienen durch Muskelkraft.

Seit rund einer Woche übernimmt ein einfaches, viereckiges Stahlrohr die Aufgabe des dynamischen Pollers in Nienburgs Fußgängerzone.

Der sollte bei Bedarf, zum Beispiel an den Markttagen, vollkommen automatisch im Erdreich verschwinden und anschließend wieder auftauchen. Das tat er auch, allerdings nur gut fünf Jahre lang. Nachdem die Hydraulik zum wiederholten Mal versagte und nach einer teuren Reparatur verlangte, ließ die Stadt den Poller abgetaucht ruhen. Der Grund für die wiederholten Defekte war keine Über- sondern eine Unterlastung der Technik. Der Poller wurde einfach zu wenig bewegt.

Im Mai präsentierte die Stadtverwaltung dem Bauausschuss eine Alternative für die ungeeignete Hydraulik-Variante. Ein knapp 11 000 Euro teurer elektromechanischer Antrieb soll die Lösung sein. Eine Entscheidung über die entsprechende Investition verschob das politische Gremium. Man sollte zunächst darüber nachdenken, ob nicht eine mechanische Lösung reiche.

Die hat der Bauhof der Stadt jetzt zumindest vorübergehend verwirklicht. Ein rot-weißes Stahlrohr, gesichert im Boden mit einem Schloss, hält nun den mehrspurigen Verkehr auf. Rettungsfahrzeuge, „Polizei und Feuerwehr besitzen für das dort eingesetzte Schloss selbstverständlich einen entsprechenden Dreikantschlüssel. Sie können den Poller also jederzeit entfernen“, erklärt Baubetriebshofleiterin Cornelia Riedewald.

Jeden Morgen gegen 5 Uhr entfernt die Straßenreinigung den Poller und setzt ihn vormittags gegen 11 Uhr wieder ein. An den Markttagen übernimmt das Einsetzen und Abschließen die Marktaufsicht nach Beendigung des Marktes.

Kostenpunkt für diese bislang zuverlässig funktionierende Variante: 150 Euro für den Poller. Eingebaut haben ihn Mitarbeiter des stadteigenen Baubetriebshofes. Der Zeitaufwand dafür betrug etwa eine Stunde.

Sollte sich das Provisorium weiterhin bewähren, wäre es angesichts der leeren Stadtkassen durchaus eine interessante Dauerlösung.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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