Polizei-Kontrolle in Nienburg / 16 von 145 Fahrzeugen sogar stillgelegt

Ernüchternd: Fast die Hälfte aller Lkw weist Mängel auf

Auf der Straße vor der Clausewitz-Kaserne in Nienburg-Langendamm überprüften Polizeibeamte am Dienstag 145 Lastwagen – 61 von ihnen beanstandeten sie, 16 legten sie still. ·

Nienburg - Ernüchterung bei der Polizei Nienburg: Das Ergebnis einer Kontrolle des Schwerlastverkehrs am Dienstag ist laut Information von Polizei-Pressesprecherin Gabriela Mielke erschreckend ausgefallen. Von 145 überprüften Lastwagen beanstandeten die Beamten 61, 16 davon wiesen so gravierende Mängel auf, dass sie gar nicht weiterfahren durften.

„Dass diese großangelegten Kontrollaktionen erforderlich sind, belegt erneut das Ergebnis“, so Ulrich Schimkowiak von der Nienburger Polizei. „Unter anderem sind rund 100 Ordnungswidrigkeitenanzeigen das Resümee“, so der Beamte.

In Höhe des Nienburger Ortsteils Langendamm leiteten die etwa 50 Kräfte der Polizei die Lastwagen von der Bundesstraße 6 in die Straße „Am Rehhagen“ (Straße zur Clausewitz-Kaserne). Dort waren auch Mitarbeiter des Eichamts Nienburg sowie der Hauptzollämter Hannover und Osnabrück zur Unterstützung dabei.

Sieben Stunden lang nahmen sich die eingesetzten Kräfte die insgesamt 145 Fahrzeuge vor. Das Ergebnis bezeichnete im Anschluss Ulrich Schimkowiak als „ernüchternd“. 61 Lastzüge bestanden die Überprüfung nicht ohne Beanstandungen. Das Gros der Beanstandungen habe im Bereich der Lenk- und Ruhezeitverstöße, Ladungssicherung und technischen Mängel gelegen, ergänzt Mielke. Häufig sei die Bereifung so schlecht gewesen, dass die Fahrer sie an Ort und Stellewechseln mussten. Und In 16 Fällen waren die Mängel so eklatant, dass die Beamten eine Weiterfahrt untersagten.

Polizist Schimkowiak und seine Kollegen zeigten sich erstaunt über die Leichtfertigkeit, mit der die Verantwortlichen die häufig offensichtlichen Mängel hinnehmen.

Beispiel: Ein 55-jähriger Fahrer aus Sachsen hatte 14 Meter lange Holzbalken geladen, die einen Meter aus dem Anhänger ragten. Die 26-Tonnen-Ladung war in Pakete geschnürt und nur mit sechs Gurten gesichert. Der Fahrer, so Gabriela Mielke, musste 25 Gurte nachkaufen und durfte erst wieder starten, nachdem er seine Ladung ordnungsgemäß befestigt hatte. Das war „eine nicht zu kalkulierende Unfallgefahr“, so Polizeioberkommissar Schimkowiak: „Nicht auszudenken, was hätte geschehen können, wenn die Ladung ins Rutschen gerät.“

Negativ-Rekordhalter in Sachen Bereifung war ein 7,5-Tonner einer Baufirma aus dem Landkreis Diep holz: „Die Reifen waren derart abgefahren und luftleer, dass sie kurz vorm Platzen standen“, so der Einsatzleiter. Hinzugekommen sei das nicht gesicherte Gerüst als Ladung. Die einzelnen Stützen seien bereits gegen das Führerhaus geschossen und die seitlichen Klappen wegen vorhandener Risse kurz vorm Abfallen gewesen.

In sieben Fällen nahmen die Beamten Sicherheitsleistungen von ausländischen Fahrern ein. Einer von ihnen musste 130 Euro für nicht angezeigten Dieselkraftstoff nachversteuern.

Um solche Verstöße zu bekämpfen, die Fahrzeugführer für die möglichen Gefahren durch ihr Fehlverhalten zu sensibilisieren und die allgemeine Verkehrssicherheit zu erhöhen, kündigt die Nienburger Polizei weitere Großkontrollen an. · hen

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